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04.03.2013

15:07 Uhr

Regierungskrise Italien

Anleger machen Bogen um Aktien aus Italien

Anleger vertrauen derzeit Aktien und Bonds aus Italien nicht. Seit der Schließung der Wahllokale und der folgenden Regierungskrise fiel der Leitindex der Mailänder Börse um bis zu 1,7 Prozent.

Aktien aus Italien sind derzeit eher unbeliebt bei den Anlegern. dapd

Aktien aus Italien sind derzeit eher unbeliebt bei den Anlegern.

FrankfurtDie Regierungskrise in Italien lässt die Anleger weiter einen Bogen um Aktien und Anleihen aus Italien machen. Der Leitindex der Mailänder Börse fiel am Montag um bis zu 1,7 Prozent auf 15.406 Punkte und notierte damit so niedrig wie seit Mitte Dezember nicht mehr. Seit Schließung der Wahllokale am vergangenen Montag hat der Index damit in der Spitze rund sechs Prozent verloren - etwa doppelt so viel wie Dax und EuroStoxx50.

Die Rendite der zehnjährigen italienischen Anleihen ist seither um etwa vierzig Basispunkte auf 4,8 Prozent gestiegen. Zugleich setzten wieder mehr Anleger auf die als sicher geltenden deutschen Bundesanleihen, so dass der Bund-Future nach den italienischen Parlamentswahlen in etwa zweihundert Basispunkte auf nunmehr 145,50 Zähler gewann. Zum Vortag notierte der Terminkontrakt damit kaum verändert.

Die Prognosen der Finanzprofis

George Soros, Investor

„Ich glaube, die größte Gefahr ist tatsächlich, möglicherweise, ein Währungskrieg.“ (25.01.2013)

Marc Faber, Investor

„Zum ersten Mal seit vier Jahren, seit dem Tief im März 2009, liebe ich den Markt wieder. Denn je höher es geht, desto wahrscheinlicher ist, dass es zu einem schönen Crash kommt, einem gewaltigen Crash.“ (31.1.2013)

Bill Gross, Fondsmanager

„Die EZB ist in diesem Tagen die härteste der Zentralbanken. Aber angesichts einer europäischen Arbeitslosigkeit von 12 bis 13 Prozent - verglichen mit 7,7 Prozent in den USA  - müssen sie etwas tun. Letztendlich müssten sie ihre Währung in Relation zum Dollar und anderen Währungen schwächen, damit sie wettbewerbsfähiger werden.” (08.03.2013)

Felix Zulauf, Vermögensverwalter

„Ich sehe nichts von einer Normalisierung. Die strukturellen Probleme sind nach wie vor da, sie sind nur kaschiert worden und hat sie für eine gewisse Zeit in einem Meer von neugeschöpfter Liquidität ertränkt.“ (21.02.2013)

Jim Rogers, Rohstoffguru und Fondsmanager

„Amerika ist die größte Schuldnernation in der Geschichte der Welt.“ (24.02.2012)

Steen Jakobsen, Chefvolkswirt bei der Saxo Bank

„Ich persönlich hatte sehr negative Erwartungen insbesondere bezüglich der Realwirtschaft und den Aktienmärkten. Bei der Wirtschaft lag ich richtig, bei den Aktienmärkten nicht. Aber sollten Aktienmärkte nicht eigentlich der Realwirtschaft folgen?“ (28.2.2013)

Warren Buffett, Investor

Sicherlich, die nähere Zukunft ist unklar. Amerika blickt dem Unbekannten aber seit 1776 ins Auge. (01.03.2012)

Nouriel Roubini, Ökonom

„Die Risiken werden vom Markt derzeit zu niedrig eingeschätzt. Sie werden im ersten Halbjahr wohl eingedämmt bleiben, aber sie könnten wieder an die Oberfläche kommen.” (04.03.2013)

Stan Druckenmiller, Hedge-Fonds-Manager

„Die Party kann noch für eine Weile so weitergehen. Ich weiß nicht, wann sie enden wird, aber ich schätze, dass sie sehr schlimm enden wird.“ (5.3.2013)

Jim O’Neill, Chairman Goldman Sachs Asset Management

„Ich erwarte keine anhaltende Aufwärtsbewegung von dem derzeitigen Niveau, ohne dass es weitere Hinweise darauf gibt, dass die Wirtschaft in einem irrwitzig starken Tempo wächst.“ (18.03.2013)

Barry Knapp, Barclays

„Der große Treiber ist die Fed. Eine Wachstumskorrektur am Ende des ersten oder zu Beginn des zweiten Quartals ist wahrscheinlich. Unser Problem sind die Auswirkungen der fiskalischen Kontraktion, stagnierendes Wachstum und Investoren, die zu enthusiatisch sind in Bezug auf den Häusermarkt.“

Dan Veru, Investment-Chef Palisade Capital Management

„Ich denke es gibt viele Investoren die darauf warten, in den Markt einzusteigen.“

Mohamed El-Erian, Co-CIO bei Pimco

„Europa hat zwei Stangen Dynamit angezündet. Die erste betrifft die Inhaber kleiner Konten. Müssen auch sie Zwangsabgaben leisten, drohen soziale und politische Unruhen und ein Austritt aus der Eurozone. Die Folgen der anderen Dynamitstange sind weit komplizierter und ungewisser. Es ist eine Frage der Unverletzlichkeit von Bankguthaben in Europa. Und eine Erinnerung, dass Europa zu viele Ziele verfolgt und zu wenig Instrumente hat.“ (18.03.2013 zur Zwangsabgabe für zyprische Sparer)

Händler begründeten die schlechte Stimmung in Mailand mit dem unklaren Wahlergebnis, demzufolge kein politisches Lager eine regierungsfähige Mehrheit bekommen hat. „Es gibt keine klare politische Entscheidung darüber, was als nächstes passiert - und was immer passiert, es wird chaotisch werden“, fasste Rabobank-Zinsstratege Lyn Graham-Taylor zusammen. Börsianer vermuten aber, dass auf die Verkaufswellen auch Käufe folgen werden. Schließlich seien die Renditen verführerisch, und die EZB habe ja einen Rettungsmechanismus in Bereitschaft.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Lilly

04.03.2013, 15:28 Uhr

"Schließlich seien die Renditen verführerisch, und die EZB habe ja einen Rettungsmechanismus in Bereitschaft."

Tja, dazu braucht es vorher einen Antrag an den ESM, der von einer Regierung gestellt werden muss, und dieser ist bekanntlich an Bedingungen geknüpft. Als da wären: Reformen + vorherigen Besuch der Troika.

Das will ich für Italien erst mal sehen!

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