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24.05.2017

11:21 Uhr

Reich mit Risiko

Festgeld für Mutige

VonAndré Schmidt-Carré

Wer vor exotischen Kreditinstituten nicht zurückschreckt und sein Erspartes für mehrere Jahre fest anlegt, bekommt tatsächlich noch Zinsen oberhalb der Wahrnehmungsschwelle. Die höchsten Festgeld-Zinssätze im Überblick.

Hohe Zinsen in kurzer Zeit – das gibt es nur für ein gewisses Risiko. Reuters

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Hohe Zinsen in kurzer Zeit – das gibt es nur für ein gewisses Risiko.

KölnWer etwas Geld übrig hat, ist mittlerweile schon froh, wenn seine Bank fürs Tagesgeld keinen Strafzins verlangt. Für Sparer, die ihr Geld auf absehbare Zeit nicht brauchen, könnte Festgeld eine Alternative sein. Hier zahlen Kreditinstitute tatsächlich noch Zinsen oberhalb der Wahrnehmungsgrenze, zumindest, wenn man bereit ist, Geld bei ausländischen oder deutschen Instituten der zweiten Reihe zu parken. Anders gesagt: „Spürbare Zinsen gibt es derzeit nur für Sparer, die ein gewisses Risiko einzugehen bereit sind“, sagt Max Herbst von der Frankfurter Finanzberatung FMH.

FMH wertet regelmäßig Konditionen unterschiedlicher Kreditinstitute für Geldanlagen aus. Aktuell haben die Finanzberater Festgelder mit Laufzeiten von zwei bis vier Jahren unter die Lupe genommen und die zinsstärksten Angebote zusammengestellt (siehe Tabellen). Die Laufzeiten sind bewusst gewählt: „Unterhalb von zwei Jahren Laufzeit bieten Festgelder kaum mehr Zinsen als Tagesgeld“, sagt Herbst. Längere Laufzeiten empfehlen Experten derzeit wiederum nicht, weil die Zinsen in den kommenden Monaten steigen könnten, zumindest moderat. „Dafür spricht die stark angestiegene Inflation im Euroraum“, sagt Herbst.

Laufzeiten von zwei bis vier Jahren hält der Experte derzeit für einen guten Mittelweg. Unabhängig von der Laufzeit muss Sparern klar sein, dass Festgeld wirklich fest und in der Regel nicht vorzeitig kündbar angelegt ist. Man sollte also immer einen Puffer auf dem Tagesgeldkonto liegen lassen, um bei kurzfristigem Finanzbedarf liquide zu bleiben.

Wo er sein Festgeld schließlich parkt, bleibt der Risikoneigung eines jeden Sparers überlassen. Das Risiko hängt beim Festgeld davon ab, wie wahrscheinlich eine Insolvenz des jeweiligen Kreditinstituts ist – und ob bei einer Pleite jemand einspringt, um die Zahlungsverpflichtungen der Bank zu übernehmen. Die in der FMH-Tabelle genannten Institute unterliegen allesamt einer gesetzlichen Einlagensicherung, die EU-weit bis zu 100 000 Euro vor einer Pleite abschirmt.

Heißt: Ist das Geld des Sparers durch Insolvenz der Bank in Gefahr, zahlt der Staat bis zu eben dieser Höchstgrenze. Grundsätzlich sind bei der aktuellen Auswertung von FMH in dieser Hinsicht zwei Arten von Kreditinstituten zu unterscheiden: Auf der einen Seite stehen Banken mit gesetzlicher Einlagensicherung eines ausländischen Staates nach EU-Recht. Auf der anderen Seite sind da die Banken mit einer erweiterten deutschen Einlagensicherung, die über der gesetzlichen Sicherung liegt und damit auch Festgeldkonten sichert, auf denen mehr als 100 000 Euro liegen.

Kommentare (1)

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Frau Edelgard Kah

24.05.2017, 15:58 Uhr

"Festgeld für Mutige" haben Sie Ihren Artikel überschrieben. Von "Mut" könnte man sprechen, wenn sich das Risiko abschätzen ließe. Seine Ersparnisse obskuren Banken in fernen Ländern für magere Zinsversprechen anzuvertrauen, ist reine Dummheit. Dafür zu werben, traut sich unser verehrter Autor nicht. Aber er zitiert unentwegt einen Max Herbst, der jedoch sicher auch nicht für die Rückzahlung des entliehenen Geldes haftet.

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