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05.05.2012

16:33 Uhr

Reinhold Messner

„Meine Burg war die beste Investition“

VonChristian Schnell

Reinhold Messner hat alle 14 Achttausender bestiegen und zahlreiche Wüsten durchquert, ehe er zum Museumsbetreiber wurde. Im Interview spricht er über Bauernhöfe als Altersvorsorge, seine Facebook-Abneigung und den Yeti.

Reinhold Messner bei einer seiner Lieblingsbeschäftigungen: Wandern dapd

Reinhold Messner bei einer seiner Lieblingsbeschäftigungen: Wandern

BozenHerr Messner, Sie sind 67 Jahre alt und damit im Rentenalter. Bekommt man als Extrembergsteiger, Sand- und Eiswüstendurchquerer eine Rente?

Nein, das war früher ein großes Problem, viele Abenteurer hatten nicht vorgesorgt. Ich habe das mit 40 Jahren erkannt und keine Rentenpapiere, sondern einen Selbstversorger-Bauernhof gekauft. Das war meine erste konkrete Investition in eine Altersvorsorge. Mittlerweile habe ich drei Bauernhöfe. Dort produziere ich alles, was ich zum Leben brauche, vom Holz bis zum Wein. Die bringen zwar momentan nichts, aber dorthin kann ich mich zurückziehen, wenn die Krise schlimmer wird.

Würden Sie heute, da der Gedanke, in Land zu investieren, immer populärer wird, noch einmal das Gleiche tun?

Die beste Investition in meinem Leben war die, von der alle Banker gesagt haben: Absoluter Blödsinn! Das war meine Burg Juval. Ich habe sie mit 39 Jahren gekauft und saniert. Heute ist sie etwa 50-mal den Preis wert, den ich damals gezahlt habe. Auch meine Bauernhöfe sind entschieden mehr wert als den Einstandswert. Aber keiner von ihnen wirft Gewinne ab. Sie sind verpachtet, die Pächter müssen davon leben können. Ich werde auch jedem meiner drei Kinder einen Bauernhof vererben.

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Selbst Banker investieren mittlerweile nach den Erfahrungen der Krise in Bauernhöfe. Sehen Sie sich da als Vordenker?

Ein Vordenker bin ich bei dem Versuch, die Selbstversorger–Landwirtschaft zu retten. Da steckt ein großes Know-how dahinter. Die gesamte Wertschöpfungskette bleibt auf dem Bauernhof. Wir produzieren auf dem Hof, wir veredeln, und wir verkaufen auf den Teller. Ich hatte beispielsweise schon vor Jahren das Angebot, 35 000 Hektar in Patagonien inklusive zweier Seen zu kaufen. Wenn ich jemanden gefunden hätte, der das bewirtschaftet, hätte es eine gute Investition sein können.

Überlegen Sie heute noch, Land zu kaufen?

Ich würde heute nicht mehr in Südtirol Land kaufen, hier kann es niemand mehr bezahlen. Wenn aber jemand Interesse hat, in Ungarn oder Rumänien zu kaufen, und Erfahrung in der Landwirtschaft hat, kann er damit gut zurechtkommen. Mir ist das zu weit weg.

Diese Selbstversorger-Mentalität ist das Gegenteil von Globalisierung, die vor Jahren propagiert wurde.

Ich bin ein Grün-Liberaler. Global denken und lokal handeln lautet die Erkenntnis, um lokal gegenzusteuern. Ich weiß natürlich, dass ich global keine Konkurrenzfähigkeit habe mit meinen Bauernhöfen. Wenn ich aber weiß, wie Landwirtschaft global funktioniert und mein Know-how lokal umsetze, habe ich eine Chance zu überleben. Wozu brauche ich die Globalisierung?

Lässt sich diese Einstellung auf die Finanzwelt übertragen?

In der Finanzwirtschaft gibt es offensichtlich zurzeit niemanden, der versteht, was wirklich passiert. Ich glaube wenigen Finanzberatern.

Kommentare (10)

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Hooker

06.05.2012, 10:33 Uhr

Mein Gott, was ist mir dieser Grünling höchstmöglich unsympathisch. Das was er als "europäisches Modell" verkauft, ist pure Ideologie. Einen ausgeprägteren Egoismus als bei diesen Mann kann man bei niemanden feststellen!

eve

06.05.2012, 11:09 Uhr

Der LEBT halt sein DING. Sie motzen nur herum, wie die Masse der Kleinbürger! Hinter Tippflächen, schimmernden Monitoren, deren Schimmern die Hirnhälften nie erreichen wird! Am Sonntag-Nachmittag schauen Sie dann beim provinziellen Fussball mit Bier in der Hand und Kartoffelchips auf der medialen Vorlage liegend zu und gröhlen sich des Nachts in die Toilette - während er bergsteigt usw. Er tut ja niemandem etwas!!

MIRO

06.05.2012, 16:52 Uhr

Und zu seiner Altersversorgung hat er vergessen zu erwähnen,dass er für die Grünen im EU Parlament sass und dafür eine satte Abgeordnetenpension erhält und damit den Rest seines lebends staatlich sehr gut alimentiert ist.

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