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30.03.2012

08:36 Uhr

Rekord-Dividenden

Geldregen für die Aktionäre

VonUlf Sommer

Die Dax-Konzerne überweisen in den kommenden Wochen üppige Dividenden. Doch die Aktionäre sollten nicht allein auf die Höhe der Ausschüttung schauen. Das Handelsblatt hat ausgewertet, was hinter den Zahlen steckt.

Von den im Dax notierten Konzernen heben 18 ihre Ausschüttungen gegenüber dem Vorjahr an. dapd

Von den im Dax notierten Konzernen heben 18 ihre Ausschüttungen gegenüber dem Vorjahr an.

DüsseldorfRekordgewinne, optimistische Ausblicke und vor allem üppige Dividenden: Es scheint, als stehe die diesjährige Hauptversammlungs-Saison unter einem besonders guten Stern. Das Handelsblatt hat die Zahlen der Unternehmen genauer betrachtet. Ergebnis: Viele verwöhnen ihre Aktionäre mit stetig steigenden und immer neuen Rekord-Dividenden. Andere können nicht an die guten Zeiten im vorangegangenen Boom anknüpfen. Eine dritte Gruppe schließlich entfernt sich mit ihren Dividenden immer weiter von den guten alten Zeiten – und deren Aktienkurse ebenso.

Die Bilanz liest sich nur auf den ersten Blick glänzend: 27,5 Milliarden Euro überweisen die 30 Dax-Konzerne in diesem Jahr ihren Aktionären. Ein Großteil fließt in den kommenden Wochen, denn 27 Unternehmen laden im April und Mai zu ihren Hauptversammlungen – in der jeweils darauf folgenden Nacht fließt das Geld auf die Aktionärskonten. Daimler startet am Mittwoch.

Ausschüttungen: Welche Dax-Konzerne die höchsten Dividenden zahlen

Ausschüttungen

Welche Dax-Konzerne die höchsten Dividenden zahlen

Die Dax-Konzerne zeigen sich spendabel wie selten zuvor. Aber wer sind die Dividendenstars? Bei welchen Unternehmen sich Anleger auf hohe Ausschüttungen freuen können - und wo wenig zu holen ist.

Von den im Dax notierten Konzernen heben 18 ihre Ausschüttungen gegenüber dem Vorjahr an, am meisten die exportstarken Industriefirmen – allen voran die drei Autobauer BMW, Daimler und VW. Sie profitieren ganz besonders vom Absatzboom in den Schwellenländern. Die Aktionäre der teilverstaatlichten Commerzbank gehen als Einzige leer aus.

Angesichts üppiger Nettogewinne von insgesamt rund 70 Milliarden Euro können sich die meisten Firmen ihre Dividenden leisten. Doch Aktionäre honorieren nicht einmalig stattliche, sondern stetig steigende Dividenden. „Indem die Unternehmen in guten Jahren wie jetzt die Dividenden nur maßvoll anheben, verschaffen sie sich Spielraum für schlechtere Zeiten“, sagt Franz-Josef Leven vom Deutschen Aktieninstitut (DAI).

Dividendensummer der 30 Dax-Konzerne

2008

28,1 Milliarden Euro

2009

23 Milliarden Euro

2010

20 Milliarden Euro

2011

26 Milliarden Euro

2012

27,5 Milliarden Euro

Kursentwicklungen belegen, dass sich die Aktien derjenigen Unternehmen überdurchschnittlich schlagen, die ihre Dividenden Jahr für Jahr anheben – und sie möglichst nie kürzen müssen. Der Dialysespezialist Fresenius Medical Care (FMC) beispielsweise erhöht seit 14 Jahren die Dividende um jeweils rund zehn Prozent. Die Ausschüttungsquote ist gemessen am Nettogewinn mit 27 Prozent immer noch niedrig. Doch genau das versetzt FMC in die Lage, Jahr für Jahr die Dividenden zu erhöhen – auch dann, wenn die Gewinne einmal nicht steigen sollten.

Kommentare (18)

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YeOldHinnerk

30.03.2012, 10:06 Uhr

Mutterland der Börse? Da hat aber jemand lausig recherchiert...

NGH

30.03.2012, 10:18 Uhr

Es kann einfach nicht sein ,daß die Aktionäre/Zocker keine
Kapitalertragssteuer etc. zahlen .
Der Sparer wird für seine Geldgeschäfte steuerlich voll zur Kasse genötigt u. die Aktionäre streichen den vollen Gewinn ein.

Wo ist hier das Gleichheitsprinzip nach dem Gesetz .

Die Regierung bestraft die Sparer u. belohnt die Zocker .

Soll hier wieder eine Lobby bevorteilt werden !

Sie sind verantwortlich für das Katastrophenszenario
mit ihrer verantwortungslosen ,raffgierigen Mentalität .
Unternehmen werden über die Zocker manipuliert .

Merkel u. Schäuble kassieren rücksichtslos von den Sparern
Kapitalertragssteuern ,Kirchensteuer ,Soli ,aber die
Herrschaften der Aktionäre werden in keiner Weise steuerlich belastet .

Hier muß endlich ein Gesetz her um die Gewinne der Aktionäre /Zocker steuerlich zu belasten .

Vertrag

30.03.2012, 10:21 Uhr

Insgesamt ein gelungener Artikel.

Allerdings wäre die ein Auseinandersetzen mit der Frage, ob eine Dividendenausschüttung überhaupt und in welchem Maße sinnvoll ist wünschenswert gewesen. So geht man in der Regel davon aus, dass der Aktienkurs im proportionalem Verhältnis zum ausgeschütteten Betrag sinkt, der Aktionär also nicht mehr und nicht weniger Vermögen besitzt, sondern sich lediglich an mehr Liquidität auf seinem Konto erfreuen kann. Ebenso deutet auf eine sehr hohe Ausschüttungsquote von über 70% darauf hin, dass das Unternehmen kaum noch eigene Investitions- ergo Wachtumsmöglichkeiten besitzt..

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