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19.08.2011

00:00 Uhr

Rob Kapito

"Es gibt großartige Unternehmen am Markt"

VonRolf Benders

Robert Kapito ist Mitgründer und operativer Chef des weltgrößten Vermögensverwalters Blackrock. Mit dem Handelsblatt sprach der Finanzmanager über seine Empfehlungen für Anleger.

Robert Kapito: "Deutschland sollte die Schulden der Problemstaaten absichern." Quelle: Firmenfoto

Robert Kapito: "Deutschland sollte die Schulden der Problemstaaten absichern."

Handelsblatt: Herr Kapito, was rät Blackrock im Moment seinen Kunden?

Ein großer Teil der entwickelten Welt ist hochverschuldet und leidet unter schwachem Wachstum und politischen Fehlern. Dies alles hat die Schwankungsbreite der Märkte drastisch erhöht. Wir haben in der jüngsten Zeit mit über 20.000 Kunden gesprochen. Und unsere Botschaft ist klar: Es ist jetzt die Zeit in Qualität zu gehen, ruhig zu bleiben und Chancen in den Märkten ausfindig zu machen.

Was würden Sie jetzt kaufen?

Es gibt großartige Unternehmen am Markt mit gesunden Bilanzen und hohen Dividenden, die zudem auch noch niedrig bewertet sind. Beispiele wären Intel, Merck oder Verizon. Man kann im Grunde sogar darauf setzen, dass diese Firmen in der Lage sind, ihre Dividenden noch zu erhöhen. 60 Prozent eines Portfolios sollte aus weltweit gestreuten Aktien bestehen, 20 Prozent aus Unternehmensanleihen mit guter Bonität und der Rest aus verschiedenen Rohstoffen.

Kaufen Sie immer noch US-Staatsanleihen zu, jetzt da die USA herabgestuft wurden?

In der Herabstufung der Bonität der USA durch S&P spiegelten sich Fakten wider, die die Märkte schon seit einer ganzen Weile kannten. Die Entscheidung bedeutet nicht, dass sich das Risiko fundamental vergrößert hätte. Wir denken, dass Anleger ihr Verhalten nicht allein wegen der Herabstufung verändern sollten. Unsere Vorbereitungen haben uns in die Lage versetzt, auf das Ereignis nicht mit Zwangsverkäufen von Wertpapieren reagieren zu müssen. Allerdings: In Kombination mit der anhaltenden Wirtschaftsschwäche und der Ungewissheit über die weitere Regulierung könnte das bei manchen Anlegern als Signal verstanden werden, ihren Risikoappetit zu überdenken.

Wie ist die Haltung Ihrer Kunden dazu?

Die eine Botschaft, die wir am lautesten von unseren Kunden hören, ist: Wir brauchen Führung aus Washington. Die Regierung benötigt bessere Pläne, um Arbeitsplätze zu schaffen. Die Firmen in den USA sind in einem großartigen Zustand. Ihre Bilanzen sind stark und sauber, die haben großartige Produkte. Die Mitarbeiter und die Konsumenten stehen bereit. Washington muss sich mit Corporate America zusammentun, um die Wirtschaft nach vorne zu bringen.

Was sollte aus Ihrer Sicht in Europa passieren?

Wir sind darauf angewiesen, dass die Politiker zusammenarbeiten. Deutschland sollte nach vorne treten und erklären, dass es die Schulden jener in Probleme geratenen Staaten absichert, die die nötigen Sparmaßnahmen ergreifen. Und dann sollten wir die ganze Sache hinter uns lassen und die Weltwirtschaft wieder zum Wachsen bringen.

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