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24.04.2013

18:22 Uhr

100-Dollar-Schein

Neuer Anstrich für den Hunderter

VonNils Rüdel

Amerika bekommt einen neuen 100-Dollar-Schein. Moderner ist er, bunter – und laut Fed fälschungssicher. Ein Problem aber dürfte fortbestehen: Wer in den USA damit bezahlen will, erntet meist nur Kopfschütteln.

Der neue 100-Dollar-Schein. Fed

Der neue 100-Dollar-Schein.

New YorkEin wenig bunter ist er, moderner, und doch ist er irgendwie vertraut: Amerika und die Welt bekommen demnächst einen neuen 100-Dollar-Schein. Wie die US-Notenbank Fed am Mittwoch mitteilte, soll die Banknote ab dem 8. Oktober dieses Jahres in Umlauf gebracht werden.

Der neue Hunderter – die wertvollste Note im Dollar-Raum – zeigt auch im neuen Design Benjamin Franklin, den gutmütig dreinblickenden Druckermeister aus dem 18. Jahrhundert, der zu den Gründervätern der Vereinigten Staaten zählt. Deshalb wird die Note auch „Benjamin“ genannt.

Vorgestellt hatte ihn die Fed bereits im Jahr 2010, doch seine Einführung musste wegen „unerwarteter Verzögerungen in der Produktion“ um mehr als zwei Jahre verschoben werden. Die Druckmaschinen bei der zuständigen Behörde Bureau of Engraving and Printing hätten immer wieder das Papier zerknittert.

Die neue Banknote kommt nun mit zusätzlichen Sicherheitsmerkmalen daher, etwa mit einem blauen 3D-Band, einer großen „100“ und kleineren Zahlen, die ihre Position ändern, wenn man den Schein hin- und herkippt. Diese Elemente würden es für die Öffentlichkeit leichter machen, ihn als echt zu identifizieren, so die Fed, und gleichzeitig Fälschern die Arbeit erschweren.

Immerhin ist der Hunderter der am meisten gefälschte Schein außerhalb Amerikas. US-Behörden machen laut der Nachrichtenagentur Reuters vor allem Nordkorea dafür verantwortlich, in Massen qualitativ hochwertige 100-Dollar-Scheine zu produzieren. Selbst Währungsexperten können sie kaum von echten unterscheiden.

Um die Öffentlichkeit „auf der ganzen Welt“ schon einmal mit dem neuen Schein vertraut zu machen, hat die Notenbank nun eigens ein Kampagne gestartet. In Broschüren, Postern und Videos zeigt das zuständige US Currency Education Program, wie der Hunderter künftig aussehen wird und wie die Sicherheitsmerkmale funktionieren.

Eines wird aber wird wohl auch der neue Schein nicht beheben können: Wer in den USA versucht, mit einem Hunderter am Kiosk, im Kino oder im Restaurant zu bezahlen, bekommt meist nur ein Kopfschütteln zurück. Aus Angst vor Falschgeld nimmt kaum jemand eine höhere Note an als den Zwanziger. Da bleibt dann nur Umtauschen bei der Bank – oder die Kreditkarte.

Auch in Europa wird über die Abschaffung der höchsten Note nachgedacht: Der Vizepräsident der Europäischen Zentralbank, Vítor Constâncio, sagte am Mittwoch im Europäischen Parlament in Brüssel, es sei es „wert“, darüber zu diskutieren, ob man die „wenig gebrauchte“ Note aus dem Verkehr ziehe. Im Zahlungsverkehr werde sie augenscheinlich nicht gebraucht. Nach Ansicht von Kritikern wird der 500-Euro-Schein vor allem für illegale Zwecke genutzt und unter anderem von Drogenhändlern im großen Stil eingesetzt, um elektronischen Zahlungsverkehr zu vermeiden. Die Note hatte bei der Einführung des Euro 2002 den 1000-Mark-Geldschein ersetzt.

mit Material von AP

Kommentare (14)

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NixWert

24.04.2013, 19:04 Uhr

Na da bin ich mal gespannt, ob der im Oktober in der Form noch gebraucht wird.
Die Zeichen stehen auf Sturm
Mal ganz davon abgesehen, dass das FED Katell der Privatbankster die Bevölkerung Amerikas geplanterweise in den Abgrund zieht.
Genau so wie hier bei uns die Zentralbankster das Volk.
Mal ganz davon abgesehen, dass weder Dollar noch Euro einen WERT haben. Der Wert ist nur in den Köpfen der schlafenden und ahnungslosen Bevölkerung.
Doch die werden es bald schmerzlich erfahren, wie ihr erspartes Geld den Bach runtergeht. Und all ihre Renten, Versicherungen etc......

Account gelöscht!

24.04.2013, 19:32 Uhr

"mmerhin ist der Hunderter der am meisten gefälschte Schein außerhalb Amerikas. US-Behörden machen laut der Nachrichtenagentur Reuters vor allem Nordkorea dafür verantwortlich, in Massen qualitativ hochwertige 100-Dollar-Scheine zu produzieren."

Kim mag in mancher Beziehung irre sein, aber bei den 100 Dollar-Scheinen macht er ja nichts anderes als die FED die ungedecktes Falschgeld emittiert. Also kein Grund sich aufzuregen. Er kurbelt doch nur die Konjunktur an und das wollen doch unsere nobelpresiverdächtigen Ökonomengenies so. Mal sehen, ob ich auch bald "was fürs Wachstum" tue.

Zahlmeister

24.04.2013, 19:37 Uhr

Die USA ist uns was das bargeldlose Zahlen betrifft um mindestens 50 Jahre voraus. Mir wäre es lieb, wenn hierzulande mehr AMEX-Karten akzeptiert werden und nicht die typisch deutsche kleinbäuerliche: "Ne, Kreditkarten nehmen wir erst ab 20 Euro".

Die Deutschen sind diesbezüglich hinterm Mond!
PS: Ich bin ein deutscher.

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