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03.01.2017

17:00 Uhr

14-Jahres-Tief für Euro

Kein Einstand nach Maß

Mit dem Börsenauftakt in New York, London und Singapur kommt der Devisenmarkt ins Rollen – und der Euro ins Rudern. Der Dollar lässt die Muskeln spielen. Starke US-Konjunkturdaten drücken den Euro auf ein 14-Jahres-Tief.

Die US-Konjunktur brummt und macht dem Euro gehörig Druck. Reuters

Euro und Greenback

Die US-Konjunktur brummt und macht dem Euro gehörig Druck.

Frankfurt/MainEin starker Dollar hat dem Euro den Jahreseinstand gründlich vergeigt. Händler sprachen am Dienstag vom ersten tatsächlichen Handelstag des neuen Jahres, da am Montag die Märkte in den USA wegen eines Feiertags zum Jahreswechsel nicht geöffnet hatten. Auch die anderen große Finanzzentren öffneten heute erstmals ihre Pforten. „Mit der Rückkehr der Händler in London, New York, Singapur und Hongkong beginnt das Jahr 2017 für den Devisenmarkt erst heute richtig - denn schließlich entfällt auf diese Finanzzentren 77 Prozent des Devisenhandels“, schrieb die Commerzbank ahnungsvoll in ihrem Morgenkommentar. Sie sollten Recht behalten. Auf dem niemals schlafenden Devisenmarkt geriet der Euro unter Druck.

Die Gemeinschaftswährung rutsche auf den tiefsten Stand seit 2003. Robuste Konjunkturdaten aus den USA gaben dem Dollar Auftrieb und schwächten im Gegenzug den Euro. Der Kurs der Gemeinschaftswährung fiel am Nachmittag zwischenzeitlich bis auf 1,0341 US-Dollar und erholte sich danach nur geringfügig. Die Europäische Zentralbank, die EZB setzte den Referenzkurs auf 1,0385 Dollar fest, nach 1,0465 Dollar am Montag. Der Dollar kostete damit 0,9629 Euro. Mit dem Tiefstand übertraf der Euro die schwache Notierung aus den Vorweihnachtstagen und kostete so wenig wie das letzte Mal fast auf den Tag genau vor vierzehn Jahren, im Januar 2003.

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Weniger als einen Dollar war der Euro bei seiner Einführung als Bargeld Anfang 2002 wert. Soweit ist es noch nicht wieder, obwohl die Gemeinschaftswährung schwächelt. Dabei glauben viele Experten an ein Euro-Comeback.

Der Euro befindet sich seit längerem im Abwärtstrend, denn die Zinsschere öffnet sich. Während jenseits des Atlantiks die US-Notenbank Fed die Zügel straffer zieht und die Leitzinsen nach langem Zögern im Dezember erhöht hatte, bleiben die Geldschleusen in Europa weit geöffnet. Um Inflation und Konjunktur anzuheizen entschied die Europäische Zentralbank, die EZB, jüngst eine Verlängerung ihres billionenschweren Anleihekaufprogramms. EZB-Chef Mario Draghi kündigte an, bis mindestens Dezember 2016 Anleihe von Unionsstaaten und Unternehmen aufzukaufen, um so deren Renditen zu drücken und die Kreditvergabe der Banken zu forcieren. Mit diesen zusätzlichen 540 Milliarden Euro kommt das Programm auf ein Gesamtvolumen von 2,2 Billionen Euro.

Spätestens mit dem Wahlsieg Donald Trumps vom Anfang November befindet sich der Euro auf Talfahrt, setzen die Börsianer ihre Hoffnungen doch auf eine wirtschaftsfreundliche Politik des zukünftigen US-Präsidenten, was wiederum die Aufwertung des Dollars treibt und somit den Verfall des Euros. Seitdem hat er sechs Prozent verloren.

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