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04.03.2016

12:34 Uhr

20 Prozent plus seit Dezember

Goldpreis setzt seine Rally fort

Oft legt der Goldpreis dann zu, wenn Aktien schwächeln. Doch in den vergangenen Wochen kennen Unternehmensanteile und das Edelmetall an der Börse nur eine Richtung: nach oben. Ein echter Bullenmarkt.

Seit Dezember legt der Wert des Edelmetalls kontinuierlich zu. AFP; Files; Francois Guillot

Goldbarren

Seit Dezember legt der Wert des Edelmetalls kontinuierlich zu.

LondonErstmals seit 2013 hat der Goldpreis wieder den Status eines „Bullenmarkts“ erreicht. So wird im allgemeinen ein Kursgewinn von mehr als 20 Prozent genannt. Das gelang dem gelben Edelmetall trotz einer Erholung an den weltweiten Aktienmärkten.

Am Freitag klettert der Wert einer Unze Gold um 0,7 Prozent auf 1272,95 Dollar – ein Plus von mehr als 200 Dollar seit dem zwischenzeitlichen Tiefstand im Dezember vergangenen Jahres. So viel war Gold zuletzt vor mehr als einem Jahr wert.

„Dass Gold und Aktienkurse gemeinsam anziehen, ist insbesondere für Gold ein Positivfaktor“, sagt Chefökonom und Rohstoffhändler Jordan Eliseo vom Handelsunternehmen Australian Bullion in Sydney. Er erklärt den Zusammenhang so: „Die Rally bei Aktien geht im Wesentlichen auf die Erwartung noch extremerer geldpolitischer Lockerungen durch die Zentralbanken zurück. Da überrascht es nicht, dass auch Gold in einem solchen Umfeld zunehmend gefragt ist.“

Die globalen staatlichen Goldreserven

Hintergrund

Die Daten des Internationalen Währungsfonds zeigen die Goldreserven ausgewählter Staaten (in Tonnen) zum Jahresende 2016. Die Statistik legt außerdem offen, wie groß der Anteil des Goldes an den gesamten staatlichen Währungsreserven ist. Viele Länder bunkern neben Gold große Devisenbestände, etwa in US-Dollar oder in Euro.

USA

Bestand: 8133,5 Tonnen

Gold-Anteil an staatlichen Reserven: 73,8 Prozent

Quelle: World Gold Council

Deutschland

Bestand: 3779,9 Tonnen

Gold-Anteil an staatlichen Reserven: 67,6 Prozent

Frankreich

Bestand: 2435,8 Tonnen

Gold-Anteil an staatlichen Reserven: 61,5 Prozent

China

Bestand: 1842,6 Tonnen

Gold-Anteil an staatlichen Reserven: 2,2 Prozent

Schweiz

Bestand: 1040,0 Tonnen

Gold-Anteil an staatlichen Reserven: 5,6 Prozent

Russland

Bestand: 1615,2 Tonnen

Gold-Anteil an staatlichen Reserven: 15,2 Prozent

Indien

Bestand: 557,8 Tonnen

Gold-Anteil an staatlichen Reserven: 5,7 Prozent

Großbritannien

Bestand: 310,3 Tonnen

Gold-Anteil an staatlichen Reserven: 8,5 Prozent

Ein Grund: Immer mehr Zentralbanken haben den Zins auf nahe Null gesenkt oder sogar ins Negative gedrückt. Dadurch werfen kurzfristige Geldanlagen kaum Zinsen ab oder kosten sogar Strafzinsen. Das macht Gold attraktiv, das zwar ebenfalls keine Zinsen bringt, aber zumindest Chancen auf Kursgewinne birgt.

Am Donnerstag kommender Woche wird der Rat der Europäischen Zentralbank tagen und es wird im Markt eine weitere Senkung des Einlagezins für Banken erwartet (derzeit: minus 0,3 Prozent).

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