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16.08.2012

15:06 Uhr

95 Euro pro Barrel

Ölpreis auf Rekordhoch

Europa steht vor einer neuen Herausforderung: Wegen des schwachen Euros ist der Preis für Brentöl auf Rekordniveau gestiegen. Experten erwarten noch weitere Preissteigerungen. Das belastet Wirtschaft und Verbraucher.

Öl wird für Europa teuer. dpa

Öl wird für Europa teuer.

London/FrankfurtDie krisengeplagte Eurozone steht vor einer weiteren Herausforderung: Der Preis für Rohöl der Nordsee-Sorte Brent bewegt sich in Euro gerechnet auf Rekordniveau. Am Donnerstag kostete ein Barrel (159 Liter) fast 95 Euro und damit mehr als während der Höhenflüge zu Jahresbeginn und Mitte 2008. Im aktuellen konjunkturellen Abschwung - die Euro-Wirtschaft ist bereits im zweiten Quartal um 0,2 Prozent geschrumpft - kommt diese Entwicklung äußerst ungelegen.

Den wichtigsten Grund für das teure Öl sehen Experten in der Euro-Schwäche. Gegenüber dem US-Dollar, in der weltweit mit Abstand die meisten Ölgeschäfte abgewickelt werden, hat die europäische Gemeinschaftswährung seit Jahresbeginn um 15 Prozent an Wert eingebüßt. Und Analysten erwarten, dass der Euro vorerst unter Druck bleibt. Denn die Skepsis der Investoren scheint größer denn je.

Zudem müssen am 12. September mit Fiskalpakt und dauerhaftem Rettungsfonds ESM zwei tragende Säulen der künftigen Grundordnung im Euroraum das deutsche Verfassungsgericht in Karlsruhe passieren. Bis dahin bleibt die Ungewissheit bei Anlegern hoch. Athanasios Vamvakidis, Währungsexperte der Bank of America, rechnet damit, dass der Eurokurs bis zum Jahresende bis auf 1,15 Dollar fällt.

Exporteuren im Euroraum kommt der schwächere Eurokurs zwar entgegen, da die Produkte dadurch günstiger im Ausland angeboten werden können. Solange sich die globalen Wirtschaftsaussichten jedoch weiter eintrüben, dürfte das ein schwacher Trost sein.

Vor allem Verbraucher zahlen einen hohen Preis. Wenn der Ölpreis steigt und der Eurokurs sinkt, klettern auch die Preise für Ölprodukte wie Benzin und Heizöl in die Höhe. Die Heizölpreise sind am Donnerstag bereits auf den höchsten Stand seit vier Jahren geklettert. Der bundesweite Durchschnittspreis stieg nach Einschätzung einschlägiger Internet-Portale auf mehr als 95 Euro für 100 Liter (bei Abnahme von 3000 Litern).

Als weitere Ursachen für die jüngsten Anstiege der Rohölpreise gelten das Ölembargo gegen den Iran und abnehmende Lagerbestände in den USA. Zuletzt sorgten weltweite geopolitische Risiken wieder stärker für Preisauftrieb. Spekulanten nutzen unter anderem die Furcht vor einem israelischen Militärschlag gegen den Iran für Wetten auf steigende Ölpreise.

Als weiterer Krisenherd in der Region ist laut Eugen Weinberg, Rohstoff-Experte der Commerzbank, Ägypten hinzugekommen. Der neugewählte Präsident hatte zuletzt die Armeeführung entmachtet und den Verteidigungsminister des bevölkerungsreichsten arabischen Landes ausgewechselt. Ägypten ist wegen des Suezkanals ein wichtiges Öltransitland. Dies erklärt laut Weinberg den im Vergleich zu Rohöl der US-Referenzsorte WTI um rund 20 Dollar höheren Brent-Preis.

Von

dpa

Kommentare (2)

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Smokie2012

16.08.2012, 16:48 Uhr

Warum heizt ihr nicht einfach mit Strom? Die Sonne schickt keine Rechnung! :D

Account gelöscht!

17.08.2012, 15:35 Uhr

In einem Jahr würden wir uns über 95 Dollar freuen. Die Zyonistischen Wahnsinnigen Netanjahu und Barak sind kurz davor einen Flächenbrand zu entzünden, der die Spritpreise explodieren lässt.

Israel will die "Gunst der Stunde" nutzen, um die USA in einen Krieg zu zwingen. Diese "Gunst" glaubt das Kriegsduo vor der Präsidentenwahl in den USA ausgemacht zu haben.

US-Präsident Barack Obama kann es sich politisch nicht leisten, abseits zu stehen, zumal sein Konkurrent Mitt Romney schon erklärt hat, er werde im Falle seiner Wahl sofort den Iran angreifen.

Obama würde dann, wollte er seine Wiederwahl nicht riskieren, nichts anderes übrig bleiben, als der Kriegseintritt der USA.

Ein Höllenszenario, zumal Israel sich in dem Irrglauben wiegt, dass mögliche weitergehende politischen Konsequenzen ignoriert werden können.

Mehr noch: dass nach dem Angriff auf den Iran die Vertreibung der Palästinenser aus Ost- Jerusalem und die Landwegnahme in der Westbank mit noch grösserem Schwung weiterbetrieben werden könne, ihr sozusagen nichts mehr im Wege stehe.

Der Minister für Heimatschutz ist überzeugt, sie könnten den Krieg innerhalb 30 Tage beenden, mit max. 500 toten Israelis, wers glaubt...

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