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12.01.2009

12:28 Uhr

Abwertungen

Russland lässt Rubel immer tiefer fallen

Die Schritte sind klein, aber sie kommen in immer kürzeren Abständen: Um sich gegen die Wirtschaftsflaute zu stemmen und den Kapitalabzug ausländischer Investoren zu bremsen, hat die russische Zentralbank den Rubel im Vergleich zu Euro und Dollar erneut abgewertet. Es war die 14. Kurskorrektur binnen zwei Monaten.

HB MOSKAU. Russland stemmt sich mit einer Serie von Rubel-Abwertungen gegen die Wirtschaftsflaute. Angesichts niedriger Ölpreise und einer bevorstehenden Rezession stufte die Zentralbank die Landeswährung am Montag zum 14. Mal innerhalb von zwei Monaten nach unten.

Laut Analysten sorgt der Gasstreit mit der Ukraine für zusätzlichen Druck auf den Rubel, der gegenüber dem Dollar auf den tiefsten Stand seit über fünf Jahren gefallen ist. "Jeder fordert nun eine Diversifizierung der Nachfrage, um weniger abhängig von russischem Gas zu sein", sagte Commerzbank-Analyst Ulrich Leuchtmann. Das mache ausländische Investoren skeptisch, weiteres Kapital fließe ab. 2008 gab der Rubel gegenüber dem Euro-Dollar-Korb 17 Prozent nach, seit Jahresbeginn weitere drei Prozent.

Die russische Zentralbank will mit ihren Maßnahmen verhindern, dass die Bevölkerung aus Angst um ihre Ersparnisse panikartig Geld abhebt. Viele Sparer haben ihre Anlagen bereits abgezogen, die Devisenreserven schmelzen. Analysten gehen davon aus, dass die Serie der Abwertungen wegen der Flaute weitergehen wird. Die Wirtschaft leidet schwer unter dem Verfall des Ölpreises. Öl ist der Exportschlager Nummer Eins. Das Institut für Globalisierung rechnet damit, dass sich die Zahl der Arbeitslosen 2009 auf zehn Mio. verdoppelt.

REUTERS

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