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16.10.2012

14:21 Uhr

Agrarrohstoffe

Spekulanten grasen weiter die Felder ab

Die Investoren haben ihr Geschäft mit Grundnahrungsmitteln vom Feld zwar etwas zurückgefahren. Dennoch: Weiterhin drücken sie die Preise künstlich nach oben - womöglich auch getrieben vom Geld der Notenbanken.

Lebensmittel werden teurer

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FrankfurtDie gute Nachricht ist: An den Märkten für Agrarrohstoffe haben die Spekulanten einen Gang zurückgeschaltet. Die Schlechte: Die spekulativen Geschäfte mit Grundnahrungsmitteln laufen nach Einschätzung von Experten weiter auf hohem Niveau. Zwischen Entwicklungshilfeorganisationen und Finanzindustrie ist allerdings umstritten, wie stark Spekulanten für den Anstieg der Preise von Nahrungsmitteln verantwortlich sind.

Schon seit Jahren steigt die weltweite Nachfrage nach Getreide wegen der wachsenden Weltbevölkerung stärker als das Angebot. Die Produktion von Grundnahrungsmitteln wie Weizen, Mais oder Soja muss Jahr für Jahr erhöht werden, um mit der immer größer werdenden Nachfrage Schritt zu halten. Immerhin hat sich die Lage an den Börsen für Agrarrohstoffe nach den Rekordpreisen im Sommer zuletzt etwas entspannt.

„Die Spekulation auf Weizen ist von den Spitzenwerten zurückgefallen“, beschreiben Experten der niederländischen Rabobank die Lage. Als derzeit größten Preistreiber bei wichtigen Agrarrohstoffen sehen sie die jüngsten Ernteprognosen in wichtigen Anbaugebieten. Zuletzt habe die US-Regierung ihre Produktionserwartungen gesenkt. Dennoch gilt: „Die Spekulation bei den Agrarrohstoffen hat nach wie vor ein hohes Niveau“, kommentierte Rohstoffexperte Carsten Fritsch von der Commerzbank das aktuelle Preisniveau.

Und auch wenn die Preise für wichtige Agrarrohstoffe etwas rückläufig sind, kann von einer Entspannung keine Rede sein. Beispiel Weizen: Zu Beginn des Jahres war ein Scheffel Weizen (etwa 27,2 Kilogramm) noch für etwa 7,00 US-Dollar zu haben. In den Wochen von Ende Juni bis Mitte Juli sprang der Weizenpreis plötzlich auf ein Rekordhoch bei 9,50 Dollar. Auch wenn dies maßgeblich an einer Jahrhundertdürre in den USA lag: Spekulanten halten die Preise seit Monaten hoch. Zuletzt kostete der Scheffel Weizen rund 8,50 Dollar.

Spekulation mit Agrarrohstoffen ist ein Thema, dass in Deutschland heiß diskutiert wird und in den Führungsetagen großer deutscher Banken zu einem Umdenken führte. Angesichts der medialen Aufmerksamkeit haben sich führende Geldhäuser und Fondsanbieter aus dem Geschäft zurückgezogen. Eine Fonds-Tochter der Landesbank Berlin (LBB) stellte etwa das Geschäft mit Agrarrohstoffen ein. Zuvor hatten bereits die Commerzbank, die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) und die Fondsgesellschaft der Sparkassengruppe, Dekabank, ihren Rückzug bekannt gegeben.

Kommentare (3)

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Account gelöscht!

16.10.2012, 16:02 Uhr

Protest gegen Nahrungsmittel-Spekulationen
Spekulanten profitieren vom Handel mit Nahrungsmitteln, während die Zahl der Hungernden weltweit steigt! Die Initiative handle-fair.de protestiert dagegen!

Account gelöscht!

18.10.2012, 19:17 Uhr

jaja wieder mal die bösen Spekulanten ... ich kann es schon nicht mehr hören, wenn sofort klar ist wer für was verantwortlich ist. Leider gibt es nicht nur schwarz und weiß sondern tausende Schattierungen dazwischen ...

Gekko

19.10.2012, 13:08 Uhr

Der Artikel ist oberflächlich und bedient die Allgeimeinplätze. Jeder der sich mit Thematik beschäftigt muss wissen, dass die Klassifizierung Insti/Hedger/Sonstige unzuverlässig ist. Sie wird zwar in den USA seit 2008 von der Börsenaufsicht kontrolliert, dennoch ist das ganze noch nicht ausgereift.
Das erste Problem ist, dass die Klassifizierung nicht von der Börse vorgenommen wird. So kann jeder als alles verschlüsselt werden. Das nächste ist, dass eine Bank welche tausende von Geschäften pro Tag abwickelt, für verschiedene Kunden handelt. So tritt sie mal als Insti und mal als Hedger auf, das Risiko falscher Klassifizierungen ist hoch. Die Daten somit wissenschaftlich nicht relevant.

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