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13.01.2012

10:14 Uhr

Aktien, Fonds, Zertifikate

Wie Anleger vom schwachen Euro profitieren

Die Zukunft des Euros bleibt unsicher. Anleger können mit den richtigen Aktien, Fonds oder Zertifikaten von den Verwerfungen auf den Devisenmärkten profitieren. Die besten Strategien im Überblick.

Wall Street: Der Gang an fremde Börsen kann für Anleger lukrativ sein. AFP

Wall Street: Der Gang an fremde Börsen kann für Anleger lukrativ sein.

Viele Vermögende misstrauen dem Euro. Für Anleger kann es sich lohnen, zumindest einen Teil des Depots auf eine fremde Währung auszurichten. Es gibt zahlreiche Produkte, mit denen Investoren sowohl von Kursschwankungen wie auch von steigenden Kursen bei Wertpapieren profitieren können. Handelsblatt Online zeigt eine Übersicht über die wichtigsten Anlagemöglichkeiten.

Mit Aktien und Anleihen in einer fremden Währung lässt sich indirekt von steigenden Wechselkursen profitieren. Bei beiden Varianten können Kursgewinne die Einnahmen aus dem besseren Wechselkursverhältnis zusätzlich steigern – aber eben auch schmälern.

Wer bei Aktien auf Einzeltitel setzt, sollte grundsätzlich nur Titel wählen, die er selbst kennt und dessen Unternehmensentwicklung sich gut beobachten lässt, raten Anlageexperten. Große US-Werte wie Coco-Cola oder die Schweizer Nestlé sind stabile Werte, mit denen auch unerfahrene Kleinanleger wenig falsch machen können.

Nachteil bei Auslandsaktien: Wer die Aktien an den Heimatbörsen kauft, muss grundsätzlich mit höheren Gebühren rechnen.

Trotzdem bieten sich Vorteile: Wenn die fremde Währung aufwertet, steigt auch der Wert der Dividendenzahlungen. Genauso steigt der Verkaufswert in Euro allein durch den Wechselkurseffekt – sogar wenn sich der Aktienkurs selbst gar nicht bewegt hat. Optimal läuft es, wenn der Kurs der Aktie steigt und die fremde Währung noch aufwertet.

Währungskonten: Die ertragreiche Flucht aus dem Euro

Währungskonten

Die ertragreiche Flucht aus dem Euro

Spekulationen mit Devisen sind begehrt wie niemals zuvor - trotz des hohen Risikos. Ein Vergleich zeigt, welche Währungskonten, Aktien, Fonds oder Zertifikate für Privatanleger taugen.

Um diesen Doppeleffekt zu erreichen, sollte das Unternehmen allerdings nicht zu stark von Exporten abhängig sein. Denn wertet die Währung des Heimatlandes auf, macht das das Geschäft schwieriger und der Aktienkurs könnte fallen.

Große Kursschwankungen sind bei Anleihen seltener. Dazu bieten diese Papiere deutlich höhere Renditen als beispielsweise deutsche Bundesanleihen. Grund dafür sind Fundamentaldaten wie das Zinsniveau, die Bonität des fremden Staates oder Unternehmens beziehungsweise Kaufkraftunterschiede der entsprechenden Währung.

Die australische zehnjährige Staatsanleihe rentiert derzeit beispielsweise bei 3,7 Prozent, gut zwei Prozent über den vergleichbaren Papieren aus Deutschland, und das, obwohl beide Länder über die Spitzen-Bonitätsnote AAA verfügen. Ungarische Papiere werfen sogar eine Rendite von 13 Prozent ab, was auf die dortige Schuldenmisere zurückzuführen ist. Hier sehen Investoren die wachsende Gefahr, dass der Schuldner ausfällt.

Wie Anleger in den Devisenmarkt investieren können

Zertifikate

Über Zertifikate können Kleinanleger auf die Entwicklung ganz verschiedener Währungspaare wetten. Besonders beliebt ist das Verhältnis Euro zu Dollar. Je nach Art des Zertifikats steigt das Risiko. Während es bei Zinszertifikaten vergleichsweise begrenzt ist, spielen die Anleger mit verschiedenen Hebelprodukten wie den sogenannten Knock-Outs alles oder nichts. Sollte der Basiswert, also der Devisenkurs, während der Laufzeit die festgelegte Knock-Out-Schwelle durchbrechen, ist die Wette verloren. Geht der Plan auf, winkt wegen der Hebelwirkung des Zertifikats der große Gewinn.

Optionen

Optionen ermöglichen mit geringem Einsatz hohe Gewinne - bei gleichzeitig hohem Risiko. Wer eine Option kauft, geht ein Termingeschäft ein. Der Käufer erwirbt das Recht, eine Währung zu einem festen Kurs und innerhalb einer festgelegten Frist einzutauschen. Der Reiz daran ist, dass er für die Option nur einen Bruchteil des eigentlichen Wertes bezahlen muss, gewissermaßen als Pfand. Durch den kleinen Einsatz ist eine extreme Hebelwirkung möglich. Optionsgeschäfte sind im Devisenhandel weit verbreitet. Im Internet bieten Broker diese Wetten auch für Privatanleger an. Die Angebote unterscheiden sich deutlich bei Gebühren, dem maximal möglichen Hebel oder der Differenz zwischen An- und Verkaufskursen. Unerfahrene Anleger sollten lieber die Finger davon lassen.

Direkthandel

Den direkten Zugang zur großen, weiten Welt der Währungen bieten Online-Plattformen wie Alpari oder Forex Capital Markets (FXCM). Nach vorsichtigen Schätzungen liegt die Zahl der Nutzer in Deutschland zwischen 50.000 und 70.000. Der Handel funktioniert in erster Linie über Hebelprodukte, mit denen man schon auf winzige Änderungen bei der vierten oder fünften Nachkommastelle wetten kann. Die Zugangsschwelle für Privatanleger ist niedrig, weil die Transaktionskosten sehr gering sind. Wer 10.000 Dollar kauft, zahlt bei manchen Brokern gerade mal zwei Dollar Gebühr.

Währungskonten

Einige Banken bieten ihren Kunden sogenannte Währungsanlagekonten an. Das Prinzip ist einfach. Der Anleger verschiebt eine Summe X auf sein Währungskonto - ähnlich wie bei einem Tagesgeldkonto, nur in einer anderen Währung. Wechselt er sein Geld etwa in Franken, bleibt es geschützt, falls der Euro gegenüber der Schweizer Währung fallen sollte. Neben der möglichen Aussicht auf Wechselkursgewinne lockt bei manchen Angeboten zusätzlich ein fester Zins.

Devisenfonds

Erst seit 2004 dürfen Fondsgesellschaften Währungsgeschäfte nicht nur zur Kurssicherung, sondern auch als eigenes Anlageprodukt anbieten. Bei den Fonds unterscheidet man aktive und passive. Aktiv heißt, dass ein Manager den Devisenfonds verwaltet. Er investiert in Geldmarktpapiere - das sind kurz laufende Anleihen - unterschiedlicher Währungen oder schließt Devisentermingeschäfte ab. Die passive Variante funktioniert über börsengehandelte Indexfonds, sogenannte Exchange Traded Funds (ETF). Hier profitiert der Anleger von der Entwicklung eines bestimmten Währungskorbs. ETFs kosten weniger Gebühren, können aber nicht auf überraschende Veränderungen reagieren. Auf dem deutschen Markt stehen rund 60 Devisenfonds zur Auswahl.

Aktien/Anleihen

Um indirekt von Währungseffekten zu profitieren, können Anleger auch Aktien oder Anleihen aus anderen Ländern kaufen. Neben möglichen Kursgewinnen winken Wechselkursgewinne, vorausgesetzt natürlich der Euro verliert zur jeweiligen Fremdwährung weiter an Wert.

Wer dieses Emittentenrisiko umgehen will, kann zum Beispiel auf einen deutschen Emittenten zurückgreifen. Die staatliche Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) beispielsweise bietet regelmäßig Fremdwährungsanleihen an, mit denen Anleger relativ risikolos auf Wechselkurseffekte setzen können. Eine Anleihe in ungarischen Forint rentiert derzeit bei gut fünf Prozent. Die Finanztochter des Autoherstellers BMW hat in dieser Woche zudem eine dreijährige Anleihe in australische Dollar begeben – zu einem Kupon von 5,5 Prozent.

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