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20.02.2006

07:03 Uhr

Analysten erwarten Ende der Hausse

Kupfer droht Preissturz

VonDieter Claassen

Bei Kupfer sind die Optimisten – noch – in der Überzahl. Der Markt hat sie seit Anfang 2005 mit Preissteigerungen von 56 Prozent reichlich belohnt. Doch längerfristig überwiegen Zweifel. Experten rechnen mit fallenden Preisen.

LONDON. Eine scharfe Preiskorrektur bei allen Industriemetallen in den vergangenen Tagen ließ einige Pessimisten bereits von der großen Trendwende sprechen. Doch seitdem haben Anleger und Verarbeiter mit neuen Käufen die Preise wieder gehoben. Zuletzt kostete Kupfer erneut über 5 000 Dollar je Tonne. Hilfestellung leisteten dabei auch die von der Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) veröffentlichten günstigen Wachstumsindikatoren für die Weltwirtschaft – insbesondere jene für die USA.

„Das robuste Wachstum der Weltwirtschaft, extrem niedrige Vorräte der Verarbeiter und Versorgungsengpässe lassen mich auch weiterhin von festen Preisen für das Metall ausgehen“, gibt sich Ingrid Sternby von Barclays Capital zuversichtlich. Doch viele andere Analysten urteilen anders.

Wegen seiner breiten Anwendungspalette ist Kupfer das meist gehandelte Industriemetall. 40 Prozent des Angebots gehen in die Bauwirtschaft wie für Heizungsrohre, Dächer, Fassaden und Elektroleitungen. Ein gutes Viertel benötigt der Kraftwerksbau- und der übrige Energiesektor. Etwa elf Prozent verbraucht der Automobilbau; in jedem Fahrzeug stecken 18 bis 28 Kilogramm Kupfer – bei steigender Tendenz.

China ist praktisch in sämtlichen Bereichen Großabnehmer. Schon jetzt verbraucht das Land 3,5 Millionen Tonnen Kupfer und damit 22 Prozent des weltweiten Angebots. „In den nächsten zwei Jahren wird der Bedarf dort noch um jeweils weitere 10 Prozent Jahr steigen“, schätzt Kona Haque von der Londoner Economist Intelligence Unit, EIU.

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