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06.01.2014

15:30 Uhr

Analysten optimistisch

Goldbullen auf dem Vormarsch

Steht Gold vor dem Comeback? Gebeutelte Anleger hofften bisher vergebens, dass sich das gelbe Edelmetall von seinem kräftigen Absturz erholt. Ein Stimmungswandel ist jetzt zumindest bei Rohstoff-Experten zu beobachten.

Goldschmuck: Die physische Nachfrage nach dem gelben Edelmetall ist derzeit sehr robust. dpa

Goldschmuck: Die physische Nachfrage nach dem gelben Edelmetall ist derzeit sehr robust.

Analysten sind gegenüber Gold so optimistisch eingestellt wie seit einem Jahr nicht mehr. Auch bei den Anlegern schwindet die Zahl der Pessimisten, zumindest erwarten das Marktteilnehmer. Sie erwarten nämlich, dass Investoren ihre Wetten auf fallende Goldpreise reduzieren werden. Diese Spekulationen hatten sich nach den stärksten Verlusten seit 1981 ihrem Allzeithoch angenähert.

Immerhin 15 vom Börseninformationsdienst Bloomberg befragte Analysten erwarten für die aktuelle Woche steigende Goldnotierungen, zwei erwarten fallende Preise und vier vertreten eine neutrale Meinung. Damit ist der Anteil der Bullen der höchste seit Dezember 2012.

Was Sie über Gold wissen sollten

Was ist Gold?

Gold ist ein seltenes Metall mit einem Schmelzpunkt von 1064 Grad Celsius. Der Siedepunkt liegt bei 2856 Grad. Die chemische Abkürzung für Gold ist „Au“ und stammt vom lateinischen Wort „Aurum“ ab. Es hat mehrere Eigenschaften, die es für die Menschheit über die Jahre nützlich gemacht hat. Gold leitet extrem gut. Außerdem reagiert es nicht mit Wasser oder Sauerstoff.

Wie viel Gold wurde in der Geschichte gefördert?

Nach Schätzungen wurden in der gesamten Menschheitsgeschichte bis heute um die 166.600 Tonnen Gold aus Minen geholt. Ein Großteil davon – etwa zwei Drittel – seit 1950.

Wie viel Gold gibt es noch auf der Erde?

Die letzten Zahlen der US Geological Society gingen im Januar 2011 von weltweit 51.000 Tonnen aus.

Wie viel Gold wird pro Jahr abgebaut?

In den vergangenen Jahren waren es etwa 2.500 Tonnen pro Jahr.

Wo wird weltweit am meisten Gold abgebaut?

Überall auf der Welt wird Gold gewonnen. Aber beinahe ein Drittel des Goldes wird in nur drei Ländern abgebaut. An der Spitze liegt China mit 13,1 Prozent, darauf folgen die USA und Australien mit jeweils 9,1 Prozent.

Was passiert mit dem Gold?

29 Prozent des abgebauten Goldes kommt im Investmentbereich zum Einsatz, also in Form von Münzen und Barren. Aus 59 Prozent wird Schmuck gemacht. 12 Prozent wird von der Industrie verarbeitet.

Wo sind die größten Absatzmärkte für Gold?

Mit 1059 Tonnen ist Indien der mit Abstand größte Absatzmarkt für physisches Gold (Münzen, Barren, Schmuck). Dahinter liegt China mit 770 Tonnen. Im Vergleich dazu abgeschlagen sind die USA mit 213 Tonnen und Deutschland mit 154 Tonnen.

Quelle: World Gold Council

Wer sind die größten Goldbesitzer?

Größte Goldbesitzer sind die Notenbanken. Die Vereinigten Staaten sitzen auf rund 8.100 Tonnen, gefolgt von Deutschland mit 3.400 Tonnen und dem Internationalen Währungsfonds mit 2.800 Tonnen. Die Notenbanken waren über Jahre Netto-Verkäufer. Seit dem vergangenen Jahr sind sie jedoch wieder Netto-Käufer. Das Interesse kommt vor allem aus den Schwellenländern.

Zuletzt war die Stimmung eher schlecht. Zwischen Oktober und Heiligabend hatten sich die Short-Positionen, die von Hedgefonds und anderen Großspekulanten gehalten werden, fast vervierfacht, wie jüngste Daten der U.S. Commodity Futures Trading Commission zeigen. Die Investoren hatten auf einen weiter fallenden Goldpreis gewettet.

Mit Erfolg. Denn an Silvester erreichte der Preis für das gelbe Edelmetall ein Sechs-Monats-Tief. Seither ist der Goldpreis aber wieder um bis zu 5,4 Prozent angezogen.

Edelmetall: Das Ende des Goldrauschs

Edelmetall

Das Ende des Goldrauschs

Für Goldanleger war es ein schlechtes Jahr. Fast 30 Prozent verlor der Preis für das Edelmetall und fiel am Freitag auf den tiefsten Stand seit drei Jahren. Sind das Einstiegskurse? Oder droht ein weiterer Rückschlag?

Im vergangenen Jahr hatte sich Gold erstmals seit 13 Jahren verbilligt. Nachdem die anziehende Konjunktur Spekulationen befeuerte, die US-Notenbank könnte ihre Anleihekäufe zurückfahren, war Gold als „sicherer Hafen in Krisenzeiten“ nicht mehr gefragt. Mit Gold unterlegte Fonds verzeichneten Verluste von insgesamt mehr als 73,4 Milliarden Dollar (54 Milliarden Euro).

Kommentare (51)

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06.01.2014, 16:50 Uhr

Inflation nur bei 1,5%. Guthabenzinsen bei 0,5%. Verkauft euer Gold und geht in Papiergeld. Das wirft wenigstens ordentliche Erträge ab.

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06.01.2014, 17:49 Uhr

verkehrte Welt, Aktien zum Jahresstart 2014 im Minus, Gold im Plus.

Und schon drehen sich alle Journalisten. Auf einmal ist Gold wieder prima, vor einem Monat war noch alles schlecht.

Wohl dem der eine eigene Meinung und Strategie hat und nicht auf Journalisten hört.

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06.01.2014, 18:00 Uhr

Nein, Gold ist Teufelszeugs. Mit 100'000 EUR auf dem Sparkonto, konnte man richtig fette Zinserträge einstreichen - bis zum 500 EUR Zinsen, vor Steuern wohlgemerkt. Da konnte man sich jedes Jahr zu Silvester ein Gläschen Schaumwein leisten. Und denke nur an die arme Schweizer Nationlbank. Die hat in 2013 mit Gold ganz viel Verlust gemacht. Dass die SNB seit Ende 2011 rund 600 Mrd. CHF gedruckt hat, um damit EURO zukaufen und durch das diktierte 1,20 Wechselkursverhältnis mit dem CHF am Abwertungswettlauf aller Währungen teilnehmen zu können, wird natürlich verschwiegen. Das dadurch in der Schweiz eine gigantische Immobilienblase aufgepumpt wurde, ist natürlich auch vollkommen uninteressant. Für eine 3,5 Zimmer Eigentumswohnung muss man heute rund 1'000'000,00 CHF hinblättern. Alles vollkommen sinnvolle Investitionen, dank Nullzinspolitik und Gelddrucken. Wir werden alle reich...Weil mit Gelddrucken und Nullzinspolitik schafft eine Gesellschaft Wohlstand. Das war doch schon immer so! :-)

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