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09.11.2015

13:37 Uhr

Anglogold Ashanti

Eine Gold-Aktie gewinnt an Glanz

Die Goldbranche leidet unter fallenden Preisen, der drittgrößte Barrenproduzent fährt hohe Quartalsverluste ein. Dennoch steigt die Aktie wie seit zwei Monaten nicht mehr. Das hat vor allem einen Grund.

Rohstoff-Experte im Interview

Steigt der Goldpreis zum Ende des Jahres?

Rohstoff-Experte im Interview: Steigt der Goldpreis zum Ende des Jahres?

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DüsseldorfFür den Südafrikanischen Bergbaukonzern Anglogold Ashanti lief das dritte Quartal 2015 schlecht. Im Vergleich zum Vorjahr brach der Umsatz um ein Viertel auf 987 Millionen Dollar ein. Zwischen Juli und September fielen 72 Millionen Dollar Verlust an. Zum Vergleich: Das an der Johannesburger Börse notierte Unternehmen verbuchte im Vorjahreszeitraum noch 41 Millionen Dollar Gewinn.

Trotzdem stieg die Aktie kurzfristig so stark wie seit zwei Monaten nicht mehr – um 9,4 Prozent. Am Mittag lag das Plus noch bei über sechs Prozent. Der Grund: Anglogold Ashanti entwickelt sich besser als der Großteil seiner Konkurrenten. Im Jahresverlauf hat die Aktie um 2,1 Prozent zugelegt. In einem Bloomberg Intelligence Vergleich mit 15 Konkurrenten ist das ein herausragender Wert: Die Aktien der Wettbewerber haben im Schnitt ein Drittel ihres Werts verloren.

Grund für den Aufschwung war in erster Linie Anglogolds Schuldenabbau. Mit 820 Millionen Dollar ließ sich das Unternehmen eine Mine in Colorado gut bezahlen. Das Geld nutzten die Südafrikaner, um eine mit 8,5 Prozent teuer verzinste Unternehmensanleihe auszulösen. Damit reduzierten sie ihre Schulden auf einen Schlag um ein Viertel auf 2,3 Milliarden Dollar. Zudem produzierte Anglogold mit 974.000 Unzen im dritten Quartal wieder etwas mehr Gold als noch im zweiten Quartal.

Die globalen staatlichen Goldreserven

Hintergrund

Die Daten des Internationalen Währungsfonds zeigen die Goldreserven ausgewählter Staaten (in Tonnen) zum Jahresende 2016. Die Statistik legt außerdem offen, wie groß der Anteil des Goldes an den gesamten staatlichen Währungsreserven ist. Viele Länder bunkern neben Gold große Devisenbestände, etwa in US-Dollar oder in Euro.

USA

Bestand: 8133,5 Tonnen

Gold-Anteil an staatlichen Reserven: 73,8 Prozent

Quelle: World Gold Council

Deutschland

Bestand: 3779,9 Tonnen

Gold-Anteil an staatlichen Reserven: 67,6 Prozent

Frankreich

Bestand: 2435,8 Tonnen

Gold-Anteil an staatlichen Reserven: 61,5 Prozent

China

Bestand: 1842,6 Tonnen

Gold-Anteil an staatlichen Reserven: 2,2 Prozent

Schweiz

Bestand: 1040,0 Tonnen

Gold-Anteil an staatlichen Reserven: 5,6 Prozent

Russland

Bestand: 1615,2 Tonnen

Gold-Anteil an staatlichen Reserven: 15,2 Prozent

Indien

Bestand: 557,8 Tonnen

Gold-Anteil an staatlichen Reserven: 5,7 Prozent

Großbritannien

Bestand: 310,3 Tonnen

Gold-Anteil an staatlichen Reserven: 8,5 Prozent

„Jedes Unternehmen der Branche rennt eine Rolltreppe nach oben, die nach unten fährt“, sagte Anglogold-Geschäftsführer Srinivasan Venkatakrishnan. Die Anstrengungen würden aber dabei helfen, gut aufgestellt zu sein, wenn der Goldpreis wieder steigt. Wann dies geschieht, kann allerdings niemand verlässlich voraussagen. Seit seinem Höchststand im Jahr 2011 hat Gold 43 Prozent seines Wertes verloren.

Doch nicht nur der niedrige Goldpreis setzt Anglogold zu. Auch die Sicherheitslage in den südafrikanischen Minen machen ihnen zu schaffen. Allein im abgelaufenen Quartal seien drei Minenarbeiter getötet worden, berichtete Geschäftsführer Venkatakrishnan. Die Produktion im Heimatland des Unternehmens fiel um ein Fünftel und damit deutlich schlechter aus als geplant.

Schlecht läuft es ebenfalls für seinen südafrikanischen Konkurrenten Harmony Gold. Das Unternehmen verlor dieses Jahr 53 Prozent seines Marktwertes. Im dritten Quartal verbuchten sie 37 Millionen Dollar Verlust. Das Unternehmen hat 250 Millionen Dollar Schulden bei knapp 100 Millionen Dollar Cash.

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