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19.09.2012

15:22 Uhr

Angst vor Inflation

Großbanken heben Goldpreisprognose deutlich an

Geht es nach den Analysten der Deutschen Bank, dann dürfte der Goldpreis schon bald die Marke von 2000 Dollar je Unze durchbrechen. Die Experten eines anderen Finanzkonzerns sind sogar noch optimistischer.

Gold gilt als ultimativer Inflationsschutz. dpa

Gold gilt als ultimativer Inflationsschutz.

FrankfurtDie Deutsche Bank geht davon aus, dass der Preis für eine Feinunze Gold innerhalb des ersten Halbjahres 2013 über die Marke von 2000 gestiegen sein wird. Das geht aus einem Bericht der größten Bank Deutschlands hervor, der am Dienstag per E-Mail verschickt wurde.
Nach Ansicht der Kollegen von Bank of America. (BofA) wird sich das Edelmetall sogar bis auf 2400 Dollar je Unze verteuern. Die US-Bank sieht dafür einen Zeitrahmen bis Ende 2014. Voraussetzung dafür sei, dass die aktuelle quantitative Lockerung in der Geldpolitik der Federal Reserve bis dahin anhalte, erklärten die Analysten.

Die Goldreserven der Staaten

USA

Goldschatz: 8.133,5 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 75,7 Prozent

Stand: Januar 2014

Deutschland

Goldschatz: 3.387,1 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 72,8 Prozent

Internationaler Währungsfonds (IWF)

Goldschatz: 2.814 Tonnen

Italien

Goldschatz: 2.451,8 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 72,1 Prozent

Frankreich

Goldschatz: 2.435,4 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 70,5 Prozent

China

Goldschatz: 1.054,1 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 1,7 Prozent

Schweiz

Goldschatz: 1.040,1 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 10,6 Prozent

Russland

Goldschatz: 1.015,1 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 9,5 Prozent

Japan

Goldschatz: 765,2 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 3,2 Prozent

Niederlande

Goldschatz: 612,5 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 59,7 Prozent

Indien

Goldschatz: 557,7 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 9,9 Prozent

Türkei

Goldschatz: 506,3 Tonnen

Europäische Zentralbank (EZB)

Goldschatz: 502,1 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 32,9 Prozent

Die Fed hatte vor wenigen Wochen erklärt, dass sie monatlich etwa 40 Mrd. Dollar in den Zukauf von Wertpapieren, die mit Hypotheken unterlegt sind, investieren wolle. Durch diese Maßnahmen werde sich der Goldpreis um etwa 0,7 Prozent innerhalb von vier Monaten verteuern, erklärte Bank of America in einem Bericht, der ebenfalls am Dienstag per E-Mail verschickt wurde.

Die lockere Geldpolitik der führenden Notenbanken treibt den Goldpreis in die Höhe. Heute kletterte der Kurs für eine Feinunze (etwa 31 Gramm) des Edelmetalls zunächst auf 1779,10 US-Dollar und erreichte damit den höchsten Stand seit mehr als sechs Monaten, fiel dann aber wieder zurück. Ursache für die Gewinne zur Wochenmitte war nach Einschätzung von Experten die Entscheidung der Bank of Japan, die Geldschleusen noch weiter zu öffnen. Investoren fürchten, dass die massive Liquidität, die Zentralbanken in die Finanzmärkte pumpen, langfristig den Geldwert verwässern.

Seit Mario Draghi, der Chef der Europäischen Zentralbank (EZB), am 26. Juli ein erneutes Anleihekaufprogramm in Aussicht gestellt hat, legte der Goldpreis um zehn Prozent zu. Mittlerweile hat die EZB neue Anleihekäufe zugunsten von Euro-Krisenländern - notfalls in unbegrenztem Ausmaß - beschlossen. In der vergangenen Woche zog die US-Notenbank Fed mit einer dritten Runde der geldpolitischen Lockerung nach und nun die japanische Notenbank. Auch die Bank of England verfolgt schon lange einen extrem expansiven Kurs.
Viele Analysten rechnen damit, dass Gold angesichts der Geldflut der Notenbanken als Inflationsschutz gefragt bleiben wird. Experten der italienischen Großbank Unicredit erwarten, dass das im September 2011 erreichte Rekordhoch von rund 1921 Dollar spätestens im dritten Quartal 2013 eingestellt wird. Die Commerzbank rechnet damit sogar schon Anfang kommenden Jahres.

Was aus 1.000 Euro in zehn Jahren wurde

Deutscher Aktienindex (Dax)

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren: +88,8 Prozent (ohne Dividenden)

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.888 Euro

Dow Jones

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +52,7 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.527 Euro

EuroStoxx 50

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +31,3 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.313 Euro

Nikkei

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +10,1 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1101 Euro

Chinesische Aktien (Shanghai B-Index)

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +10,3 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.103 Euro

MSCI Emerging Markets

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +228 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 3.285 Euro

Gold

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +314 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 4.142 Euro

Silber

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +428 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 5.275 Euro

Öl

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +221 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 3.205 Euro

Weizen

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +92 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.916 Euro

Kaffee

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +151 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 2.509 Euro

Staatsanleihen (Rexp)

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +67 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.666 Euro

Unternehmensanleihen (Citigroup World BIG Corporate Index)

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +56 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.559 Euro

Sparbuch

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.095,90 Euro*

*bei einem durchschnittlichen jährlichen Zinssatz von 0,92 Prozent (Spareckzins)

Tagesgeld

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.209 Euro*

*bei einem durchschnittlichen jährlichen Zinssatz von 1,92 Prozent

Festgeld

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.266 Euro*

*bei einem durchschnittlichen jährlichen Zinssatz von 2,39 Prozent



Kommentare (8)

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Ohweiohweiohwei

19.09.2012, 16:45 Uhr

Hat das Handelsblatt schon seine vor kurzem geschriebene Berichte "Gold ist keine Krisenwährung mehr" oder "Gold in einer Blase" vergessen? Ja was denn nu? Oder habt ihr keine Ahnung zum Thema Gold und schreibt nur aus Langeweile?

Account gelöscht!

19.09.2012, 16:55 Uhr

Nein haben sie nicht nur das HB sucht halt nach Smashing headlines, die JEDER lesen will.
Abseits davon, ist es aus rein finanztechnischen Gründen und aus Gründen der Knappheit und immer teurer werdende Produktionskosten einfach nur logisch das der Goldpreis bald weit über 2000 Dollar liegen wird.

Billiges Geld, niedrige Zinsen (FED und EZB) treiben die Kurse hoch.

WDW

19.09.2012, 17:09 Uhr

Welche Fakten haben wir denn?
Geld: Jederzeit per Druckerpresse vermehrbar. Was auch in der ganzen westlichen Welt massiv gemacht wird!
Immobilien: Kann man nicht mitnehmen und man ist auf Gedeih und Verderb der örtlichen Besteuerung unterworfen.

Bleiben nur noch Edelsteine, Edelmetalle oder Kunst.
Am besten zu handeln ist aber Gold. Und damit liegt klar fest, wo die Reise hingeht. Die Menschen sind nämlich nicht alle blöde.

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