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07.04.2006

14:50 Uhr

Anlegernachfrage

Gold kratzt an der 600-Dollar-Marke

Die anhaltende Hausse der Rohstoffpreise hat gestern einen neuen Höhepunkt erreicht. Edel- und Industriemetalle stiegen auf neue Höchststände. Kurs auf sein Allzeithoch nimmt auch der Ölpreis. Ein Barrel (159 Liter) Öl der Richtmarke West Texas Intermediate kletterte auf 68 Dollar, der Rekordstand liegt knapp über 70 Dollar.

HB FRANKFURT. Die anhaltende Hausse der Rohstoffpreise hat einen neuen Höhepunkt erreicht. Edel- und Industriemetalle steigen auf neue Höchststände. Als Gründe für den anhaltenden Aufschwung nennen Händler bei den Edelmetallen deren Status als „sicherer Hafen“ angesichts des fallenden Dollars und des steigenden Ölpreises. Bei den Basismetallen argumentieren sie ebenfalls mit wachsendem Investoreninteresse. Außerdem stützen Ängste vor Lieferengpässen – bedingt beispielsweise durch Produktionsausfälle – die Preise.

Gold setzte am Freitag die Kursrally fort, die Feinunze hat zwischenzeitlich an der 600-Dollar-Marke gekratzt. Das Tageshoch von 598,30 Dollar ist gleichzeitig der höchste Stand seit 25 Jahren. Im Londoner Handel ist die Feinunze am Vormittag mit 597 Dollar gefixt worden nach einem Nachmittag-Fixing am Donnerstag von 592,50 Dollar. “Der Aufwärtstrend wird verstärkt durch Investoren, die auf den fahrenden Zug aufspringen und in dem Aufschwung noch kaufen“, kommentiert Sal. Oppenheim. „Die ersten Stimmen mit Prognosen von 1 000 Dollar je Unze sind im Markt.“ Sollte allerdings der Dollar aufwerten, könne es beim Gold zu Gewinnmitnahmen kommen.

Ähnlich spektakulär ist die Entwicklung bei Silber. Der Preis überwand gestern zeitweise die Schwelle von zwölf Dollar je Unze und sprang damit auf den höchsten Stand seit über 22 Jahren. Den stärksten Gewinn mit über fünf Prozent verbuchte Palladium. Mit 357 Dollar je Unze war es so teuer wie seit drei Jahren nicht mehr.

Bei den Basismetallen stand Kupfer im Mittelpunkt. Händler an der London Metal Exchange (LME) zahlten in der Spitze 5 760 Dollar je Tonne für einen Terminkontrakt zur Lieferung in drei Monaten – ein weiterer Rekordpreis nach dem Top-Stand am Mittwoch. Seit Ende 2001 hat sich der Kupferpreis etwa vervierfacht. Händler machten die starke Nachfrage aus China sowie Ängste vor Lieferengpässen angesichts des Streiks in der zweitgrößten mexikanischen Kupfermine für den Anstieg verantwortlich. Ähnliche Gründe nannten Analysten auch für die Klettertour des Zinkpreises. Für den Dreimonatskontrakt wurde zeitweise der Rekordpreis von 2 820 Dollar je Tonne gezahlt.

Der Preis für den Dreimonats-Kontrakt Nickel stieg gestern auf 17 000 Dollar je Tonne und lag damit nur noch knapp unter dem 15-Monatshoch. Am Wochenende war eine im Besitz von Inco befindliche große Mine auf Neu-Kaledonien, die Ende nächsten Jahres ihren Betrieb aufnehmen soll, nach Protesten durch Aktivisten geschlossen worden.

Kurs auf sein Allzeithoch nimmt auch der Ölpreis. Ein Barrel (159 Liter) Öl der Richtmarke West Texas Intermediate kletterte auf 68 Dollar, der Rekordstand liegt knapp über 70 Dollar. Hintergrund waren Sorgen vor einem Benzin-Engpass in den USA, die anhaltenden Unruhen im wichtigen Förderland Nigeria sowie Befürchtungen vor einer Zuspitzung der Iran-Krise. In Nigeria sanken die Hoffnungen auf eine schnelle Erhöhung der Förderung durch Shell, da entgegen ursprünglichen Erwartungen der Regierung kein Ende der bürgerkriegsähnlichen Zustände absehbar ist. ina

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