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22.08.2012

15:06 Uhr

Anlegertipp "made in USA"

„Kaufen Sie Öl: Israel wird Iran bombardieren!“

Investoren wittern überall das große Geld. Aktien, Anleihen, nicht zuletzt Rohstoffe. Eine der ganz heißen Wetten der vergangenen Wochen war der Ölpreis. Geht es nach einem US-Investor, wird sie sogar noch viel heißer.

Ölpumpe auf einem Ölfeld bei Ponca City, Oklahoma. dpa

Ölpumpe auf einem Ölfeld bei Ponca City, Oklahoma.

New YorkAuf den deutlichen Rückgang des Ölpreises im Juni folgte zuletzt ein kräftiger Anstieg. Im Tagesverlauf hielt er sich heute zumindest in der Nähe seines Dreimonatshochs. In den USA, dem weltweit größten Abnehmer für den Energierohstoff, sind die Ölvorräte so stark gesunken wie seit drei Wochen nicht mehr.
Der Oktober-Kontrakt für Rohöl der Marke West Texas Intermediate notierte bei 96,86 Dollar je Barrel in etwa auf Vortagesniveau. Für das Barrel der Nordseesorte Brent wurden am Terminmarkt 114,61 Dollar gezahlt und damit ebenfalls ungefähr so viel wie am Vortag.

Irans größte Ölabnehmer

China

China kaufte im ersten Halbjahr 2011 22 Prozent des iranischen Öls auf - will allerdings weg von der großen Abhängigkeit von Iran. Stattdessen wird unter anderem Saudi Arabien zu einem immer wichtigeren Lieferanten. Schon als der Iran-Konflikt im vergangenen Herbst brodelte, drosselte China seine Investitionen in die örtliche Öl- und Gasindustrie.

EU

Die EU nimmt dem Iran 18 Prozent seiner Ölvorräte ab. Aus EU-Sicht ist diese Menge allerdings nicht allzu groß: Im ersten Quartal 2011 importierten die 27 EU-Staaten insgesamt 896 Millionen Barrel Rohöl. Davon kamen 4,4 Prozent aus dem Iran.

Japan

14 Prozent seines Öls liefert Iran an Japan, den drittgrößten Ölverbraucher der Welt.

Indien

Iran exportiert 13 Prozent seiner Ölproduktion an Indien - doch auch in diesem Geschäftsverhältnis hat es in den vergangenen Monaten gekriselt, als Indien mit Zahlungen für geliefertes Öl in Verzug geriet.

Südkorea

Zehn Prozent seiner Ölproduktion liefert Iran an Südkorea. Das sind gleichzeitig auch zehn Prozent des südkoreanischen Bedarfs. Das Land halte Ausschau nach alternativen Lieferanten, berichten Experten.

Türkei

Sieben Prozent des iranischen Öls gehen an die Türkei. Diese ist damit besonders von den Lieferungen aus dem Nachbarland abhängig: Die Türkei bezieht 30 Prozent ihres Ölbedarfs aus Iran.

Geht es nach David Goldman, dürften die Preise in den kommenden Monaten sogar noch viel kräftiger steigen. Goldman ist Anlageexperte von Macrostrategy. Und er ist fest davon überzeugt, dass Israel noch in diesem Jahr den Iran angreifen werde. Er verweist darauf, dass die “Motivation” Israels für einen solchen Schritt in der vergangenen Woche zugenommen habe. Die Spannungen des Landes mit Ägypten wegen dessen Beziehungen zum Iran seien gestiegen. Zudem habe der Iran öffentlich Drohungen gegen Israel ausgestoßen.
Zuvor hatte die staatliche iranische Nachrichtenagentur IRNA berichtet, dass das Land eine neue Version seiner Boden-Boden-Rakete entwickelt und erfolgreich getestet habe. Anfang der Woche hatte UNO-Generalsekretär Ban Ki-Moon angekündigt, nicht zu einem Gipfeltreffen nach Teheran zu reisen, da er über Äußerungen des religiösen Führers und des Präsidenten des Iran “bestürzt” sei. Darin war die Existenz Israels bedroht worden. Ägyptens Präsident Mohammed Mursi hingegen plant, an dem Treffen teilzunehmen.

Sechs Fakten über die Rohstoffmärkte

Viel Verbrauch...

Die Weltbevölkerung wächst und wächst. Prognosen gehen davon aus, dass bis zum Jahr 2100 mehr als zehn Milliarden Menschen auf der Erde leben werden.

...und wenig Angebot

Rohstoffe wie Öl und Gold sind nicht endlos, dementsprechend teuer werden sie, wenn das Angebot sich verknappt.

13 Prozent

beträgt aktuell Chinas Anteil an der Weltwirtschaft. Die rohstoffhungrige Volksrepublik ist auf dem besten Wege die größte Handelsnation der Welt zu werden.

40 Prozent

der weltweiten Kupfer-, Zink- und Aluminiumproduktion verbrauchen die Chinesen.

30 Prozent mehr

als vor drei Jahren kosten nach Angaben des Food Price Index der Uno unsere Nahrungsmittel weltweit im Durchschnitt.

465 Prozent Gesamtrendite

konnten Anleger mit Aktien auf Goldminen seit 2002 einfahren.

Als Absicherung des Portfolios, sollten sich die Spannungen ausweiten, empfiehlt Goldman den Kauf von Öl. Der Preis für Rohöl ist um etwa vier Prozent geklettert, seit die israelische Zeitung Haaretz am 10. August berichtete, dass Präsident Benjamin Netanyahu und Verteidigungsminister Ehud Barak Angriffe auf die Nuklearanlagen des Iran noch vor den US-Wahlen im November prüften.

Kommentare (10)

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Pendler

22.08.2012, 15:17 Uhr

Schäuble hatte voll Recht, dass dei Meute zur Übertreibung neigt.


Mit dem hohen Spritpreis
dem Syrien Konflikt
dem friedliebenden IRAN

hat man voll die coole Ablenkungen zur Euro-Krise.

Mordsgeschaefte

22.08.2012, 15:30 Uhr

Es gibt seriöse Belege dafür, dass der Iran gar keine Anlagen zum Bau von Atombomben hat, während es bisher keine überprüfbaren Belege dafür gibt, dass es welche hat. Aber es kann schon sein, dass Israel auch das egal ist.

Eurotiker

22.08.2012, 15:31 Uhr

Zum Thema unbedingt lesen. Ist spannend wie ein Krimi. [...]
+++ Beitrag von der Redaktion editiert +++

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