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04.04.2011

13:57 Uhr

Anstehende Zinserhöhung

Die Lust auf Gold lässt nach

Eine Zinswende in Europa und den USA steht für Vertrauen in die Wirtschaft - trotz Atomkatastrophe und Krieg in Nordafrika. Gold als Krisenabsicherung wird deshalb unpopulärer. Das Edelmetall verliert seinen Glanz.

Kilogramm-Goldbarren des Hanauer Edelmetall- und Technologieunternehmens Heraeus. Quelle: dpa

Kilogramm-Goldbarren des Hanauer Edelmetall- und Technologieunternehmens Heraeus.

Frankfurt

Die Aussicht, dass die Europäischen Zentralbank und die US-Notenbank Fed an der Zinsschraube drehen könnten, verleidet vielen Investoren die Lust an der klassischen Krisenanlage Gold - obwohl die Atomkatastrophe in Fukushima, der Krieg in Libyen und die weiterschwelende europäische Staatsschuldenkrise für Verunsicherung sorgen. "Die Notenbanken zeigen mit einer Zinserhöhung, dass sie wieder Vertrauen in die Wirtschaft haben", sagt Gerd-Henning Beck, Fondsmanager beim Frankfurter Vermögensverwalter Lupus alpha. "Warum sollte man dann noch eine Anlageklasse wie Gold halten, die als Krisenabsicherung gilt."

Experten sehen daher ein erhebliches Korrekturpotenzial für Gold nach dem 30-prozentigen Preissprung im vergangenen Jahr. Am Montag kostete die Feinunze gut 1430 Dollar und damit nur wenige Dollar mehr als Ende 2010. Auch ein Rekordhoch von 1447,40 Dollar am 24. März gab dem Markt keinen neuen Schwung. "Solange die große Unsicherheit an den Märkten noch anhält, dürften wir eine Seitwärtsbewegung in der Spanne von 1350 bis 1450 Dollar sehen. Sobald es zu einer allgemeinen Entspannung kommt, kann der Goldpreis auch in Richtung 1000 Dollar zurückfallen", prognostiziert Beck. Das schwindende Interesse von Anlegern an Gold bekam im ersten Quartal bereits der SPDR Gold Trust zu spüren. Die Bestände des weltgrößten, mit Gold besicherten börsennotierten Fonds fielen bis zum 31. März auf 1211,229 Tonnen von 1280,722 Tonnen Ende Dezember - der größte Quartalsverlust seit Auflegung des Fonds.

Gold bringt anders - als Anleihen - keinen Zinsertrag

Für Gold drehte sich der Wind nicht zuletzt wegen der Trendwende am Rentenmarkt. "Vergangenes Jahr gab es einen Abwärtstrend bei Anleihe-Renditen, was Gold als Anlage ohne Zinsertrag attraktiv machte", erläutert Tobias Merath, Rohstoffanalyst bei der Credit Suisse in Zürich. Doch zuletzt trieben steigende Inflationsraten und die Erwartung höherer Leitzinsen in der Euro-Zone die Anleihe-Renditen wieder hoch.

Kommentare (9)

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RosaPonselle

04.04.2011, 17:31 Uhr

Fehlt bloß noch die Anmerkung, dass man Gold nicht essen kann. Solch einen Bankerschwachsinn habe ich auf den Goldseiten nicht vermutet.

Algol

04.04.2011, 17:55 Uhr

Die Notenbanken weltweit drucken Geld ohne Ende, die OECD-Staaten ertrinken in Schulden, sind nicht mehr wettbewerbsfähig, teil deindustrialisiert, Rohstoffe verknappen und werden teurer (z.B. Nahrung, deswegen die Unruhen in Nahost), Japan am Boden (Schulden, Demografie, Zerstörungen, teilweise unbewohnbar wegen der Strahlung),
aber Sie sehen den Wirtschaftsaufschwung-selten eine abwegigere und absurdere Fehlanalyse gelesen...

Account gelöscht!

04.04.2011, 19:26 Uhr

Vertrauen in die Wirtschaft? Das wäre eine Schlagzeile für den 1.April gewesen.

Die größte Krise der Neuzeit, entstanden durch Leben auf Pump in den westlichen Industriestaaten, hatte man seit 2008 mit immer noch mehr Schulden zu lösen versucht. Die Staaten weltweit haben ca.30 Bio. Dollar, natürlich alles auf Pump, aufgewendet, um die Bankster zu retten und um einen selbsttragenden Aufschwung auszulösen. Beides ist gründlich fehlgeschlagen. Die Bankster sitzen immer noch auf ca. 600 Billionen Dollar absolut wertloser Papierschnipsel, aus den Bilanzen ausgelagert, um sie vor dem sofortigem Kollaps zu bewahren. Jetzt sind die Staaten pleite. Die Krise hat noch nicht mal richtig angefangen!!

Und in den USA, der größten Volkswirtschaft der Welt, die durch Leben auf Pump die Weltwirtschaft am Laufen hielt, ist das Perpetuum-Mobile ausgegangen. Wohlstand mit immer höheren Hypotheken-Krediten, Immobilien zu 500% beliehen, dann verbrieft und an die deutschen Landesbanken verhökert.
Das Spiel ist aus. Es müssten nur noch die Bankster in den Knast, die Hunderte von Milliarden Steuergelder und Sparguthaben verzockt haben. Aber das Volk hat noch nicht das letzte Wort gesprochen.

Sämtliche Konjunkturstrohfeuer sind wirkungslos verpufft, ohne einen selbsttragenden Aufschwung auszulösen. Von der Krise sehen wir gerade mal 5%, weil sie mit unendlichen Milliarden und Billionen lediglich ein paar Jahre hinausgeschoben wurde. Den ganz großen Knall, den haben wir noch vor uns. Und das dauert auch nicht mehr lange – so sicher wie das Amen in der Kirche.

Noch ist dafür Zeit, sein Vermögen günstig und sicher in Edelmetalle und Rohstoffe umzuschichten. Und erst nach dem großen Knall in Aktien umschichten, bei Firmen, die die Katastrophe überlebt, bzw. neu firmiert haben. So macht das Ganze einen Sinn.

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