Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

03.06.2013

15:29 Uhr

Atomprogramm

Streit mit dem Iran treibt Ölpreise an

Die anhaltenden Unruhen um das Atomprogramm haben die Ölpreise zu Wochenbeginn in die Höhe getrieben. Die Verhandlungen mit der Regierung in Teheran drehen sich derweil im Kreis.

Hohes Angebot, günstige Preise: Der Ölpreis startet schwach in die neue Woche. Reuters

Hohes Angebot, günstige Preise: Der Ölpreis startet schwach in die neue Woche.

FrankfurtDer Streit des Westens mit dem Iran über dessen Atomprogramm hat am Montag an den Ölmärkten die Preise anziehen lassen. Ein Fass (159 Liter) Nordseeöl der Sorte Brent verteuerte sich um 1,4 Prozent auf 101,79 Dollar, US-Leichtöl der Sorte WTI kostete mit 92,72 Dollar 0,8 Prozent mehr als am Freitag. Noch am Morgen war Brent angesichts enttäuschender chinesischer Konjunkturdaten unter 100 Dollar gefallen. Laut Händlern haben die Sorgen zugenommen, dass es zu Versorgungsengpässen kommen könnte, nachdem der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) sich skeptisch zu einer Beilegung des Streits geäußert hatte.

IAEA-Chef Yukiya Amano hatte erklärt, die Verhandlungen mit der Regierung in Teheran drehten sich im Kreise. Zudem treibe der Iran den Bau eines Schwerwasser-Forschungsreaktors weiter voran. Der Westen verdächtigt den Iran, unter dem Deckmantel eines zivilen Atomprogramms an Kernwaffen zu arbeiten. Die Regierung in Teheran weist dies zurück. Anleger fürchten, dass eine Eskalation des Streits die Zuverlässigkeit der Öllieferungen aus dem Nahen Osten gefährden könnte. Allerdings produzieren die Opec-Länder, zu denen der Iran auch gehört, derzeit ausreichend Öl. Erst vorige Woche hatte sich das Kartell auf die Förderung von 30 Millionen Barrel täglich geeinigt. Da sich zugleich die Wirtschaft in China weniger stark als von vielen erwartet entwickelt und Europas Konjunktur weiter schwächelt, ist die Nachfrage eher verhalten. Analysten rechnen daher eher mit durchschnittlich fallenden Ölpreisen im laufenden Jahr.

Behinderungen im Schiffsverkehr in Europa auf Rhein und Donau nach heftigen Überschwemmungen und Probleme beim britischen Nordseeöl-Feld Buzzard stützten die Preise ebenfalls, hieß es in London weiter.

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×