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06.01.2017

18:33 Uhr

Aufwertung des Yuan

Chinesisches Roulette

VonLeonidas Exuzidis

Die chinesische Zentralbank wertet den Yuan am Freitag auf – die Beweggründe sind vorerst unklar. Die Märkte jedenfalls reagieren unbeeindruckt und gleichen diesen Schritt nahezu wieder aus.

China hat Mühe, den Verfall der Währung aufzuhalten. Reuters

Yuan-Scheine

China hat Mühe, den Verfall der Währung aufzuhalten.

DüsseldorfEigentlich war der Start in das Jahr 2017 für den Yuan klar vorhersehbar. Die chinesische Landeswährung setzt ihre Talfahrt fort und wertet weiter ab, waren sich viele Experten einig. Schließlich hat der Yuan, auch Renminbi genannt, im vergangenen Jahr im Vergleich zum Dollar etwa sieben Prozentpunkte verloren – und die Chancen auf Besserung standen zuletzt eher schlecht.

Zu Beginn der Woche verlor der Yuan auch über einen Prozentpunkt. Eher überraschend war es dann, dass die chinesische Zentralbank (PBoC) am Freitag den Yuan – im Rahmen ihrer Möglichkeiten – aufwertete. So erhöhte sie den fixen Referenzkurs um 0,9 Prozent – einen solchen Anstieg hatte es zuletzt vor über zehn Jahren gegeben.

Seit 2015 zählt der Yuan neben Dollar, Euro, Pfund und Yen zur fünften globalen Leitwährung. Seit Oktober vergangenen Jahres ist er Teil des Weltwährungskorbs des Internationalen Währungsfonds. Das Währungsprinzip in China ist anders, als man es in Europa kennt. Der Yuan kann sich nicht frei bewegen, sondern ist an ein bestimmtes Niveau zum Dollar gekoppelt – einen sogenannten Referenzkurs, den die Notenbank jeden Tag festlegt. Um diesen Kurs darf der Renminbi um bis zu zwei Prozent nach oben und nach unten schwanken.

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Die Rechnung ist eher kompliziert: Früher hat die Zentralbank den Referenzkurs willkürlich festgelegt. Heute hängt die exakte Höhe vom Wechselkurs des Vortages ab. Der US-Dollar hatte in den vergangenen Tagen verloren, folglich wertete der Yuan auf. Am Freitag dann der Schritt der Notenbank. Der Zentralkurs betrug am Donnerstag 6,9307 Yuan pro US-Dollar, am Freitag setzte ihn die PBoC auf 6,8668 Yuan fest.

Über die Beweggründe der chinesischen Notenbank lässt sich nur mutmaßen. Analysten der Mizuho Bank etwa vermuten, dass die Regierung mit dieser Aufwertung den Druck auf dem Devisenmarkt verringern möchte. Immer mehr Hedgefonds hatten mit Leerverkaufswetten auf einen weiter fallenden Yuan gesetzt. Marktmechanismen zufolge wird der Abwertungsdruck immer stärker, je mehr Leerverkäufe platziert werden.

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