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24.06.2013

12:20 Uhr

Ausverkauf geht weiter

Goldman Sachs senkt Goldpreisprognose

2013 könnte für den Goldpreis das schwächste in mehr als 30 Jahren werden. Technische Analysten sowie Die US-Großbank Goldman Sachs bereiten die Anleger darauf vor, dass das Risiko für weitere Verluste steigt.

Goldman senkt den Daumen für den Goldpreis. dpa

Goldman senkt den Daumen für den Goldpreis.

Die US-Großbank Goldman Sachs hat ihre Goldpreisprognosen bis 2014 reduziert. Damit stellt sich die Bank auf weitere Verluste beim Goldpreis im Zuge einer Rückführung der ultralockeren Geldpolitik der US-Notenbank Fed ein.

Die Bank setzte ihre Prognose für den Goldpreis zum Jahresende von zuvor 1435 Dollar auf 1300 Dollar herab und erwartet für das Jahresende 2014 statt zuvor 1270 nur noch 1050 Dollar je Feinunze. Derzeit wird am Markt eine frühere Rückführung der so genannten quantitativen Lockerung erwartet, wie es in der Begründung der Goldman-Strategen Damien Courvalin und Jeffrey Currie mit Datum vom 23. Juni hieß.

Der Goldpreis ist seit Jahresbeginn um 23 Prozent gefallen und läuft damit auf das schwächste Jahr seit 1981 zu. „Die jüngsten Bewegungen des Goldpreises haben die Risiken für weitere Verluste erhöht”, hieß es von Goldman. Mittelfristig sei wegen einer Konjunkturerholung in den USA und einer weniger unterstützenden Geldpolitik mit einem weiteren Goldpreisverfall zu rechnen.

Technische Analysten schließen weitere Verluste bei Gold nicht aus. Der Fall unter 1300 Dollar je Unze erstmals seit September 2010 könnte Abgaben unter die Marke von 1200 Dollar nach sich ziehen.

Der Unterstützung bei 1300 Dollar kommt insofern erhöhte Bedeutung zu, als es sich hierbei um das 50-Prozent- Retracement der Rally von Oktober 2008 bis zum Rekordhoch 2011 handelt. Die nächsten Ziele nach unten befänden sich bei dem Hoch aus dem Juni 2010 bei rund 1265 Dollar und der Spitze aus dem Mai 2010 bei 1250 Dollar, so Analyst Axel Rudolph von der Commerzbank in London. Die Marken könnten nach einer Zwischenkonsolidierung in den kommenden Wochen erreicht werden.

Goldnachfrage weltweit (in Tonnen)

2003

Schmuck: 2.484
Barren und Münzen: 304
ETFs: -
Industrie: 386
Zentralbanken: -620
Gesamt: 2.594 Tonnen

2004

Schmuck: 2.616

Barren und Münzen: 355

ETFs: 133

Industrie: 419

Zentralbanken: -479

Gesamt: 3.044

2005

Schmuck: 2.719

Barren und Münzen: 396

ETFs: 208

Industrie: 438

Zentralbanken: -663

Gesamt: 3.098

2006

Schmuck: 2.300

Barren und Münzen: 414

ETFs: 260

Industrie: 468

Zentralbanken: -365

Gesamt: 3.077

2007

Schmuck: 2.423

Barren und Münzen: 435

ETFs: 253

Industrie: 476

Zentralbanken: -484

Gesamt: 3.104

2008

Schmuck: 2.304

Barren und Münzen: 869

ETFs: 321

Industrie: 461

Zentralbanken: -235

Gesamt: 3.720

2009

Schmuck: 1.814

Barren und Münzen: 780

ETFs: 623

Industrie: 410

Zentralbanken: -34

Gesamt: 3.593

2010

Schmuck: 2.017

Barren und Münzen: 1.205

ETFs: 382

Industrie: 466

Zentralbanken: 77

Gesamt: 4.147

2011

Schmuck: 1.972

Barren und Münzen: 1.515

ETFs: 185

Industrie: 453

Zentralbanken: 457

Gesamt: 4.582

2012

Schmuck: 1.908

Barren und Münzen: 1.256

ETFs: 279

Industrie: 428

Zentralbanken: 535

Gesamt: 4.405

2013

Schmuck: 2.671

Barren und Münzen: 1.702

ETFs: - 916

Industrie: 354

Zentralbanken: 625

Gesamt: 4.436

2014

Schmuck: 2.457

Barren und Münzen: 1.004

ETFs: - 183

Industrie: 347

Zentralbanken: 588

Gesamt: 4.212

Q1 2015

Schmuck: 601

Barren und Münzen: 253

ETFs: 26

Industrie: 80,4

Zentralbanken: 119

Gesamt: 1.079
Auf das Jahr hochgerechnet: 4.316

Richard Adcock, technischer Stratege der UBS in London, geht sogar von einer Ausdehnung des Abwärtstrends auf rund 1155 Dollar aus. Hier befinde sich das Retracement bei 61,8 Prozent der Rally seit dem Oktober 2008, merkte Adcock in der vergangenen Woche an. Damit würde das Tief aus dem Juli 2010, dass die MIG Bank als Schlüsselunterstützung bezeichnet, sogar leicht unterschritten.

„Der Trend ist weiterhin negativ”, sagte Luc Luyet, Analyst der MIG Bank in Lausanne bereits am 21 Juni. „Sollten 1157 Dollar erreicht werden, dann schon in ein oder zwei Monaten.”

Kommentare (43)

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Account gelöscht!

24.06.2013, 12:10 Uhr

ich würde mich freuen, wenn der Goldpreis weiter fällt :)

Ich habe mir ein Ziel gesetzt zusätzlich zu meiner sonstigen Altersvorsoge 1 Unze Gold pro Monat nach meiner Arbeitszeit zur Verfügung zu haben. Das wird dann billiger zu realisieren :)

Account gelöscht!

24.06.2013, 12:19 Uhr

Auch das physische Gold welches jetzt aus den ETF`s rausfliesst und das Gold das von den sogenannten "schwachen Händen" verkauft wird, wird ja letztlich von irgendjemand gekauft.

Frag: wer kauft , wandert alles gen Osten oder kaufen wohl auch Goldman Sucks, das House of Morgan, evtl .auch Zentralbanken ?

Warten wir mal ab, ob, wann und in welchem Umfang die FED aus dem QE aussteigt.

Derider

24.06.2013, 12:25 Uhr

Da sind die gleichen Redakteure, die in den 3-4 Jahren Handlanger für die Fed (Gleichgesetzt mit den amerikanischen Großbanken) Stimmung gemacht haben um die Goldmärkte nach oben zu Pushen.
War nicht so schwer – oder?

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