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28.02.2014

14:40 Uhr

Banken unter Verdacht

Ein Jahrzehnt der Manipulation am Goldmarkt

Der Goldpreis ist möglicherweise über lange Zeit manipuliert worden. Die am täglichen Gold-Fixing beteiligten Banken sollen Preise gedrückt haben, behauptet eine neue Studie. Unter Verdacht steht auch die Deutsche Bank.

Edelmetall

Dirk Müller: „Goldpreis wird manipuliert“

Edelmetall: Dirk Müller: „Goldpreis wird manipuliert“

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LondonDer Goldpreis ist möglicherweise über lange Zeit manipuliert worden. Wissenschaftler haben den Verdacht, dass das Londoner Gold-Fixing in den vergangenen zehn Jahren von den daran beteiligten Banken manipuliert worden ist. Die von Bergbauunternehmen, Schmuckherstellern und Zentralbanken für die Bewertung des Edelmetalls genutzte Benchmark wird täglich gegen 10.30 Uhr und 15 Uhr Londoner Zeit über eine private Telefonkonferenz zwischen fünf der größten Goldhändler festgesetzt.

Ungewöhnliche Handelsmuster um die Zeit der nachmittäglichen Telefonkonferenz seien ein Anzeichen für ein abgestimmtes Verhalten und sollten überprüft werden, schreiben Rosa Abrantes-Metz, Professorin an der Stern School of Business der Universität New York, und Albert Metz, Managing Director bei Moody's Investors Service, im Entwurf einer Studie.

„Die Struktur der Benchmark bietet sich mit Sicherheit für abgestimmtes Verhalten und Manipulation an, und die empirischen Daten stimmen mit künstlich festgelegten Preisen überein“, schrieben die beiden Autoren in der Studie, die noch nicht zur Veröffentlichung vorgelegt worden ist. „Es ist wahrscheinlich, dass es zu einer Kooperation der Teilnehmer kommt.“

Die wichtigsten Fakten zu Gold

Goldnachfrage

Die gesamte Goldnachfrage im Jahr 2013 betrug 3.756 Tonnen. Damit ist die Nachfrage um 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gefallen.

Quelle: World Gold Council, Stand: 18.02.2014

Goldpreis

Der durchschnittliche Goldpreis lag 2013 bei 1.411 US-Dollar je Feinunze und damit 15 Prozent unter dem des Vorjahres.

Schmucknachfrage

Die weltweite Nachfrage nach Schmuck betrug im Jahr 2013 insgesamt 2.209 Tonnen und stieg damit um 17 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Goldbarren- und Münznachfrage

Die Nachfrage nach Goldbarren und -münzen stieg im Jahr 2013 auf einen Rekordwert von 1.654 Tonnen. Ein Plus von 28 Prozent im Vergleich zu 2012.

Industrienachfrage

Die Nachfrage des Technologiesektors belief sich auf 405 Tonnen und blieb damit, verglichen mit den 407 Tonnen im Jahr 2012, nahezu unverändert.

Gold-ETFs auf Talfahrt

Ein Nettoabfluss aus ETFs in Höhe von 881 Tonnen war zu verzeichnen, da die Investoren eine Neubewertung ihrer Portfolios fortsetzten.

Notenbanken

Die Nettoeinkäufe der Zentralbanken betrugen 369 Tonnen. Dies entspricht einem Rückgang von 32 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Goldangebot

Das Gesamtangebot für Gold betrug 4.340 Tonnen und lag damit 2 Prozent unter dem Niveau von 2012.

Die Studie nennt als erste die Möglichkeit, dass die fünf Banken, die die seit einem Jahrhundert bestehende Benchmark festlegen – Barclays, Deutsche Bank, Bank of Nova Scotia, HSBC Holdings und Société Générale – aktiv zusammengearbeitet haben könnten, um den Preis zu manipulieren. Damit steigt der Druck auf die Banken, die Art der Berechnung zu überarbeiten.

Derzeit untersuchen weltweit Behörden, die sich bereits mit der Manipulation von anderen Benchmarks wie Zinssätzen und Devisenkursen beschäftigen, den 20 Billionen Dollar schweren Goldmarkt auf Anzeichen von Fehlverhalten.

Kommentare (16)

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Account gelöscht!

28.02.2014, 15:01 Uhr


Zur Bewertung dieser kriminellen Goldräuberpistole sollte HB in seiner Beurteilung zahlreiche hauseigene Desinformationsartikel ebenso heranziehen, wie die Frage nach Verbleib des Goldes zahlreicher Zentralbanken.

Dass China die Märkte leer räumt, steht ja wohl kaum mit einer verfehlten Rohstoffpolitik Chinas seit der Kulturrevolution in Zusammenhang.

Zeit Zipfelmichel mal einen kritschen Beitrag zu widmen.
Gönnt halt verängstigten und geschröpften Fondanleger auch eine richtige Richtungsentscheidung.

Account gelöscht!

28.02.2014, 15:48 Uhr

Ich denke mal, dass alle Fundamentals geklärt sind! Der Zug gewinnt an Fahrt, auf dem Weg gegen die Wand oder auch Meltown genannt

Account gelöscht!

28.02.2014, 15:52 Uhr

Es wäre doch wirklich ein Wunder gewesen, wenn die Deutsche Bank bei dieser Betrügerei nicht dabei gewesen wäre.

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