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08.11.2012

17:54 Uhr

Banknoten

Ab Mai kommen die neuen Euro-Scheine

Sie sollen sicherer sein und im Wasserzeichen und Hologramm ein Porträt der griechischen Gestalt Europa enthalten. Obwohl die Farben und Motive gleich bleiben, sollen alte und neue Scheine leicht zu unterscheiden sein.

Die neuen Sicherheitsmerkmale sollen das Fälschen der Scheine noch schwerer machen. dpa

Die neuen Sicherheitsmerkmale sollen das Fälschen der Scheine noch schwerer machen.

FrankfurtDie Euro-Scheine bekommen ein kleines Facelift. Ab dem kommenden Jahr wollen die Europäische Zentralbank (EZB) und die nationalen Zentralbanken (NZBen) des Euro-Systems die zweite Serie von Euro-Banknoten einführen. Das kündigte am Donnerstag EZB-Präsident Mario Draghi in Frankfurt an.

Die neue Serie werde „Europa-Serie“ heißen, da die Banknoten im Wasserzeichen am Rand der Scheine und im Hologrammband ein Porträt der Europa – einer Gestalt aus der griechischen Mythologie und Namensgeberin unseres Kontinents – tragen. Zudem soll der aufgedruckte Wert der Banknote seine Farbe von smaragdgrün in ein tiefes Blau ändern, wenn man den Geldschein etwas neigt. Diese Merkmale sollen das Fälschen noch schwerer machen.

Die Europa-Serie sei das Ergebnis von Fortschritten, die in den mehr als zehn Jahren seit der Einführung der ersten Euro-Serie im Bereich Banknoten-Technologie erzielt wurden. "Die Sicherheitsmerkmale wurden weiter verbessert; die neuen Euro-Geldscheine werden somit noch sicherer sein", so die EZB. Schon die erste Generation der Euro-Noten wird vergleichsweise selten gefälscht. „Rein rechnerisch kommt jeder Bürger in Deutschland nur einmal in 2000 Jahren mit Falschgeld in Berührung“, erklärte Bundesbank-Vorstand Carl-Ludwig Thiele.

„Bei der zweiten Euro-Banknotenserie handelt es sich um eine Weiterentwicklung der ersten Serie“, sagte Draghi. Das Leitmotiv „Zeitalter und Stile“ mit Architekturmotiven sowie die Hauptfarben würden beibehalten. Für die neuen Sicherheitsmerkmale seien die Noten aber leicht verändert worden: „Die Geldscheine der beiden Serien können leicht voneinander unterschieden werden“, verriet Draghi.

So erkennen Sie falsche Banknoten

Fühlbare Schrift

Auf der Vorderseite der Geldscheine sind erhabene Teile des Druckbildes zu fühlen (Schriftzug „BCE ECB EZB EKT EKP“ am oberen Rand).

Wasserzeichen

Hält man den Geldschein gegen das Licht, ist im unbedruckten Bereich ein Wasserzeichen zu erkennen.

Hologramme

Beim Kippen der Banknote verändern sich die Hologrammelemente.

Glanzstreifen

Auf der Rückseite der Banknote befindet sich ein Perlglanzstreifen mit dem Wert des Geldscheins (Scheine bis 20 Euro) oder die rechte Wertzahl wechselt beim Kippen der Noten die Farbe (Scheine ab 50 Euro).

Vergleichen

Wer unsicher ist, ob eine Banknote echt ist, sollte sie mit einem anderen Geldschein vergleichen, etwa einem, der von einem Geldausgabeautomaten ausgezahlt wurde.

Gleich bleibt das Material: Auch die überarbeiteten Noten werden laut EZB auf Baumwollpapier gedruckt, die Sicherheitsmerkmale direkt bei der Papierherstellung in die Scheine integriert. Für jeden Schein werden demnach unterschiedliche Druckverfahren und spezielle Tinten verwendet. Die Hologramme, die je nach Betrachtungswinkel ihre Farbe ändern, gelangen im Siebdruckverfahren auf die Geldnote.

Die neuen 5-Euro-Scheine sollen der Öffentlichkeit im Januar 2013 in Frankfurt vorgestellt werden. Bis sie von Mai an in Umlauf gebracht werden, sollen sie in der Tresoren der nationalen Notenbanken lagern. Die übrigen Noten der zweiten Generation werden in aufsteigender Reihenfolge über mehrere Jahre hinweg eingeführt. Zum Startdatum für den neuen Zehn-Euro-Schein machte die EZB jedoch noch keine Angaben. Für das kommende Jahr ist eine Informationskampagne geplant.

Diese Scheine werden häufig gefälscht

5-Euro-Schein

Im Jahr 2011 wurden 316 falsche 5-Euro-Scheine entdeckt (1 Prozent der falschen Banknoten).

10-Euro-Schein

774 falsche 10-Euro-Scheine wurden 2011 entdeckt (2 Prozent der falschen Banknoten).

20-Euro-Scheine

Im Jahr 2011 wurden 14.108 falsche 20-Euro-Scheine entdeckt (36 Prozent der falschen Banknoten).

50-Euro-Scheine

50-Euro-Scheine werde am häufigsten gefälscht: 2011 wurden 16.587 falsche 50-Euro-Scheine entdeckt (42 Prozent der falschen Banknoten).

100-Euro-Scheine

Im Jahr 2011 wurden 5.364 falsche 100-Euro-Scheine entdeckt (14 Prozent der falschen Banknoten).

200-Euro-Scheine

1.752 falsche 200-Euro-Scheine wurden 2011 registriert (4 Prozent der falschen Banknoten).

500-Euro-Scheine

500-Euro-Scheine sind bei Fälschern nicht beliebt. Im Jahr 2011 wurden nur 155 falsche 500-Euro-Scheine entdeckt (unter 1 Prozent der falschen Banknoten).

Anfangs sollen die beiden Euro-Banknotenserien parallel zueinander im Umlauf sein, dann werde die erste Serie allmählich aus dem Verkehr gezogen und verliere letztlich den Status als gesetzliches Zahlungsmittel. Der Zeitpunkt, zu dem dies erfolgt, werde weit im Voraus bekannt gegeben. Verbraucher könnten auch nach Ablauf der Gültigkeit jederzeit bei einer Notenbank gegen die neuen Noten umtauschen. Draghi betonte: „Ihren Wert behalten die Banknoten der ersten Serie für immer.“

Kommentare (27)

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Elfenbeinturm

08.11.2012, 17:59 Uhr

Haben die keine anderen Sorgen ?
Die Vorbereitung für den Grexit ist das doch sicher nicht?!
Der deutsche Blödmichel hält doch noch still!!

undertaker

08.11.2012, 18:20 Uhr

Sollen aber die Rückseite blank lassen, dann kann man die Scheine später wenigstens noch für Notizen usw. nutzen.

Baier

08.11.2012, 18:41 Uhr

eine Frage: Wer kontrolliert, wieviel neue Scheine ausgegeben werden? Das ganze riecht verdächtig nach verdeckter Ausweitung der Geldmenge.

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