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11.07.2014

09:34 Uhr

Barren zum Anfassen

Das Gold der Bundesbank

Die Bundesbank besitzt den zweitgrößten Goldschatz der Welt. Erstmals in ihrer Geschichte öffnet sie nun die Tresortüren. Die Bevölkerung darf das Gold anfassen. Doch der größte Teil lagert gar nicht in Deutschland.

Goldbarren der Deutschen Bundesbank: Die Verlagerung des Bundesbank-Goldes nach Deutschland hat bislang 600 000 Euro gekostet. dpa

Goldbarren der Deutschen Bundesbank: Die Verlagerung des Bundesbank-Goldes nach Deutschland hat bislang 600 000 Euro gekostet.

FrankfurtViele Deutsche sähen den Goldschatz der Bundesbank lieber in der Heimat als in fremden Tresoren. Die Notenbank hat auf die Kritik reagiert und holt schrittweise Tausende Barren aus den USA und Frankreich nach Deutschland. Einen Einblick in ihre Tresore gewährt die Notenbank nicht - aus Sicherheitsgründen. Doch Bundesbank-Präsident Jens Weidmann weiß, wie wichtig das Vertrauen der Bürger ist. Deshalb öffnet die Notenbank an diesem Wochenende (12./13.7.) erstmals in ihrer Geschichte die Türen für die Bevölkerung.

Dabei gibt es sogar Gold zum Anfassen: In einer Sicherheitsvitrine wird ein 12,5 Kilogramm schwerer Goldbarren liegen. Aktueller Marktwert des Goldstücks, das kleiner als eine Milchtüte ist: etwa 400 000 Euro. Das erst kürzlich aus New York gelieferte Edelmetall kann berührt und hochgehoben, aber nicht aus der Vitrine herausgenommen werden.

Die globalen staatlichen Goldreserven

Hintergrund

Die Daten des Internationalen Währungsfonds zeigen die Goldreserven ausgewählter Staaten (in Tonnen) zum Jahresende 2016. Die Statistik legt außerdem offen, wie groß der Anteil des Goldes an den gesamten staatlichen Währungsreserven ist. Viele Länder bunkern neben Gold große Devisenbestände, etwa in US-Dollar oder in Euro.

USA

Bestand: 8133,5 Tonnen

Gold-Anteil an staatlichen Reserven: 73,8 Prozent

Quelle: World Gold Council

Deutschland

Bestand: 3779,9 Tonnen

Gold-Anteil an staatlichen Reserven: 67,6 Prozent

Frankreich

Bestand: 2435,8 Tonnen

Gold-Anteil an staatlichen Reserven: 61,5 Prozent

China

Bestand: 1842,6 Tonnen

Gold-Anteil an staatlichen Reserven: 2,2 Prozent

Schweiz

Bestand: 1040,0 Tonnen

Gold-Anteil an staatlichen Reserven: 5,6 Prozent

Russland

Bestand: 1615,2 Tonnen

Gold-Anteil an staatlichen Reserven: 15,2 Prozent

Indien

Bestand: 557,8 Tonnen

Gold-Anteil an staatlichen Reserven: 5,7 Prozent

Großbritannien

Bestand: 310,3 Tonnen

Gold-Anteil an staatlichen Reserven: 8,5 Prozent

Deutschland besitzt nach der US-Notenbank Fed den zweitgrößten Goldschatz der Welt. Doch als Relikt aus Zeiten des Kalten Krieges lagern fast zwei Drittel des Edelmetalls im Ausland. Noch. Denn spätestens 2020 soll mehr als die Hälfte der zuletzt 3387 Tonnen deutschen Goldes im Gesamtwert von aktuell 102,1 Milliarden Euro in den Tresoren der Bundesbank lagern. Ende 2013 war in den Kellern in Frankfurt nicht einmal jeder dritte der Goldbarren gestapelt.

Auch wenn die Verlagerung schleppend begann und 2013 nur 37 der insgesamt geplanten 674 Tonnen Gold aus Paris und New York nach Frankfurt überführt wurden - Bundesbank-Vorstand Carl-Ludwig Thiele bleibt optimistisch: „Wir liegen voll im Plan und werden den Zeitplan einhalten können.“ Nach früheren Angaben sollen in diesem Jahr 30 bis 50 Tonnen Gold aus New York und 50 Tonnen aus Paris nach Frankfurt gebracht werden.

Weil viele der New Yorker Barren nicht dem heute gültigen Standard entsprechen, lässt die Bundesbank sie umschmelzen. Dabei habe sich gezeigt, dass alle Unkenrufe der Kritiker unberechtigt waren. „Bei dem bisher nach Deutschland verlagerten Gold war alles so, wie es sein soll“, betont Thiele. Ohnehin haben die Bundesbanker uneingeschränktes Vertrauen in ihre US-Kollegen: „Wir haben keine Zweifel an der Integrität der Federal Reserve Bank of New York. Unser Gold liegt dort sicher verwahrt.“

Goldreserven

Das Gold der Bundesbank

Goldreserven: Das Gold der Bundesbank

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Kommentare (14)

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Herr walter danielis

11.07.2014, 10:04 Uhr

Bei 37 von 674 Tonnen war alles so wie es sein soll! Wie beruhigend!

Herr Manfred Zimmer

11.07.2014, 10:11 Uhr

Die Bundesbank veröffentlicht - wie andere Zentralbanken ebenfalls - in ihrer Bilanz die saldierten pyhsischen Goldbestände mit den Goldforderungen.

Es wäre informativer diese Positionen getrennt oder zumindest als "darunter" zu veröffentlichen.

Es ist faktisch so als würde ein Unternehmen, eine Bank ihre JKreditforderungen als Kassenbestand ausweisen. Unvorstellbar, aber die Deutsche Bundesbank macht es einfach.

Daraus erkennt man das Obrigkeitsgefühl. Was für den einen normal ist, darf der andere erst garnicht machen. Er müsste sich, wie Dr. Nonnenmacher in Hamburg, wegen Bilanzfälschung verantworten.

Wenn man sich die Gesetze in Deutschland kritisch anschaut, dann muss man sich schon die Haare raufen. Das schlimme daran ist, dass es ja kluge Köpfe in Deutschland gibt, die aber auch so eingelullt sind, dass selbst bei ihnen die Lichter oder die Alarmglocken nicht angehen.

Auch die Elite ist eingelullt und engagiert sich nicht mehr.

Herr Thomas Sieber

11.07.2014, 10:20 Uhr

Bla-Bla-Bla....
Man zeige dem dummen Volk einen Goldbarren hinter Panzerglas und behaupte, der kleine Rest von über 2000t im Ausland sei noch da! Das haben uns schließlich unsere "freunde" mündlich versichert! Denen kann man doch trauen....ODER??????
Ein weiterer Akt im Trauerspiel um die Marionetten der Besatzer USrael, FRA und GB mit dem "Bund-" vor der Bezeichnung ihres GG-Organes. Volksverarsche vom Feinsten! Es machtt vor allem einen Ossis mit der leidigen Erfahrung aus der gelebten Ex-DDR einfach nur noch fassungslos, wie uns die Herren und Damen aus Bund und Parteienmafia geradezu verhöhnen im Stile eines "Politbüros und ZK der SED"! Zeit für Veränderungen.

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