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24.07.2013

08:27 Uhr

Belastung durch China-Daten

Euro verliert an Wert

Nach dem gestrigen Monatshoch lässt der Euro heute zunächst ein paar Federn. Den Dollar locken starke Impulse. Doch auch der Euro kann den Trend noch umkehren.

Leicht ramponiert beginnt der Handel zur Mitte der Woche. dpa

Leicht ramponiert beginnt der Handel zur Mitte der Woche.

TokioDer Kurs des Euro ist am Mittwoch im frühen Handel nach enttäuschenden chinesischen Konjunkturdaten leicht gefallen. Die europäische Gemeinschaftswährung kostete zuletzt 1,3204 US-Dollar. Ein Dollar war 0,7573 Euro wert. Im frühen asiatischen Handel hatte der Euro noch 1,3227 Dollar gekostet. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Dienstag auf 1,3180 (Montag: 1,3166) Dollar festgesetzt.

Der von der britischen Großbank HSBC für China ermittelte Einkaufsmanagerindex war im Juli überraschend von 48,2 Punkten im Vormonat auf 47,7 Zähler gesunken. Daraufhin gab der Euro einen kleinen Teil seiner jüngsten Kursgewinne wieder ab. Die Experten der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) sehen jedoch gute Chancen für einen weiteren Kursanstieg beim Euro. Bei den am Vormittag anstehenden Einkaufsmanagerindizes für die Eurozone halten die Experten einen leichten Anstieg für wahrscheinlich.

Die Kursentwicklung des Euro seit Einführung

1. Januar 1999

1. Januar 1999: Der Euro wird von den elf Gründerländern der Europäischen Währungsunion (EWU) aus der Taufe gehoben. Der Umrechnungskurs zur D-Mark beträgt 1,95583 DM je Euro.
Am 4. Januar startet der Handel in Sydney - der ersten großen Börse, die nach dem Datumswechsel öffnet - mit 1,1747 Dollar.

Dezember 1999

Der Euro fällt erstmals auf 1,00 Dollar.

Frühherbst 2000

Bei Kursen unter 0,85 Dollar wächst die Befürchtung, der schwache Euro könnte die Weltwirtschaft destabilisieren. Mit Unterstützung der Zentralbanken Japans und der USA greift die EZB der jungen Währung unter die Arme. Doch die Interventionen verpuffen rasch: Am26. Oktober ist ein Euro noch 0,8225 Dollar wert. Eine weitere Interventionsrunde im November hievt ihn wieder auf 0,86 Dollar.

Januar 2002

Die reibungslose Einführung des Euro-Bargelds honorieren die Finanzmärkte mit Euro-Käufen. Im Juli erreicht der Euro wieder die Ein-Dollar-Marke.

März 2003

Der Beginn des Irakkrieges geht zu Lasten des Dollar. Der Euro erreicht wieder sein Einführungsniveau.

September 2003

Finanzminister und Notenbanker der sieben führenden Industrieländer (G7) fordern flexiblere Wechselkurse, was an den Märkten als Signal für den Wunsch nach einem schwächeren Dollar interpretiert wird. Am 28. November 2003 steigt der Euro erstmals über 1,20 Dollar.

September 2007

Nach einer deutlichen US-Zinssenkung im Zuge der Subprime-Krise steigt der Euro über 1,40 Dollar.

Juli 2008

Der Euro erreicht mit 1,6038 Dollar ein Rekordhoch. Nur wenige Tage zuvor - am 11. Juli - hatte übrigens auch der Ölpreis mit 147,50 Dollar je Fass sein Allzeithoch erreicht.

Oktober 2008

Im Sog der Lehman-Pleite ziehen US-Investoren ihre Euro-Gelder ab und drücken ihn bis zum 28. Oktober auf 1,2328 Dollar ,den niedrigsten Stand seit April 2006.

Oktober 2009

Mit den Aktienmärkten steigt zwar auch der Euro - erstmals seit einem Jahr klettert er am 21. Oktober über 1,50 Dollar. Doch das Comeback ist von kurzer Dauer: Griechenland schockiert die Märkte mit der Ankündigung eines etwa doppelt so hohen Haushaltsdefizits wie bislang gedacht.

Dezember 2009, Januar 2010

Mit ersten Herabstufungen Griechenlands durch die Ratingagenturen Fitch, Standard & Poor's sowie Moody's beginnt der Euro seine Talfahrt.

Frühjahr und Sommer 2011

EZB-Chef Jean-Claude Trichet signalisiert am 3. März überraschend für April eine Zinserhöhung. Im Juli folgt sogar eine zweite Zinsanhebung. Am 4. Mai notiert der Euro zeitweise über 1,49 Dollar. Spekulationen über einen möglichen Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone bremsen die Gemeinschaftswährung aber für den Rest des Sommers aus. Sie pendelt meist in einer Spanne von etwa 1,40 bis 1,45 Dollar.

Ende Februar 2012

Eine zweite EZB-Geldspritze lässt den Euro wieder steigen. Er schafft es fast bis auf 1,35 Dollar. Banken können sich bei der EZB für drei Jahre zum historisch niedrigen Leitzins von einem Prozent Geld leihen. Zusammen mit der ersten derartigen Aktion vom Dezember greifen die europäischen Banken rund eine Billion Euro ab.

Juni 2012

Die Angst der Investoren vor einer Eskalation der Staatsschuldenkrise ist größer denn je und belastet den Euro. Vor allem Spanien ist wegen seines taumelnden Bankensektors angezählt. Im Juni fällt der Euro bis auf 1,21 Dollar.

Juli 2012

Vor Investoren in London kündigt EZB-Chef Draghi am 26. Juli an, die EZB werde „alles nötige tun, um den Euro zu erhalten.“ Der vorläufige Wendepunkt in der Euro-Krise. Sofort steigt der Euro deutlich. Innerhalb eines Tages von 1,2118 auf 1,2287 US-Dollar. Wenige Wochen später machte Draghi klar, was das bedeutet: Im Notfall kauft die EZB unbegrenzt Anleihen der Krisenländer. Der Euro startet einen neuen Höhenflug.

Februar bis März 2013

Die Erleichterungs-Rally geht weiter: Anfang Februar steigt der Euro bis auf 1,37 Dollar. Das Hoch hält allerdings nicht lange vor. Wegen Unsicherheiten in Italien und Zypern fällt die Gemeinschaftswährung und notiert aktuell bei knapp unter 1,30 Dollar.

September 2014

Die EZB überrascht die Märkte mit einem neuen Zinssenkungszyklus. Der Euro nimmt seine Talfahrt wieder auf. Signale von EZB-Chef Mario Draghi für weitere Geldspritzen drücken den Euro bis zum Jahresende auf rund 1,21 Dollar.

06. Januar 2015

Der Euro fällt auf 1,1853 Dollar und erreicht damit das Tief von Februar 2006. Zugleich nimmt die Talfahrt der Ölpreise weiter Fahrt auf. Nordseeöl der Sorte Brent verbilligt sich um bis zu 1,7 Prozent auf 50,22 Dollar je Barrel (159 Liter).

Die chinesischen Konjunkturdaten haben dem gern als sicheren Hafen angesteuerten Dollar ebenfalls Auftrieb gegeben. Der Australische Dollar kostet noch 0,9260 US-Dollar, nachdem er vor Veröffentlichung der Daten auf ein Ein-Monats-Hoch von 0,9320 Dollar gestiegen war. Die Geschäfte der chinesischen Industrie sind im Juli einer Umfrage zufolge den dritten Monat in Folge geschrumpft. Der HSBC-Einkaufsmanagerindex fiel auf 47,7 Punkte nach 48,2 Punkten im Juni - der Juli-Wert ist der schwächste seit August 2012. „Die Daten dämpfen den Risikoappetit der Anleger und davon sollte der Dollar profitieren”, sagte Roy Teo, Stratege bei der ABN AMRO Bank.

Kommentare (3)

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Account gelöscht!

24.07.2013, 09:18 Uhr

Verliert an Wert gemessen woran :D LOL einer anderen Pleitewährung die nur noch durch Eingriffe und Betrug als Zahlungsmittel gestemmt wird?

Rechner

24.07.2013, 10:16 Uhr

O-Ton Handelsblatt
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Euro verliert an Wert...

Der Kurs des Euro ist am Mittwoch im frühen Handel nach enttäuschenden chinesischen Konjunkturdaten leicht gefallen. Die europäische Gemeinschaftswährung kostete zuletzt 1,3204 US-Dollar.

Im frühen asiatischen Handel hatte der Euro noch 1,3227 Dollar gekostet.
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Und schwupps, schon wieder steht es bei 1,3230.

Wertverlust beendet.

Es ist lächerlich derartigen Minischwankungen einen Sinn zu unterlegen und ihnen Nachrichtenwert zu verleihen.

Sowas machen normalerweise nur Broker und von denselben finanzierte Berieselungsdienste, um die Lemminge zum Zocken zu verleiten.

matausen

24.07.2013, 20:40 Uhr

Ihr Kommentator hat offenbar den Tag verwechselt, der chinesische Einkaufmanagerindex wurde bereits am Dienstag 21:15 veröffentlicht, der EUR verliert 20 Pips, um 3:00 (US Zeit) steigt der EUR wiederum um etwa 65 Pips. Der Schreiber sollte sich vorher informieren, bevor ein derartige Bewertung bzw. Unsinn veröffentlicht wird.

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