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01.03.2014

01:03 Uhr

Bitcoin-Börse

Mt. Gox in den USA wegen Unterschlagung verklagt

Zu allen Problemen kommt nun ein Gerichtsfall: Ein Kunde der pleitegegangenen Bitcoin-Börse Mt. Gox hat in den USA Klage eingereicht. Dies kurz nachdem die ehemals größte solche Plattform Insolvenz beantragt hat.

Mt.-Gox-CEO Mark Karpeles: Die Probleme häufen sich. Reuters, Sascha Rheker

Mt.-Gox-CEO Mark Karpeles: Die Probleme häufen sich.

ChicagoDie insolvente Bitcoin-Börse Mt. Gox wurde vor einem Bundesgericht in Chicago von einem Kunden verklagt. Der ehemals weltgrößten Bitcoin-Handelsplattform wird vorgeworfen, Eigentum der Nutzer unterschlagen zu haben.

Zuvor hatte Mt. Gox nach eigenen Angaben in Tokio einen Insolvenzantrag gestellt. Die Schulden überstiegen die Aktiva um 2,7 Mrd. Yen, erklärte der Betreiber der Tauschbörse für die virtuelle Währung.

Dem Konkurs-Analysehauses Teikoku Databank Ltd. zufolge belaufen sich die Schulden von Mt. Gox auf 6,5 Mrd. Yen (rund 46 Mio. Euro). Das Unternehmen war im Geschäftsjahr bis März 2013 auf einen Erlös von 135 Mio. Yen gekommen.

Die wichtigsten Fragen zu Bitcoins

Was sind Bitcoins?

Bitcoins (BTC) sind verschlüsselte Datenpakete aus Zahlen und Buchstaben.

Wer hat Bitcoins erfunden?

Als Erfinder gibt sich jemand aus, der auf einer Kryptografie-Mailingliste unter dem Namen Satoshi Nakamoto auftrat – vermutlich ein Pseudonym, möglicherweise steckt sogar eine Gruppe dahinter. Er umriss das Konzept 2008 in einem Grundsatzpapier und brachte 2009 eine Software zum Bitcoin-Austausch heraus. Mittlerweile kümmert sich eine kleine Community von Entwicklern darum – der Quellcode liegt offen.

Wozu sind Bitcoins gut?

Für die einen sollen Bitcoins ein anonymes Zahlungsmittel im Internet sein, das Systeme wie Paypal unnötig macht. Andere sehen Bitcoins als alternatives Wertaufbewahrungsmittel. Wieder andere glauben an eine mit dem Goldstandard vergleichbare Sicherheitsfunktion.

Als weltweit erste nennenswerte Transaktion gilt der Kauf zweier Pizzen für 10.000 BTC. Auch für illegale Zahlungen kommt die Währung zum Einsatz, etwa auf der inzwischen geschlossenen Online-Plattform Silk Road.

In Deutschland sind Bitcoins noch nicht sehr verbreitet. In Onlineshops wie Schuhwelt.com sowie in mehreren Berliner Kneipen kann man mit Bitcoins zahlen – allerdings tun Kunden das bislang nur in Einzelfällen.

Wie entstehen neue Bitcoins?

Neue Bitcoins müssen berechnet werden. Anfangs konnte jeder PC Bitcoins „schürfen“. Inzwischen sind die Rechnungen so komplex geworden, dass sie nur noch Hochleistungscomputer bewältigen. Professionelle Bitcoin-Schürfer koppeln ihre Computer zusammen.

Wie viele Bitcoins gibt es?

Die Anzahl der Bitcoins ist mathematisch auf maximal 21 Millionen begrenzt. Je größer die umlaufende Menge ist, desto aufwendiger wird, neue Einheiten zu berechnen. Professor Rainer Böhme von der Uni Münster geht davon aus, dass der letzte Bitcoin im Jahr 2140 erzeugt wird.

Wo werden Bitcoins gehandelt?

Im Internet gibt es etwa 60 Umschlagplätze für Bitcoins. Die mit Abstand größte Börse war lange Zeit Mt. Gox mit Sitz in Tokio. Doch die Japaner meldeten Insolvenz an. Weitere Tauschbörsen sind Coinbase, Kraken, BitStamp, Circle und BTC China. Die nach eigenen Angaben größte Bitcoin-Börse in Deutschland, Bitcoin.de, hat ihren Sitz in Herford bei Bielefeld.

Wie hat sich der Kurs entwickelt?

Seit dem Start 2009 haben Bitcoins stark zugelegt. Im Dezember 2013 kostete ein Bitcoin mehr als 1100 Dollar. Nach der Pleite der Handelsplattform Mt. Gox Anfang 2014 rutschte der Kurs enorm ab. Zum Jahreswechsel 2014 steht er etwas über 300 Dollar.

Ist der Handel mit Bitcoins legal?

In Deutschland können Nutzer laut Bafin ohne Erlaubnis mit der Cyber-Währung bezahlen. Auch das so genannte „Mining“ – die Schöpfung von Bitcoins – ist erlaubt. Allerdings können beim Rücktausch in Euro Steuern fällig werden.

von Andreas Dörnfelder

Mt. Gox sind 750.000 Bitcoins von Nutzern und 100.000 eigene verloren gegangen, wie die Tauschbörse am 24. Februar mitteilte. Anfang des Monats hatte das Unternehmen bereits alle Abhebungen gesperrt.

Ins Leben gerufen wurden Bitcoins 2008 von einem Programmierer oder einer Programmierer-Gruppe unter dem Pseudonym Satoshi Nakamoto. Seitdem ist das Interesse an der virtuellen Währung gestiegen, auch bei Händlern rund um die Welt. Es gibt keine zentrale Stelle für die Bitcoin-Ausgabe. Alle Transaktionen werden über eine öffentliche Datenbank verifiziert, bei der die Nutzer anonym bleiben.

Die fehlenden 850.000 Bitcoins sind etwa 473 Mio. Dollar (rund 343 Mio. Euro) wert, basierend auf dem aktuellen Kurs des CoinDesk Bitcoin Price Index.

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