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16.04.2014

10:34 Uhr

Bitcoin-Börse

Mt. Gox vor dem endgültigen Aus

Ein endgültiges Ende der weltgrößten Bitcoin-Börse Mt. Gox steht einem Zeitungsbericht zufolge kurz bevor. Dass die Kunden wenigstens einen Teil ihres Geldes wiederbekommen, ist alles andere als sicher.

Die digitale Währung kann nicht in Koffern oder unter Kopfkissen wieder auftauchen – die Münzen sind nichts mehr wert. AFP

Die digitale Währung kann nicht in Koffern oder unter Kopfkissen wieder auftauchen – die Münzen sind nichts mehr wert.

BangaloreDie insolvente Bitcoin-Börse Mt. Gox sieht einem Zeitungsbericht zufolge keine Chancen mehr auf eine Rettung und will ihre Geschäfte daher gänzlich auflösen. Das Unternehmen habe vor Gericht in Tokio einen Antrag zur Abwicklung des einst weltgrößten Handelsplatzes für die Internet-Währung eingereicht, berichtete das „Wall Street Journal“ am Mittwoch unter Berufung auf mit dem Vorgang vertraute Personen. Es fehle an realistischen Rettungsplänen, hieß es zur Begründung. Die Anwälte der Börse wollten sich nicht dazu äußern.

Mt. Gox meldete im vorigen Monat Insolvenz an, nachdem dem Unternehmen zufolge nach einem Hackerangriff etwa 850.000 Bitcoins im Wert von derzeit etwa 454 Millionen Dollar verschwunden waren. Im März teilte die Börse mit, sie habe 200.000 Bitcoins in einem elektronischen Portemonnaie wiedergefunden, das ein älteres Format habe.

Die wichtigsten Fragen zu Bitcoins

Was sind Bitcoins?

Bitcoins (BTC) sind verschlüsselte Datenpakete aus Zahlen und Buchstaben.

Wer hat Bitcoins erfunden?

Als Erfinder gibt sich jemand aus, der auf einer Kryptografie-Mailingliste unter dem Namen Satoshi Nakamoto auftrat – vermutlich ein Pseudonym, möglicherweise steckt sogar eine Gruppe dahinter. Er umriss das Konzept 2008 in einem Grundsatzpapier und brachte 2009 eine Software zum Bitcoin-Austausch heraus. Mittlerweile kümmert sich eine kleine Community von Entwicklern darum – der Quellcode liegt offen.

Wozu sind Bitcoins gut?

Für die einen sollen Bitcoins ein anonymes Zahlungsmittel im Internet sein, das Systeme wie Paypal unnötig macht. Andere sehen Bitcoins als alternatives Wertaufbewahrungsmittel. Wieder andere glauben an eine mit dem Goldstandard vergleichbare Sicherheitsfunktion.

Als weltweit erste nennenswerte Transaktion gilt der Kauf zweier Pizzen für 10.000 BTC. Auch für illegale Zahlungen kommt die Währung zum Einsatz, etwa auf der inzwischen geschlossenen Online-Plattform Silk Road.

In Deutschland sind Bitcoins noch nicht sehr verbreitet. In Onlineshops wie Schuhwelt.com sowie in mehreren Berliner Kneipen kann man mit Bitcoins zahlen – allerdings tun Kunden das bislang nur in Einzelfällen.

Wie entstehen neue Bitcoins?

Neue Bitcoins müssen berechnet werden. Anfangs konnte jeder PC Bitcoins „schürfen“. Inzwischen sind die Rechnungen so komplex geworden, dass sie nur noch Hochleistungscomputer bewältigen. Professionelle Bitcoin-Schürfer koppeln ihre Computer zusammen.

Wie viele Bitcoins gibt es?

Die Anzahl der Bitcoins ist mathematisch auf maximal 21 Millionen begrenzt. Je größer die umlaufende Menge ist, desto aufwendiger wird, neue Einheiten zu berechnen. Professor Rainer Böhme von der Uni Münster geht davon aus, dass der letzte Bitcoin im Jahr 2140 erzeugt wird.

Wo werden Bitcoins gehandelt?

Im Internet gibt es etwa 60 Umschlagplätze für Bitcoins. Die mit Abstand größte Börse war lange Zeit Mt. Gox mit Sitz in Tokio. Doch die Japaner meldeten Insolvenz an. Weitere Tauschbörsen sind Coinbase, Kraken, BitStamp, Circle und BTC China. Die nach eigenen Angaben größte Bitcoin-Börse in Deutschland, Bitcoin.de, hat ihren Sitz in Herford bei Bielefeld.

Wie hat sich der Kurs entwickelt?

Seit dem Start 2009 haben Bitcoins stark zugelegt. Im Dezember 2013 kostete ein Bitcoin mehr als 1100 Dollar. Nach der Pleite der Handelsplattform Mt. Gox Anfang 2014 rutschte der Kurs enorm ab. Zum Jahreswechsel 2014 steht er etwas über 300 Dollar.

Ist der Handel mit Bitcoins legal?

In Deutschland können Nutzer laut Bafin ohne Erlaubnis mit der Cyber-Währung bezahlen. Auch das so genannte „Mining“ – die Schöpfung von Bitcoins – ist erlaubt. Allerdings können beim Rücktausch in Euro Steuern fällig werden.

von Andreas Dörnfelder

Dies weckte Hoffnungen, die Kunden könnten wenigstens einen Teil ihres Geldes zurückerhalten. Bitcoins sind seit 2009 im Umlauf. Sie sind die bekannteste einer ganzen Gruppe von neuen digitalen Währungen, mit denen unabhängig vom traditionellen Bankensystem gehandelt wird.

Von

rtr

Kommentare (3)

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Account gelöscht!

16.04.2014, 11:55 Uhr

Das sollte eine Lektion für alle sein: Kein Geld in Institutionen halten. Früher oder später ist die Kohle weg. Allianz und Deutsche Bank sind kein bischen besser als MtGox.

Man besitzt das, wo man drauf sitzt. Alles andere ist Prinzip Hoffnung.

Account gelöscht!

16.04.2014, 12:22 Uhr

kann mir hier evlt. einer sagen, wo ich das shorten kann?

Account gelöscht!

16.04.2014, 12:39 Uhr

Bei Bitfinex:
https://www.bitfinex.com
Es ist aber sehr mutig, zu shorten, nachdem die Blase geplatzt ist. Die Presse wie HB ist ein Kontraindikator. Es gab da 2011 den Artikel: "The Rise and Fall of Bitcoin" in Wired. Sehr lesenswert.

Aber jedem Tierchen sein Plaisierchen....

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