Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

09.12.2015

11:36 Uhr

Bitcoin-Erfinder

Herr Nakamoto, bitte melden!

VonMichael Brächer

Die Online-Währung Bitcoin sorgt seit Jahren für Furore, doch ihr Erfinder ist bis heute nicht bekannt. Jetzt wollen Journalisten den mysteriösen Satoshi Nakamoto enttarnt haben. Die Spur führt nach Australien – doch es bleiben Zweifel.

Craig Steven Wright

Australien: Wohnt in diesem Haus der Bitcoin-Erfinder?

Craig Steven Wright: Australien: Wohnt in diesem Haus der Bitcoin-Erfinder?

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

FrankfurtWas ein Internetnutzer unter dem Pseudonym Satoshi Nakamoto im Januar 2009 in einem Onlineforum vorstellte, war eine Revolution: Nakamoto skizzierte eine Internetwährung, die von ihren Nutzern verwaltet wird und ohne eine Zentralbank auskommt – den Bitcoin.

Inzwischen sind die virtuellen Münzen insgesamt fast fünf Milliarden US-Dollar wert, auch Großbanken experimentieren mit der Bitcoin-Technologie.

Doch ihr Erfinder ist weiter abgetaucht. Dabei wurde Nakamoto inzwischen sogar für den Wirtschaftsnobelpreis vorgeschlagen. Seine wahre Identität aber blieb verborgen – bis heute.

Nun wollen das Technikmagazin Wired und die Website Gizmodo herausgefunden haben, wer hinter dem Pseudonym steckt.

Die wichtigsten Fragen zu Bitcoins

Was sind Bitcoins?

Bitcoins (BTC) sind verschlüsselte Datenpakete aus Zahlen und Buchstaben.

Wer hat Bitcoins erfunden?

Als Erfinder gibt sich jemand aus, der auf einer Kryptografie-Mailingliste unter dem Namen Satoshi Nakamoto auftrat – vermutlich ein Pseudonym, möglicherweise steckt sogar eine Gruppe dahinter. Er umriss das Konzept 2008 in einem Grundsatzpapier und brachte 2009 eine Software zum Bitcoin-Austausch heraus. Mittlerweile kümmert sich eine kleine Community von Entwicklern darum – der Quellcode liegt offen.

Wozu sind Bitcoins gut?

Für die einen sollen Bitcoins ein anonymes Zahlungsmittel im Internet sein, das Systeme wie Paypal unnötig macht. Andere sehen Bitcoins als alternatives Wertaufbewahrungsmittel. Wieder andere glauben an eine mit dem Goldstandard vergleichbare Sicherheitsfunktion.

Als weltweit erste nennenswerte Transaktion gilt der Kauf zweier Pizzen für 10.000 BTC. Auch für illegale Zahlungen kommt die Währung zum Einsatz, etwa auf der inzwischen geschlossenen Online-Plattform Silk Road.

In Deutschland sind Bitcoins noch nicht sehr verbreitet. In Onlineshops wie Schuhwelt.com sowie in mehreren Berliner Kneipen kann man mit Bitcoins zahlen – allerdings tun Kunden das bislang nur in Einzelfällen.

Wie entstehen neue Bitcoins?

Neue Bitcoins müssen berechnet werden. Anfangs konnte jeder PC Bitcoins „schürfen“. Inzwischen sind die Rechnungen so komplex geworden, dass sie nur noch Hochleistungscomputer bewältigen. Professionelle Bitcoin-Schürfer koppeln ihre Computer zusammen.

Wie viele Bitcoins gibt es?

Die Anzahl der Bitcoins ist mathematisch auf maximal 21 Millionen begrenzt. Je größer die umlaufende Menge ist, desto aufwendiger wird, neue Einheiten zu berechnen. Professor Rainer Böhme von der Uni Münster geht davon aus, dass der letzte Bitcoin im Jahr 2140 erzeugt wird.

Wo werden Bitcoins gehandelt?

Im Internet gibt es etwa 60 Umschlagplätze für Bitcoins. Die mit Abstand größte Börse war lange Zeit Mt. Gox mit Sitz in Tokio. Doch die Japaner meldeten Insolvenz an. Weitere Tauschbörsen sind Coinbase, Kraken, BitStamp, Circle und BTC China. Die nach eigenen Angaben größte Bitcoin-Börse in Deutschland, Bitcoin.de, hat ihren Sitz in Herford bei Bielefeld.

Wie hat sich der Kurs entwickelt?

Seit dem Start 2009 haben Bitcoins stark zugelegt. Im Dezember 2013 kostete ein Bitcoin mehr als 1100 Dollar. Nach der Pleite der Handelsplattform Mt. Gox Anfang 2014 rutschte der Kurs enorm ab. Zum Jahreswechsel 2014 steht er etwas über 300 Dollar.

Ist der Handel mit Bitcoins legal?

In Deutschland können Nutzer laut Bafin ohne Erlaubnis mit der Cyber-Währung bezahlen. Auch das so genannte „Mining“ – die Schöpfung von Bitcoins – ist erlaubt. Allerdings können beim Rücktausch in Euro Steuern fällig werden.

von Andreas Dörnfelder

Die Journalisten glauben, dass es sich um einen australischen Geschäftsmann namens Craig Steven Wright handelt. Doch obwohl die Journalisten viele Indizien präsentieren, bleiben Zweifel. „Entweder hat Wright den Bitcoin erfunden, oder er ist ein brillanter Witzbold, der uns glauben lassen will, dass er es tat“, schreiben die Wired-Journalisten.

Sie berufen sich auf mehrere E-Mails, die darauf schließen lassen, dass es sich bei Wright um den Erfinder der virtuellen Währung handeln soll. Zudem soll Wright auf seinem Blog diverse Artikel zum Thema Bitcoin veröffentlicht haben – und zwar erstmals 2008, als er einen wissenschaftlichen Beitrag über Kryptowährungen ankündigte.

Terrorfinanzierung: Weshalb Terroristen am liebsten bar bezahlen

Terrorfinanzierung

Weshalb Terroristen am liebsten bar bezahlen

Nach den Attentaten von Paris will Frankreichs Finanzminister die Geldströme der Terroristen austrocknen. Auch die virtuelle Währung Bitcoin steht in der Kritik – dabei setzten die Attentäter auf weniger ausgefeilte Methoden.

Auch soll er für das Kryptografieprogramm PGP einen Schlüssel verwendet haben, der Satoshi Nakamoto zugeordnet wird. Im Januar 2009 habe Wright dann in einem Beitrag angekündigt, dass die Bitcoin-Betaversion einen Tag später starten soll – kurz vor dem mysteriösen Forenbeitrag, der von Satoshi Nakamoto veröffentlicht wurde.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×