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28.03.2014

08:27 Uhr

Bitcoin-Swaps

Mehr Sicherheit beim virtuellen Geld

Der Rahmen ist geschaffen: Investoren können sich in Zukunft beim Handel mit Bitcoins absichern. Tera Group entwarf eine bilaterale Vereinbarung, die schon bald als Muster für den Handel mit Swaps dienen könnte.

Die Rahmenbedingungen sind da: Tera Group hat eine Verbindung für den Kauf und Verkauf von Swaps und Bitcoins geschaffen. dpa

Die Rahmenbedingungen sind da: Tera Group hat eine Verbindung für den Kauf und Verkauf von Swaps und Bitcoins geschaffen.

FrankfurtDas US-Unternehmen Tera Group hat einen Rahmen für den Kauf und Verkauf von Swaps mit Verbindung zu Bitcoins geschaffen. Damit können sich Anleger gegen die Risiken beim Handel mit der digitalen Währung absichern. Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben vom Montag eine bilaterale Vereinbarung entworfen, die als rechtsgültiges Muster für den Handel mit Bitcoin-Swaps dienen könnte.

Die in Summit im US-Bundesstaat New Jersey ansässige Tera Group hat nun bei der U.S. Commodity Futures Trading Commission (CFTS) die Genehmigung beantragt, mit dem Handel der Bitcoin-Kontrakte auf ihrer Swap-Execution-Facility SEF zu beginnen.

Die wichtigsten Fragen zu Bitcoins

Was sind Bitcoins?

Bitcoins (BTC) sind verschlüsselte Datenpakete aus Zahlen und Buchstaben.

Wer hat Bitcoins erfunden?

Als Erfinder gibt sich jemand aus, der auf einer Kryptografie-Mailingliste unter dem Namen Satoshi Nakamoto auftrat – vermutlich ein Pseudonym, möglicherweise steckt sogar eine Gruppe dahinter. Er umriss das Konzept 2008 in einem Grundsatzpapier und brachte 2009 eine Software zum Bitcoin-Austausch heraus. Mittlerweile kümmert sich eine kleine Community von Entwicklern darum – der Quellcode liegt offen.

Wozu sind Bitcoins gut?

Für die einen sollen Bitcoins ein anonymes Zahlungsmittel im Internet sein, das Systeme wie Paypal unnötig macht. Andere sehen Bitcoins als alternatives Wertaufbewahrungsmittel. Wieder andere glauben an eine mit dem Goldstandard vergleichbare Sicherheitsfunktion.

Als weltweit erste nennenswerte Transaktion gilt der Kauf zweier Pizzen für 10.000 BTC. Auch für illegale Zahlungen kommt die Währung zum Einsatz, etwa auf der inzwischen geschlossenen Online-Plattform Silk Road.

In Deutschland sind Bitcoins noch nicht sehr verbreitet. In Onlineshops wie Schuhwelt.com sowie in mehreren Berliner Kneipen kann man mit Bitcoins zahlen – allerdings tun Kunden das bislang nur in Einzelfällen.

Wie entstehen neue Bitcoins?

Neue Bitcoins müssen berechnet werden. Anfangs konnte jeder PC Bitcoins „schürfen“. Inzwischen sind die Rechnungen so komplex geworden, dass sie nur noch Hochleistungscomputer bewältigen. Professionelle Bitcoin-Schürfer koppeln ihre Computer zusammen.

Wie viele Bitcoins gibt es?

Die Anzahl der Bitcoins ist mathematisch auf maximal 21 Millionen begrenzt. Je größer die umlaufende Menge ist, desto aufwendiger wird, neue Einheiten zu berechnen. Professor Rainer Böhme von der Uni Münster geht davon aus, dass der letzte Bitcoin im Jahr 2140 erzeugt wird.

Wo werden Bitcoins gehandelt?

Im Internet gibt es etwa 60 Umschlagplätze für Bitcoins. Die mit Abstand größte Börse war lange Zeit Mt. Gox mit Sitz in Tokio. Doch die Japaner meldeten Insolvenz an. Weitere Tauschbörsen sind Coinbase, Kraken, BitStamp, Circle und BTC China. Die nach eigenen Angaben größte Bitcoin-Börse in Deutschland, Bitcoin.de, hat ihren Sitz in Herford bei Bielefeld.

Wie hat sich der Kurs entwickelt?

Seit dem Start 2009 haben Bitcoins stark zugelegt. Im Dezember 2013 kostete ein Bitcoin mehr als 1100 Dollar. Nach der Pleite der Handelsplattform Mt. Gox Anfang 2014 rutschte der Kurs enorm ab. Zum Jahreswechsel 2014 steht er etwas über 300 Dollar.

Ist der Handel mit Bitcoins legal?

In Deutschland können Nutzer laut Bafin ohne Erlaubnis mit der Cyber-Währung bezahlen. Auch das so genannte „Mining“ – die Schöpfung von Bitcoins – ist erlaubt. Allerdings können beim Rücktausch in Euro Steuern fällig werden.

von Andreas Dörnfelder

Rechtliche Vereinbarungen zur Belebung des Handels

„Wir als Unternehmen versuchen eine gewisse Struktur und ein gewisses Protokoll beizusteuern, um der Bitcoin-Gemeinschaft zu helfen”, erklärte Tera-Präsident Leonard Nuara am Montag. Dadurch werde „ein Instrument für eine natürliche Absicherung bereitgestellt, um Abhilfe gegenüber den Preisänderungen bei Bitcoins zu leisten.”

In diesem Jahr schwankte der Bitcoin-Schlusskurs zwischen 534,71 Dollar und 951,39 Dollar, wie der CoinDesk Bitcoin Price Index zeigt. Ende 2013 hatte der Kurs bei 757,50 Dollar gelegen. Rechtliche Vereinbarungen wie der von Tera Group geschaffene Rahmen können den Derivate-Handel beleben, weil damit den Anlegern eine Vorlage für strukturierte Deals geboten wird. Die Regulierung der virtuellen Währung und der damit zusammenhängenden Derivaten ist in weiten Teilen der Welt noch immer eine ungelöste Frage. CFTS-Sprecher Steve Adamske wollte keinen Kommentar abgeben.

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