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11.05.2017

08:25 Uhr

Bitcoin und Onecoin

Digitale Währungen zwischen Rekord und Betrug

VonFelix Holtermann

Der Kurs des Digitalgelds Bitcoin erreicht neue Rekordstände: 1.700 Dollar sind geknackt. Zeitgleich ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen ein Portal der Konkurrenzwährung Onecoin. Was ist los auf dem Markt für Internetgeld?

Die digitale Währung wird von Netzwerken mithilfe komplizierter Rechenaufgaben produziert. Das dauert sehr lange, wodurch eine Inflation vermieden werden soll. Reuters

Bitcoin-Produktion in Sunnyvale, Kalifornien

Die digitale Währung wird von Netzwerken mithilfe komplizierter Rechenaufgaben produziert. Das dauert sehr lange, wodurch eine Inflation vermieden werden soll.

DüsseldorfDie Euphorie unter den Anhängern kennt kein Halten mehr: Nachdem die Digitalwährung Bitcoin am Dienstag bereits auf den Rekordstand von 1.752 US-Dollar geklettert ist, lag sie auch am Mittwoch über der 1.700-Dollar-Schwelle. Allein seit Mitte März ist der Wert eines Bitcoins damit um rund 700 Dollar angestiegen.

Damals war der Kurs kurzzeitig unter die Marke von 1.000 Dollar gerutscht, nachdem die US-Finanzaufsicht SEC einen Indexfonds auf Basis der Bitcoin-Kursentwicklung nicht zum Handel zugelassen hatte. Seit April prüft die SEC nun auf Antrag des Börsenbetreibers Bats eine erneute Genehmigung, bis zum 15. Mai können Stellungnahmen zur Zulassung des „Winklevoss Bitcoin Trust“-Fonds abgegeben werden. Die Aussicht auf einen positiven SEC-Bescheid dürfte den aktuellen Kursanstieg befeuert haben.

Ob dieser von Dauer ist, ist jedoch zweifelhaft. Wie volatil der Kurs der Digitalwährung ist, zeigt ein Blick auf den Wertverlauf: Nach einem ersten Höchststand bei über 1.200 Dollar Ende 2013 ging es für Bitcoin-Besitzer vor allem bergab. Erst seit Ende 2015 steigt der Kurs tendenziell wieder, weist aber hohe Ausschläge nach oben und unten auf.

Die digitale Währung kennzeichnen starke Wertschwankungen.

Der Bitcoin-Kurs

Die digitale Währung kennzeichnen starke Wertschwankungen.

Bitcoins sind ein digitales Zahlungsmittel, das es seit 2009 gibt. Hergestellt wird die virtuelle Währung in großen Computernetzwerken, die unter hohem Zeit- und Rechenaufwand die Bitcoins produzieren. Ursprünglich sollte damit ein Geldsystem ermöglicht werden, das unabhängig von staatlicher Kontrolle und Banken funktioniert sowie Transaktionen beschleunigt und Kosten minimiert. Pro Tag werden der Bundesbank zufolge auf der ganzen Welt 350.000 Transaktionen mit dem digitalen Tauschmittel getätigt, verglichen mit 77 Millionen Überweisungen, Lastschriften und Kartenzahlungen allein in Deutschland.

Doch die Bitcoins sind längst nicht mehr allein auf dem Markt für Internetwährungen. Als Alternative wurden die sogenannten Onecoins vermarktet. Aufgrund des schwelenden Streits innerhalb der Bitcoin-Gemeinde über die Herstellungsrechte schwenkten Anleger auf die Onecoins als neue Internetwährung um. Inzwischen werden diese von Beobachtern wie der Ungarischen Zentralbank jedoch als Schneeballsystem klassifiziert.

Anleger aus Deutschland haben laut Schätzungen hunderte Millionen Euro in Onecoins investiert, auch wenn ihre Verbreitung im Vergleich zu den Bitcoins deutlich geringer ist. Ihre Beliebtheit dürfte nun rasch sinken – die Onecoin-Gemeinde steht vor einem veritablen Image-Desaster.

Wie am Mittwoch bekannt wurde, ermittelt die Staatsanwaltschaft Bielefeld wegen Betrugsverdachts. Der Sprecher der Schwerpunktstaatsanwaltschaft für Wirtschaftskriminalität, Klaus Pollmann, sagte dem Handelsblatt, die Behörde ermittele gegen sieben Beschuldigte aus dem Umfeld der Digitalwährung wegen des Vorwurfs des gewerbs- und bandenmäßigen Betrugs. Die Ermittler prüfen unter anderem, ob Anleger durch falsche Darstellungen im Internet und auf Verkaufsveranstaltungen veranlasst wurden, ihr Geld in die sogenannte Kryptowährung zu investieren. Außerdem werde wegen eines möglichen Verstoßes gegen das Gesetz zur Beaufsichtigung von Zahlungsdienstleistungen ermittelt, erklärte Pollmann.

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Kommentare (11)

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Herr Hans-Jörg Griesinger

11.05.2017, 08:42 Uhr

Ist dass bei unserem aktuellen Schuldgeld-Schneeballsystem anders?

G. Nampf

11.05.2017, 08:56 Uhr

@Tirk Nüller11.05.2017, 08:42 Uhr

"Ist dass bei unserem aktuellen Schuldgeld-Schneeballsystem anders?"

Nö, aber digitale Währungen entziehen sich (noch) dem Zugriff durch die Obrigkeit.

Herr Marc Hofmann

11.05.2017, 09:08 Uhr

Annette, was sagst Du dazu?

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