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04.02.2014

09:54 Uhr

Bitcoins

Alles nur ein Schneeballsystem?

Die Zentralbank in Estland warnt vor Bitcoins. Verbraucher sollten die Finger davon lassen. Es könne sich um ein Schneeballsystem handeln. Für Währungshüter ist die Cyber-Währung ein Graus.

Bitcoins sind der neueste Trend auf den Finanzmärkten. Behörden ist das ein Dorn im Auge. dpa

Bitcoins sind der neueste Trend auf den Finanzmärkten. Behörden ist das ein Dorn im Auge.

TallinDie Zentralbank von Estland hat Verbraucher gemahnt, die Finger von Bitcoins und ähnlichen virtuellen Währungen zu lassen.

Diese auf Software-Protokollen basierenden Währungen könnten sich als nichts anderes als „Schneeballsysteme“ herausstellen, warnte Mihkel Nommela, Leiter für Zahlungs- und Abwicklungssysteme in der estnischen Zentralbank. Bitcoins seien ein „problematisches Schema”, schrieb er auf eine Anfrage von Bloomberg News. „Alle Risiken werden von dem Nutzer übernommen, der niemanden um Hilfe bitten kann.“

Die wichtigsten Fragen zu Bitcoins

Was sind Bitcoins?

Bitcoins (BTC) sind verschlüsselte Datenpakete aus Zahlen und Buchstaben.

Wer hat Bitcoins erfunden?

Als Erfinder gibt sich jemand aus, der auf einer Kryptografie-Mailingliste unter dem Namen Satoshi Nakamoto auftrat – vermutlich ein Pseudonym, möglicherweise steckt sogar eine Gruppe dahinter. Er umriss das Konzept 2008 in einem Grundsatzpapier und brachte 2009 eine Software zum Bitcoin-Austausch heraus. Mittlerweile kümmert sich eine kleine Community von Entwicklern darum – der Quellcode liegt offen.

Wozu sind Bitcoins gut?

Für die einen sollen Bitcoins ein anonymes Zahlungsmittel im Internet sein, das Systeme wie Paypal unnötig macht. Andere sehen Bitcoins als alternatives Wertaufbewahrungsmittel. Wieder andere glauben an eine mit dem Goldstandard vergleichbare Sicherheitsfunktion.

Als weltweit erste nennenswerte Transaktion gilt der Kauf zweier Pizzen für 10.000 BTC. Auch für illegale Zahlungen kommt die Währung zum Einsatz, etwa auf der inzwischen geschlossenen Online-Plattform Silk Road.

In Deutschland sind Bitcoins noch nicht sehr verbreitet. In Onlineshops wie Schuhwelt.com sowie in mehreren Berliner Kneipen kann man mit Bitcoins zahlen – allerdings tun Kunden das bislang nur in Einzelfällen.

Wie entstehen neue Bitcoins?

Neue Bitcoins müssen berechnet werden. Anfangs konnte jeder PC Bitcoins „schürfen“. Inzwischen sind die Rechnungen so komplex geworden, dass sie nur noch Hochleistungscomputer bewältigen. Professionelle Bitcoin-Schürfer koppeln ihre Computer zusammen.

Wie viele Bitcoins gibt es?

Die Anzahl der Bitcoins ist mathematisch auf maximal 21 Millionen begrenzt. Je größer die umlaufende Menge ist, desto aufwendiger wird, neue Einheiten zu berechnen. Professor Rainer Böhme von der Uni Münster geht davon aus, dass der letzte Bitcoin im Jahr 2140 erzeugt wird.

Wo werden Bitcoins gehandelt?

Im Internet gibt es etwa 60 Umschlagplätze für Bitcoins. Die mit Abstand größte Börse war lange Zeit Mt. Gox mit Sitz in Tokio. Doch die Japaner meldeten Insolvenz an. Weitere Tauschbörsen sind Coinbase, Kraken, BitStamp, Circle und BTC China. Die nach eigenen Angaben größte Bitcoin-Börse in Deutschland, Bitcoin.de, hat ihren Sitz in Herford bei Bielefeld.

Wie hat sich der Kurs entwickelt?

Seit dem Start 2009 haben Bitcoins stark zugelegt. Im Dezember 2013 kostete ein Bitcoin mehr als 1100 Dollar. Nach der Pleite der Handelsplattform Mt. Gox Anfang 2014 rutschte der Kurs enorm ab. Zum Jahreswechsel 2014 steht er etwas über 300 Dollar.

Ist der Handel mit Bitcoins legal?

In Deutschland können Nutzer laut Bafin ohne Erlaubnis mit der Cyber-Währung bezahlen. Auch das so genannte „Mining“ – die Schöpfung von Bitcoins – ist erlaubt. Allerdings können beim Rücktausch in Euro Steuern fällig werden.

von Andreas Dörnfelder

Aufseher und Banken warnen zunehmend vor Bitcoins und anderen digitalen Währungen - aus der Sorge heraus, dass damit Finanzkriminalität erleichtert wird. Die schwedische SEB, der größte nordische Währungshändler, hat Anfragen von Kunden eine Absage erteilt, Konten zur Bitcoin-Verwaltung einzurichten. Und Nordea Bank, die größte Bank Skandinaviens, rät ihren Kunden dazu, es sich genau zu überlegen, bevor sie Bitcoins anfassen.

„Alles in allem sind virtuelle Währungssysteme eine Erfindung, die Vorsicht erfordert, angesichts des Mangels an jeglichen Garantien und verantwortlichen Parteien, die sie langfristig stützen oder Belegen, dass es sich nicht nur um ein Schneeballsystem handelt“, sagte Nommela.

Video

Mit Bitcoins im Café bezahlen: Die Währung der Zukunft?

Video: Mit Bitcoins im Café bezahlen: Die Währung der Zukunft?

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Die litauische Zentralbank hielt die Verbraucher am Freitag in einer Erklärung an, bei virtuellen Währungen „extrem vorsichtig“ zu sein.

Entwickelt wurden Bitcoins 2008 von einem Programmierer oder einer Gruppe von Programmierern unter dem Pseudonym Satoshi Nakamoto. Ihre maximale Anzahl ist auf 21 Millionen begrenzt, die Geldschöpfung läuft über Rechnernetze, die komplexe mathematischer Aufgaben lösen und alle Transaktionen in einer öffentlichen Datenbank festhalten. Bitcoincharts.com zufolge befinden sich derzeit etwa 12,2 Millionen Bitcoins im Umlauf.

Kommentare (17)

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StefanBode

04.02.2014, 10:35 Uhr

Auch wenn ich noch keine Bitcoins haben, ist es schon erstaunlich das jetzt auf einmal viele Zentralbanken davor warnen, Bitcoins zu kaufen. Im Vergleich zu ihrem Geld das sie bekanntlich beliebig vermehren und damit entwerten, sind die Bitcoins auf 21Millionen Stück begrenzt laut Artikel. Wenn eines ein Schneeballsystem ist, dann das derzeitige Zentralbank/Schuldensystem, das seit vielen Jahren nur durch diverse Rettungspakete und noch mehr Gelddrucken am Leben erhalten wird.

RumpelstilzchenA

04.02.2014, 11:07 Uhr

Es ist kein Schneeballsystem!!!
Es sei denn, dass mit mehr als 21 Mio. Bitcoin gehandelt, oder der Rechner nachweislich manipuliert wird.

Ein Schneeballsystem besteht leider beim Euro. Hier wird Geld gedruckt, das nicht vom Wirtschaftssystem der europäischen Union abgedeckt ist.
Unter dem Strich sind beide Systeme hoch riskant und es höchste Vorsicht geraten!!!

Numismatiker

04.02.2014, 11:10 Uhr

"Für Währungshüter ist die Cyber-Währung ein Graus"

Natürlich. Denn Bitcoins verhindern, daß unsere "Währungshüter" nach politischem Gusto Luftgeld aus dem Nichts erzeugen.

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