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07.01.2017

18:01 Uhr

Bitcoins

Die Zockerwährung

VonMichael Brächer

Der Bitcoin-Kurs steigt dramatisch an, um danach in die Tiefe zu stürzen. Die Achterbahnfahrt zeigt: Die Online-Währung ist ein spannendes Experiment, als Zahlungsmittel taugt sie aber nicht. Eine Analyse.

Tapfer bleiben: Am Freitag setzte der Bitcoin seine Achterbahnfahrt fort. Der Kurs gab um zehn Prozent nach und erholte sich wieder etwas, am Nachmittag war ein Bitcoin rund 915 US-Dollar wert. Reuters

Bitcoin-Münzen

Tapfer bleiben: Am Freitag setzte der Bitcoin seine Achterbahnfahrt fort. Der Kurs gab um zehn Prozent nach und erholte sich wieder etwas, am Nachmittag war ein Bitcoin rund 915 US-Dollar wert.

FrankfurtWenn der Euro an einem Tag zwanzig Prozent an Wert verlieren würde, wäre das der ARD bestimmt eine Sondersendung wert. Eilig würde EZB-Chef Mario Draghi versichern, dass seine Leute die Lage im Griff hätten. Manche Sparer würden an seinen Worten zweifeln und ihr Geld in sichere Häfen bringen. Als die Internetwährung Bitcoin am Donnerstag mehr als zwanzig Prozent an Wert verlor, verursachten die Turbulenzen nur eine kleine Verwirbelung im Nachrichtenstrom. Bitcoins – war da was?

Für die Zitterpartie der Internetwährung interessieren sich allenfalls eingefleischte Fans, einige Glücksritter – und viele Anleger in den Schwellenländern, die den Bitcoin als Fluchtmittel entdeckt haben. Ansonsten lässt sich das Auf und Ab aus der Distanz beobachten. Die virtuellen Münzen sind ein spannendes ökonomisches Experiment, als Zahlungsmittel eignen sie sich aber nicht.

1000-Dollar-Marke überschritten: Begehrte Bitcoins

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Nur was für Nerds? Von wegen! Der Kurs der Cyberwährung hat sich im vergangenen Jahr mehr als verdoppelt und ließ sämtliche großen Währungen hinter sich. Doch wer jetzt einsteigen will, sollte Vorsicht walten lassen.

Bitcoins sind gewissermaßen die Antwort des Internets auf die Finanzkrise. Das Konzept dafür stellte 2008 ein gewisser Satoshi Nakamoto vor. Bis heute ist nicht klar, um welche Person es sich dabei handelt, oder ob sich hinter dem Namen womöglich ein Kollektiv verbirgt.

Auf lediglich neun Seiten skizzierte Nakamoto die Grundzüge eines elektronischen  Zahlungssystems, das ganz ohne Banken oder andere Mittelsmänner auskommt. Nakamoto verstand die Kryptowährung als libertäres Projekt: Bürger sollten nicht mehr vom Staat und den Banken abhängig sein.

Größte Banken im Devisenhandel (2016)

Platz 10

Morgan Stanley

2016: Rang 10

2015: Rang 13

Quelle: Euromoney, Mai 2016

Platz 9

XTX Markets

2016: Rang 9

2015: nicht im Ranking vertreten

Platz 8

HSBC

2016: Rang 8

2015: Rang 7

Platz 7

Goldman Sachs

2016: Rang 7

2015: Rang 9

Platz 6

Barclays

2016: Rang 6

2015: Rang 3

Platz 5

Bank of America Merrill Lynch

2016: Rang 5

2015: Rang 6

Platz 4

Deutsche Bank

2016: Rang 4

2015: Rang 2

Platz 2

JP Morgan

2016: Rang 3

2015: Rang 4

Platz 3

UBS

2016: Rang 2

2015: Rang 5

Platz 1

Citigroup

2016: Rang 1

2015: Rang 1

Elektronische Zahlungsmittel gibt es schon länger, aber bislang braucht es stets eine zentrale Partei, die Transaktionen überwacht und dafür sorgt, dass jeder Euro nur einmal ausgegeben werden kann. Bei Bitcoins übernehmen die Nutzer selbst diese Aufgabe. Genauer: die so genannten Bitcoin-Miner. Sie überprüfen die Bitcoin-Transaktionen und werden dafür mit neuen Bitcoins belohnt. Wenn eine der virtuellen Münzen den Besitzer wechselt, wird das unverrückbar in der Blockchain dokumentiert. Das ist ein öffentliches Kassenbuch, das von allen Bitcoin-Nutzern geführt wird.

Dabei fällt die Belohnung für das Schaffen neuer Münzen mit der Zeit automatisch geringer aus, die maximale Menge ist begrenzt. Das soll der Entwertung des Geldes vorbeugen. Ein revolutionäres Gesamtpaket, für das der Ökonom Bhagwan Chowdhry den Bitcoin-Erfinder Nakamoto für den Nobelpreis vorgeschlagen hat – das Nobelkomitee lehnte die Nominierung ab, weil der Preis nicht an anonyme oder verstorbene Personen verliehen werden kann.

Kommentare (1)

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Frau Annette Bollmohr

09.01.2017, 11:40 Uhr

Hochinteressant dazu: http://www.daserste.de/information/politik-weltgeschehen/weltspiegel/sendung/bitcoins-island-computer-100.html

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