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13.08.2013

13:45 Uhr

Bitcoins und Co.

Digitale Währungen sollen stärker reguliert werden

Nach mehreren Betrugsfällen möchte die New Yorker Finanzaufsicht nun stärker bei digitalen Währungen durchgreifen. Die Behörden wollen einen „Wilden Westen der Währungen“ verhindern und planen strengere Regeln.

Physikalischer Token einer Bitcoin. Die Finanzaufsicht warnt vor Betrügereien und Schneballsystemen. ap

Physikalischer Token einer Bitcoin. Die Finanzaufsicht warnt vor Betrügereien und Schneballsystemen.

New YorkDie New Yorker Finanzaufsicht erwägt angesichts mehrerer Betrugsfälle eine schärfere Regulierung von digitalen Währungen wie Bitcoin. Dies geht aus einer auf der Internetseite des Regulierers veröffentlichten Notiz hervor. Darin warnt der Vorsitzende Benjamin Lawsky davor, dass die für den Handel der Währung zuständigen Online-Börsen gegen die geltenden Regeln für Finanzdienstleister verstoßen könnten.

Diese erfordern beispielsweise die regelmäßige Prüfung von Geschäftssicherheiten. „Wenn die virtuellen Währungen der Wilde Westen für Drogenhändler und andere Kriminelle bleiben, dann würde dies nicht nur unsere nationale Sicherheit gefährden, sondern auch die Existenz dieser virtuellen Währungsindustrie“, so Lawsky.

Die wichtigsten Fragen zu Bitcoins

Was sind Bitcoins?

Bitcoins (BTC) sind verschlüsselte Datenpakete aus Zahlen und Buchstaben.

Wer hat Bitcoins erfunden?

Als Erfinder gibt sich jemand aus, der auf einer Kryptografie-Mailingliste unter dem Namen Satoshi Nakamoto auftrat – vermutlich ein Pseudonym, möglicherweise steckt sogar eine Gruppe dahinter. Er umriss das Konzept 2008 in einem Grundsatzpapier und brachte 2009 eine Software zum Bitcoin-Austausch heraus. Mittlerweile kümmert sich eine kleine Community von Entwicklern darum – der Quellcode liegt offen.

Wozu sind Bitcoins gut?

Für die einen sollen Bitcoins ein anonymes Zahlungsmittel im Internet sein, das Systeme wie Paypal unnötig macht. Andere sehen Bitcoins als alternatives Wertaufbewahrungsmittel. Wieder andere glauben an eine mit dem Goldstandard vergleichbare Sicherheitsfunktion.

Als weltweit erste nennenswerte Transaktion gilt der Kauf zweier Pizzen für 10.000 BTC. Auch für illegale Zahlungen kommt die Währung zum Einsatz, etwa auf der inzwischen geschlossenen Online-Plattform Silk Road.

In Deutschland sind Bitcoins noch nicht sehr verbreitet. In Onlineshops wie Schuhwelt.com sowie in mehreren Berliner Kneipen kann man mit Bitcoins zahlen – allerdings tun Kunden das bislang nur in Einzelfällen.

Wie entstehen neue Bitcoins?

Neue Bitcoins müssen berechnet werden. Anfangs konnte jeder PC Bitcoins „schürfen“. Inzwischen sind die Rechnungen so komplex geworden, dass sie nur noch Hochleistungscomputer bewältigen. Professionelle Bitcoin-Schürfer koppeln ihre Computer zusammen.

Wie viele Bitcoins gibt es?

Die Anzahl der Bitcoins ist mathematisch auf maximal 21 Millionen begrenzt. Je größer die umlaufende Menge ist, desto aufwendiger wird, neue Einheiten zu berechnen. Professor Rainer Böhme von der Uni Münster geht davon aus, dass der letzte Bitcoin im Jahr 2140 erzeugt wird.

Wo werden Bitcoins gehandelt?

Im Internet gibt es etwa 60 Umschlagplätze für Bitcoins. Die mit Abstand größte Börse war lange Zeit Mt. Gox mit Sitz in Tokio. Doch die Japaner meldeten Insolvenz an. Weitere Tauschbörsen sind Coinbase, Kraken, BitStamp, Circle und BTC China. Die nach eigenen Angaben größte Bitcoin-Börse in Deutschland, Bitcoin.de, hat ihren Sitz in Herford bei Bielefeld.

Wie hat sich der Kurs entwickelt?

Seit dem Start 2009 haben Bitcoins stark zugelegt. Im Dezember 2013 kostete ein Bitcoin mehr als 1100 Dollar. Nach der Pleite der Handelsplattform Mt. Gox Anfang 2014 rutschte der Kurs enorm ab. Zum Jahreswechsel 2014 steht er etwas über 300 Dollar.

Ist der Handel mit Bitcoins legal?

In Deutschland können Nutzer laut Bafin ohne Erlaubnis mit der Cyber-Währung bezahlen. Auch das so genannte „Mining“ – die Schöpfung von Bitcoins – ist erlaubt. Allerdings können beim Rücktausch in Euro Steuern fällig werden.

von Andreas Dörnfelder

Erst kürzlich hatte die US-Börsenaufsicht SEC vor zunehmenden Gefahren durch den betrügerischen Einsatz von Online-Währungen gewarnt. Investoren könnten durch Schneeballsysteme und andere illegale Verfahren hinters Licht geführt werden, hieß es. Mehrere staatliche Institutionen ermitteln gegen Geschäfte, die mit Online-Währungen arbeiten. Insidern zufolge haben 22 Unternehmen Vorladungen erhalten, darunter BitInstant, BitPay und Dwolla. Darin werden Informationen über Vorkehrungen gegen Geldwäsche, Verbraucherschutz und Investmentstrategien gefordert. Betroffen sollen auch Firmen sein, die von Investoren wie beispielsweise dem früheren Facebook -Berater Sean Parker und Netscape-Mitgründer Marc Andreessen finanziert werden.

Bitcoin ist 2009 von einem Entwickler mit dem Pseudonym Satoshi Nakamoto auf den Markt gebracht worden und gilt als bekannteste unter mehreren Online-Währungen. Im vergangenen Jahr hatte das FBI erklärt, Bitcoin werde von Kriminellen genutzt, um Geld global zu bewegen.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

13.08.2013, 20:24 Uhr

Schneeballsystem ist der Witz des Tages in dem Zusammenhang :)

Als was soll man denn das jetzige Dollar und Euro System bezeichnen?

Den letzten beißen die Hunde.

Aber das sich die Regierungen beim Geldmonopol nicht in die Suppe spucken lassen, war ja klar...

Die werden versuchen den Bitcoin Handel zu verbieten...

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