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28.11.2013

13:49 Uhr

Bitcoins

Virtueller Mammon steigt im Wert

Digitales Geld in virtuellen Währungen bekommt immer mehr Bedeutung. So durchbricht nun Bitcoins die 1.000-Dollar-Marke. Aufsichtsbehörden macht das misstrauisch – sie warnen vor Risiken beim Kauf mit digitaler Währung.

Mit ihnen kann man in der digitalen Welt sehr viel machen – doch mit den Bitcoins sind laut Währungshütern auch erhebliche Unsicherheiten verbunden. Reuters

Mit ihnen kann man in der digitalen Welt sehr viel machen – doch mit den Bitcoins sind laut Währungshütern auch erhebliche Unsicherheiten verbunden.

FrankfurtDigitale Währungen landen derzeit immer wieder in den Schlagzeilen. Das Internetgeld Bitcoin etwa wurde in den zurückliegenden Monaten zum Spekulationsobjekt. Allein innerhalb der vergangenen Woche verdoppelte sich der Kurs der Währung nach Angaben der Online-Plattform Mt. Gox. Am Mittwoch durchbrach er die symbolische Marke von 1.000 US-Dollar je Einheit und lag am Donnerstag schon bei knapp 1.100 Dollar. Aufsichtsbehörden weltweit beäugen digitale Währungen aber kritisch. Hier einige Hintergründe.

Was ist digitales Geld überhaupt?

Mit digitalem Geld einer virtuellen Währung können Verbraucher auf Internet-Plattformen und in Online-Gemeinschaften für unterschiedliche Güter bezahlen – oft für rein virtuelle Güter wie Ausrüstungsgegenstände in Onlinespielen. Die Währungssysteme werden in der Regel von Unternehmen betrieben und kontrolliert. Das digitale Geld wird nur von den Mitgliedern der Online-Währungsgemeinschaft als Zahlungsmittel akzeptiert.

Wie kommen Nutzer an digitales Geld und welche Arten gibt es?

Die Europäische Zentralbank (EZB) unterscheidet zwischen verschiedenen Arten virtueller Währungen. Eine Variante ist, dass Nutzer echtes Geld in digitales Guthaben tauschen, für das sie dann ausschließlich virtuelle Güter in einer Online-Gemeinschaft bekommen. Teils gibt es für digitales Geld auch reale Produkte. Ein Rücktausch des Guthabens in echtes Geld ist in diesen Systemen aber nicht möglich. Es handelt sich um geschlossene Systeme.

Andere Systeme hingegen ermöglichen den Hin- und Rücktausch zwischen echter und realer Währung. Daneben ist es teils möglich, sich virtuelles Geld durch Internetaktivitäten zu verdienen, etwa durch Teilnahme an Umfragen. Ein System, bei dem echtes Geld zum Kauf digitaler Güter in virtuelles Geld umgetauscht werden kann, sind die sogenannten Facebook-Gutschriften für Spiele und andere Güter in dem Online-Netzwerk.

Die wichtigsten Fragen zu Bitcoins

Was sind Bitcoins?

Bitcoins (BTC) sind verschlüsselte Datenpakete aus Zahlen und Buchstaben.

Wer hat Bitcoins erfunden?

Als Erfinder gibt sich jemand aus, der auf einer Kryptografie-Mailingliste unter dem Namen Satoshi Nakamoto auftrat – vermutlich ein Pseudonym, möglicherweise steckt sogar eine Gruppe dahinter. Er umriss das Konzept 2008 in einem Grundsatzpapier und brachte 2009 eine Software zum Bitcoin-Austausch heraus. Mittlerweile kümmert sich eine kleine Community von Entwicklern darum – der Quellcode liegt offen.

Wozu sind Bitcoins gut?

Für die einen sollen Bitcoins ein anonymes Zahlungsmittel im Internet sein, das Systeme wie Paypal unnötig macht. Andere sehen Bitcoins als alternatives Wertaufbewahrungsmittel. Wieder andere glauben an eine mit dem Goldstandard vergleichbare Sicherheitsfunktion.

Als weltweit erste nennenswerte Transaktion gilt der Kauf zweier Pizzen für 10.000 BTC. Auch für illegale Zahlungen kommt die Währung zum Einsatz, etwa auf der inzwischen geschlossenen Online-Plattform Silk Road.

In Deutschland sind Bitcoins noch nicht sehr verbreitet. In Onlineshops wie Schuhwelt.com sowie in mehreren Berliner Kneipen kann man mit Bitcoins zahlen – allerdings tun Kunden das bislang nur in Einzelfällen.

Wie entstehen neue Bitcoins?

Neue Bitcoins müssen berechnet werden. Anfangs konnte jeder PC Bitcoins „schürfen“. Inzwischen sind die Rechnungen so komplex geworden, dass sie nur noch Hochleistungscomputer bewältigen. Professionelle Bitcoin-Schürfer koppeln ihre Computer zusammen.

Wie viele Bitcoins gibt es?

Die Anzahl der Bitcoins ist mathematisch auf maximal 21 Millionen begrenzt. Je größer die umlaufende Menge ist, desto aufwendiger wird, neue Einheiten zu berechnen. Professor Rainer Böhme von der Uni Münster geht davon aus, dass der letzte Bitcoin im Jahr 2140 erzeugt wird.

Wo werden Bitcoins gehandelt?

Im Internet gibt es etwa 60 Umschlagplätze für Bitcoins. Die mit Abstand größte Börse war lange Zeit Mt. Gox mit Sitz in Tokio. Doch die Japaner meldeten Insolvenz an. Weitere Tauschbörsen sind Coinbase, Kraken, BitStamp, Circle und BTC China. Die nach eigenen Angaben größte Bitcoin-Börse in Deutschland, Bitcoin.de, hat ihren Sitz in Herford bei Bielefeld.

Wie hat sich der Kurs entwickelt?

Seit dem Start 2009 haben Bitcoins stark zugelegt. Im Dezember 2013 kostete ein Bitcoin mehr als 1100 Dollar. Nach der Pleite der Handelsplattform Mt. Gox Anfang 2014 rutschte der Kurs enorm ab. Zum Jahreswechsel 2014 steht er etwas über 300 Dollar.

Ist der Handel mit Bitcoins legal?

In Deutschland können Nutzer laut Bafin ohne Erlaubnis mit der Cyber-Währung bezahlen. Auch das so genannte „Mining“ – die Schöpfung von Bitcoins – ist erlaubt. Allerdings können beim Rücktausch in Euro Steuern fällig werden.

von Andreas Dörnfelder

Warum gibt es immer mehr digitale Währungen?

Verbraucher können durch virtuelle Währungen - abhängig vom System - unter Umständen besonders einfach auf Online-Plattformen bezahlen. Unternehmen versprechen sich davon steigende Umsätze, etwa durch den Verkauf digitaler Güter. Daneben können Verbraucher mit Gutschriften in einer Online-Währung motiviert werden, persönliche Daten preiszugeben, die Unternehmen dann für Werbezwecke nutzen können. Auch ist es möglich, Nutzer auf Online-Plattformen zu locken, wenn sie für regelmäßige Aufenthalte dort digitales Guthaben bekommen.

Was ist der Unterschied zu echtem Geld?

Auch echtes Geld kann – ähnlich wie Digitalgeld – elektronisch sein. Das merken Verbraucher spätestens, wenn sie eine Onlineüberweisung tätigen. Allerdings gibt es einige Unterschiede. Virtuelles Geld unterliegt keiner rechtlichen Aufsicht durch Behörden und Zentralbanken. Die Währung wird nur vom Betreiber kontrolliert. Die Geldmenge ist anders als in der realen Welt nicht festgelegt, sondern hängt von der Entscheidung des Betreibers ab. Außerdem müssen Verbraucher berücksichtigen, dass sich die Wechselkurse stark ändern können.

Wie sicher sind digitale Währungen?

Die EZB bewertet Digitalgeld für Verbraucher als klar mit Risiken behaftet. Digitalwährungen tendierten „von Natur aus“ zu Instabilität. Die Risiken blieben bislang jedoch auf die Nutzer der Systeme begrenzt. Die Bitcoins etwa machten jüngst auch deswegen von sich reden, weil ihr Wert durch Spekulationen in kurzer Zeit nach oben getrieben wurde und dann wieder drastisch fiel.

Für das Finanzsystem sind die Risiken laut EZB überschaubar, da die Geldströme vergleichsweise klein seien und eine Anbindung an die reale Wirtschaft nur begrenzt sei. Für Behörden könnten digitale Währungen hingegen eine Herausforderung sein. Geldwäscher, Kriminelle und Betrüger könnten sie für ihre Aktivitäten nutzen.

Von

afp

Kommentare (3)

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Account gelöscht!

28.11.2013, 14:45 Uhr

Schon wieder ein schlechter Artikel über Bitcoins.

Muss man beim Handelsblatt irgendeine Qualifikation haben um Artikel schreiben zu dürfen?

Bitcoins haben gerade die 1100$ und 800 Euro geknackt.

"Geldmenge ist anders als in der realen Welt nicht festgelegt, "

Eine glatte Falschmeldung. Es ist genau anders herum. Bei Bitcoins ist die maximale GENAU festgelegt, bei "rechten" Währungen, wird so viel gedruckt/erzeugt wie es den Banken und Zenralbanken gerade passt.

Den Zentralbanken gefallen Bitcoins nicht, da sie sie nicht so einfach manipulieren können.

Das keine Zentralbanken dahinter stehen, ist kein Nachteil sondern ein Vorteil

queue

28.11.2013, 15:11 Uhr

Der Artikel wirft "digitale Währungen" alle in einen Topf, egal ob Second Lifes "Lindendollar", Bitcoin oder WOW-Gold. Das ist, als ob man Aktien, Gutscheine und Landeswährungen in einen Topf wirft, weil sie meist auf Papier gedruckt werden.

NumberCrunsher

28.11.2013, 15:42 Uhr

Genau - fjv2!!!
HB sagt: "Für Behörden könnten digitale Währungen hingegen eine Herausforderung sein. Geldwäscher, Kriminelle und Betrüger könnten sie für ihre Aktivitäten nutzen" - Das isr ja im geltenden System ausgeschlossen! Ha, Ha - selten so gelacht!
Wie sagt man so schön: "Wenn man keine Ahnung hat - einfach mal die Fre*** halten!"
Schönen Tag noch ...

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