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25.03.2014

07:46 Uhr

Bolivar

Venezuelas Währung bricht ein

Der venezolanische Bolivar verliert fast 90 Prozent - an nur einem Tag. Die Regierung hüllt sich in Schweigen. Experten vermuten, dass mit den Maßnahmen der Schwarzmarkt eingedämmt werden soll.

Die venezolanische Opposition geht derzeit vermehr auf die Straße, um gegen Präsident Maduro zu demonstrieren. Reuters, Sascha Rheker

Die venezolanische Opposition geht derzeit vermehr auf die Straße, um gegen Präsident Maduro zu demonstrieren.

CaracasVenezuela hat Montag einen Einbruch von 89 Prozent bei der Landeswährung Bolivar zugelassen. Zuvor waren Devisenkontrollen gelockert worden. Mit dem Schritt soll das Angebot an US-Dollar erhöht und so einem Rekord-Engpass bei den Importen vor allem von Medizin über Nahrung bis hin zu Toilettenpapier begegnet werden.

Der Bolivar wurde am Montag beim Start der neuen Handelsplattform in Venezuela bei 55 Bolivar je Dollar verkauft. Das sagte Paul Leiva, ein Händler beim Broker Banctrust & Co. in Caracas, in einer E-Mail an seine Kunden.

Die Rate wurde von zwei anderen Analysten bestätigt. Sie wollten nicht namentlich genannt werden, da die Informationen nicht öffentlich sind. Zum Vergleich: Die offizielle Quote der Regierung, die für den Import von Medizin und Nahrung genutzt wird, liegt bei 6,3 Bolivar je Dollar. Auf einem sekundären Auktionsmarkt wurden zuletzt Dollar bei 10,8 Bolivar verkauft.

„Das ist eine Abwertung, wie auch immer man das betrachten mag”, sagte Tamara Herrera, die Chef-Volkswirtin bei Sintesis Financiera, gegenüber Bloomberg News. „Die Regierung versucht, die Schwarzmarkt-Rate mit diesem neuen Markt zu reduzieren - wobei der Konsens so aussieht, dass der Dollar für rund 50 Bolivar gehandelt werden sollte.”

Auf dem Schwarzmarkt hatte die Rate in den vergangenen Wochen bei 58,6 Bolivar je Dollar gelegen. Das geht aus Daten von dolartoday.com hervor. Die Seite verfolgt die Wechselkurse an der Grenze zu Kolumbien.

Elf Jahre an Devisenkontrollen hatten den Dollar in Venezuela immer rarer werden lassen, für einen Engpass bei importierten Gütern gesorgt und zur höchsten Inflationsrate in der Welt geführt. Gegen die Engpässe gehen Opposition und Studenten seit mehr als einem Monat auf die Straße. Bei den Protesten sind mindestens 31 Menschen gestorben.

Kommentare (3)

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25.03.2014, 08:53 Uhr

So sieht also der hochgelobte "Sozialismus des 21. Jahrhunderts" aus.

Castros Berater die in Venezuela die Rohstoffversorgung Kubas sichern haben ganze Arbeit geleistet. Genauso wie auf Cuba wird die einheimische Währung entwertet und alle Sparer damit enteignet. Verarmte und völlig abhängige Massen wählen dann tendenziell links. Besonders wenn die regierungstreuen Milizen auch noch Armeewaffen einsetzen um jede Opposition zu unterdrücken.
Die Währung des nordamerikanischen Klassenfeindes sorgt dann dafür dass der Nachschub für die Regierungsfunktionäre nicht versiegt.

Venezuela blickt einer düsteren Zukunft entgegen. Es muss 70% seiner Lebensmittel importieren. Zum großen Teil aus den USA die dieses Jahr Missernten durch Trockenheit und dadurch steigende Lebensmittelpreise haben.
Gleichzeitig fällt der Ölpreis mit dem Venezuela in der Vergangenheit seine Importe bezahlt hat. Und der Großteil der Produktion ist sowieso schon gegen Vorauskasse an China verkauft worden.

Wir sagen Lafontaine und Wagenknecht die in der Vergangenheit immer begeistert über die Erfolge Kubas und Venezuelas waren wohl heute?

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25.03.2014, 09:09 Uhr

"Den Sozialismus in seinem Lauf hält weder Ochs noch Esel auf." Ein Beleg dafür, dass selbst Tiere intelligenter sind als Sozialisten. In Venezuela ist sogar die Klopapierproduktion verstaatlicht worden, natürlich um die Versorgungssicherheit zu garantieren. Warum war in der DDR das Klopapier so rau? Damit auch der letzte Arsch rot wurde...

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25.03.2014, 11:58 Uhr

Ist nur eine Frage der Zeit bis Venezuela und dadurch automatisch auch Kuba Ihren Bankrott erklären. Das schafft Platz für eine Ausbreitung der USA in diesen Ländern----ein sehr schlechter Nebeneffekt.

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