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10.10.2013

12:06 Uhr

Brasilien

Leitzins nähert sich Zehn-Prozent-Marke

Der brasilianische Leitzins steigt auf 9,5 Prozent. Das Schwellenland leidet unter hoher Inflation und Wachstumsschwäche. Deswegen deuten die Währungshüter eine weitere geldpolitische Straffung an.

Die brasilianische Notenbank passt ihre Geldpolitik an. dpa

Die brasilianische Notenbank passt ihre Geldpolitik an.

BrasiliaIm Kampf gegen die hohe Inflation fährt Brasiliens Notenbank schärfere Geschütze auf. Sie erhöhte den Leitzins zum fünften Mal in Folge auf nunmehr 9,5 Prozent. Die Währungshüter signalisierten zugleich, dass sie nach der Anhebung um einen halben Prozentpunkt zu einer weiteren Straffung der Geldpolitik bereit sind. Damit könnte der Zins gegen Ende des Jahres auf ein zweistelliges Niveau klettern. Notenbankchef Alexandre Tombini hatte allerdings jüngst angedeutet, dass sich der Zinserhöhungszyklus allmählich dem Ende zuneigt. Die Stärkung der Landeswährung Real und die Aussicht auf eine etwas straffere Haushaltspolitik des Staates sorgten für nachlassenden Preisdruck.

Nach Einschätzung mancher Volkswirte ist aber eine weitere Erhöhung des Leitzinses auf elf bis zwölf Prozent nötig, um die Inflation auf das gewünschte Niveau von 4,5 Prozent zu drücken. Im September sank die Teuerungsrate nur auf 5,86 Prozent. Bereits auf der nächsten Zinssitzung im November könnten die Währungshüter im Kampf gegen die Inflation nachlegen: "Die Zentralbank hat keinen Hinweis darauf gegeben, dass sie die geldpolitische Straffung einstellt", sagte Arnaldo Curvello vom Handelshaus Ativa Corretora in Sao Paulo.

Dies dürfte eine weitere Enttäuschung für Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff bedeuten, die im vorigen Jahr voreilig das Ende der Hochzins-Ära ausgerufen hatte. Damals war der Schlüsselzins auf das historische Tief von 7,25 Prozent gefallen. Doch wegen der hartnäckigen Inflation hat die Notenbank umgesteuert und die Zinsen hochgeschraubt - seit April ging es um 2,25 Prozentpunkte nach oben.

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Die EZB hat den Leitzins unverändert niedrig gelassen. Damit geht die Diskussion um die Enteignung der Sparer in eine neue Runde. Für die einen ist sie eine Katastrophe, für andere aber nur das kleinere Übel.

Die Konjunktur dümpelt derweil weiter vor sich hin: Voriges Jahr legte die größte Volkswirtschaft Lateinamerikas nur um 0,9 Prozent zu. Für dieses Jahr sagt ihr der Internationale Währungsfonds (IWF) ein Plus von 2,5 Prozent voraus, während er für das größte Schwellenland China 7,6 Prozent veranschlagt. Der IWF sieht dabei insbesondere die hohe Inflation in Brasilien als Hemmschuh für den Konsum des 200-Millionen-Einwohner-Landes.

Von

rtr

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