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23.08.2013

03:52 Uhr

Brasilien

Notenbank versucht Real-Wertverfall zu stoppen

Die brasilianische Notenbank will einen weiteren Wertverfall des Real verhindern, indem sie Investoren eine Versicherung gegen Kursverluste anbietet. Die Wachstumsprognosen wurden derweil gesenkt.

Hohe Inflation, schwaches Wachstum. Brasiliens Notenbank bemüht sich, den Verfall des Real in Schach zu halten. dpa

Hohe Inflation, schwaches Wachstum. Brasiliens Notenbank bemüht sich, den Verfall des Real in Schach zu halten.

Sao PauloDie brasilianische Notenbank will mit einer Intervention im Gesamtvolumen von bis zu 60 Milliarden Dollar dem Wertverfall der Landeswährung Real Einhalt gebieten. Mit Bargeld und Derivate-Kontrakten bieten die Währungshüter nach Angaben vom Donnerstag den Investoren eine Versicherung gegen weitere Kursverluste.

Das Programm startet am Freitag und soll bis Dezember laufen. "Dies belegt die Entschiedenheit der Notenbank, eine weitere Abwertung zu verhindern", kommentierte Chefvolkswirt Andre Perfeito von Gradual Investments in Sao Paulo.

Die brasilianische Regierung bemüht sich derzeit, die Inflation in Schach zu halten und gleichzeitig der stagnierenden Wirtschaft neuen Schwung zu verleihen. Finanzminister Guido Mantega gab bekannt, dass die Regierung in diesem Jahr nur noch ein Wirtschaftwachstum von 2,5 Prozent nach bislang drei Prozent erwartet. Die Prognose für 2014 senkte die Regierung auf vier von zuvor 4,5 Prozent.

Brasiliens Wirtschaft auf einen Blick

Wirtschaftskraft

Brasilien ist mit einem Bruttoinlandsprodukt von 2,24 Billionen (Angaben für 2013) US-Dollar die siebgrößte Volkswirtschaft der Welt.

Bevölkerung

203 Millionen

Export

Wichtigste Exportgüter Brasiliens sind Rohstoffe (Eisenerz, Kupfer, Öl) und landwirtschaftliche Erzeugnisse (Sojabohnen,  Kaffee, Zucker).

Import

Aus dem Ausland führt das Land vor allem Autos und Autoteile sowie Maschinen ein.

Finanzpolitik

2013 lag das Defizit im brasilianischen Staatshaushalt bei 3,3 Prozent der Wirtschaftsleistung. Die Gesamtverschuldung liegt bei 66  Prozent. Zum Vergleich: In Deutschland liegt sie bei etwa 80 Prozent.

Grund für die Abwertung des Real ist der Abfluss von Kapital aus Schwellenländern in die USA, wo im Zuge der Wende der US-Geldpolitik die Zinsen anziehen. Die Federal Reserve dürfte bald damit beginnen, ihre gigantischen Anleihe-Käufe einzudampfen und damit ein Ende der ultra-lockeren Geldpolitik einzuläuten.

BRIC: Das Ende der Hoffnungsträger

Video: BRIC: Das Ende der Hoffnungsträger

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Von

rtr

Kommentare (2)

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Cassandra

23.08.2013, 06:06 Uhr

John Laws Finanzsystem bekommt erste Risse ...

paulista

26.08.2013, 18:45 Uhr

Die BRIC-Blase erreicht auch in Brasilien ihr Ende. Brasilien hat die "fetten Jahre" nicht wirklich genutzt um in Infrastruktur und somit nachhaltige und dringend notwendige Produktivitaetsvorteile zu investieren. Immobilien sind mittlerweile deutlichst ueberteuert, und angesichts der baulichen Strukturen, Infrakstruktur ( saneamento basico ), Verkehrsanbindung, Energieversorgung sind ebenfalls i.d. vergangenen Jahren keine wirklich sinnvollen Verbesserungen vorgenommen worden. Immer deutlicher wird nun auch, dass der Export nicht nur aufgrund eines bis vor wenigen Monaten ueberhoehten Real-Wertes schwaechelte, sondern vor allem auch, da man keine wirklich interessanten oder innovativen Produkte entwickelte, welche am Weltmarkt eine krisenfeste Ueberlebenschance garantieren koennten. Die akute Gefahr einer Rueckkehr zur galoppierenden Inflation und einem damit einhergehenden Absinken der Kaufkraft bewegt internationale Anleger zu einem taeglich zunehmenden Abzug von Kapital, mit Richtung vermeimtlich sicherer Haefen.
Die soziale Schieflage und ungerechte Verteilung von Kapital und vor allem auch Boden, ist in den vergangenen Jahren, auch durch ein staatliches "Almosenprgramm" der pseudo-sozialistischen Regierung unter Praesident Lula Igancio da Silva sowie auch seiner Nachfolgering ( ebenfalls von der PT), Dilma Rouseff nicht annaehernd beseitigt worden. Nach wie vor berreichen sich die Eliten des Landes schamlos an Steuergeldern und sog. Investitionsprogrammen. Kaum ein brasil. Real kommt tatsaechlich dort an, wo er gebraucht wuerde. Die Proteste der aufstrebenden, jungen gebildeten Mittelschicht sind zwar zwischenzeitlich etwas abgeflaut, gut moeglich aber, dass es nur die Ruhe vor dem Sturm ist.
Brasilien geraet wirtschaftlich und auch sozial immer mehr in Schieflage, die Zeichen der Zeit wurden und werden nicht erkannt, und auch mit Aussicht auf WM und Olympia sehe ich noch viel Ungemach und Sprengkraft auf dieses Land zukommen.

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