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27.01.2004

10:46 Uhr

Bremer Landesbank: Kurse von 1,40 Dollar bis Jahresende

Abwärts-Korrektur des Euro hält an

Der Euro hat am Dienstag zum Dollar erneut nachgegeben und damit seine kurzfristige Korrektur fortgesetzt. Besser als erwartete deutsche Konjunkturdaten begrenzten allerdings die Kursverluste und stützten die Gemeinschaftswährung.

HB FRANKFURT. „Wir haben weiteres Korrekturpotenzial für die kommenden zwei, drei Wochen“, sagte Devisenhändler Uwe Janz von M.M. Warburg. „Ich bleibe aber bei meiner Einschätzung, dass der langfristige Aufwärtstrend ungebrochen ist.“ Vereinzelt waren in den vergangenen Tagen Stimmen im Markt laut geworden, dieser Trend könnte vor einer Umkehr stehen. Analyst Folker Hellmeyer von der Bremer Landesbank sagte: „Der langfristige Anstieg des Euro ist bei weitem nicht abgeschlossen.“ Bis Jahresende seien Kurse von bis zu 1,40 Dollar möglich.

Am Vormittag notierte der Euro mit 1,2470 Dollar. Am Montagnachmittag hatte die Europäische Zentralbank (EZB) noch einen Referenzkurs von 1,2575 Dollar ermittelt. Vor zwei Wochen hatte die Gemeinschaftswährung mit knapp 1,29 Dollar noch einen Rekordstand erreicht.

Deutsche Konjunkturdaten hatten eine stützende Wirkung auf den Euro. Der Ifo-Geschäftsklimaindex stieg im Januar zum neunten Mal in Folge, wobei die rund 7 000 befragten Firmen ihre Geschäftsaussichten so optimistisch wie im Vormonat und ihre Geschäftslage besser als zuvor beurteilten.Der an den Finanzmärkten viel beachtete Ifo-Index für Westdeutschland legte auf 97,4 von revidiert 96,9 Punkten im Dezember zu. Damit erreichte der Index den höchsten Stand seit genau drei Jahren. Von Reuters befragte Volkswirte hatten im Schnitt nur mit einem minimalen Anstieg auf 97,0 Punkte gerechnet. „Der Ifo-Index hat den Euro etwas gestützt. Ich glaube aber nicht, dass er der Gemeinschaftswährung zu nachhaltigem Schwung verhelfen wird“, sagte Janz.

Einen Anstieg des Euro verhindern im Augenblick nach Einschätzung von Marktteilnehmern Erwartungen, dass die Finanzminister der Gruppe der sieben führenden Industrienationen (G7) bei ihrem Treffen Anfang Februar in Florida versuchen werden, dem Euro etwas von seiner Stärke zu nehmen. „Vor den anstehenden Notenbanktreffen und dem G7-Treffen Anfang Februar traut sich der Markt derzeit nicht richtig, den Euro weiter nach oben zu treiben“, stellte Analyst Gregor Beckmann von HSBC Trinkaus & Burckhardt fest. Er schränkte allerdings ein: „Beim G7-Treffen werden die USA wahrscheinlich wieder deutlich machen, dass sie sich - vor allem im Verhältnis zu den asiatischen Währungen - einen schwächeren Dollar wünschen. Der Euro könnte dann mit den asiatischen Währungen mitlaufen und zum Dollar zulegen.“

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