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21.06.2012

17:32 Uhr

Brent und WTI

Ölpreise auf Acht-Monats-Tief

Der überraschende Anstieg der US-Rohölbestände und die eingedampfte Wachstumsprognose der Fed haben die Ölpreise merklich belastet. Auch Kupfer und Gold gerieten unter Druck.

Auf dem Gelände einer Recyclingfirma in Hamburg sind Ölfässer gestapelt, die neu befüllt werden sollen. dpa

Auf dem Gelände einer Recyclingfirma in Hamburg sind Ölfässer gestapelt, die neu befüllt werden sollen.

SingapurDer Ölpreis ist am Donnerstag auf den tiefsten Stand seit acht Monaten gesunken. Die US-Sorte WTI zur Lieferung im August kostete zuletzt 80,33 Dollar je Barrel - ein Abschlag von 1,4 Prozent gegenüber dem Vortag. Öl der Sorte Brent wurde bei 91,68 Dollar je Barrel gehandelt, ein Prozent weniger als am Vortag.

Der am Vortag gemeldete Anstieg der Öl-Lagerbestände in den USA und die vorläufigen Daten zur Entwicklung des verarbeitenden Gewerbes in China im Juni deuteten beide auf ein Nachlassen der Wirtschaftsdynamik. Die Vereinigten Staaten und China sind die beiden größten Ölverbraucher weltweit. Die Verantwortlichen in der US-Notenbank sehen das US-Wirtschaftswachstum in diesem Jahr nun einer Bandbreite von 1,9 bis 2,4 Prozent, im Vergleich zu 2,4 bis 2,9 Prozent in der letzten Prognose vom April. Das teilte die Fed am Mittwoch nach zweitägigen Beratungen mit.

„Die US-Wirtschaft ist in keinem guten Zustand, von Europa müssen wir gar nicht erst reden, und dann sind in den USA auch noch die Öl-Bestände deutlich höher als die Nachfrage“, erklärte Ken Hasegawa, Rohstoff-Stratege bei Newedge Japan. Er sei für den Ölpreis sehr pessimistisch und sehe weit und breit keine Unterstützung. Brent hatte im März noch mehr als 128 Dollar je Fass gekostet.

„Wir haben enorme Vorräte, die Schuldenkrise in Europa und eine weltweite Verlangsamung des Wirtschaftswachstums”, sagte Phil Streible, Rohstoffbroker bei RJO Futures in Chicago. Auch die Daten aus China seien enttäuschend ausgefallen merke Streible an. In China verliert die Industrie offenbar ebenfalls weiter an Fahrt, wie aus dem Einkaufsmanager-Index der britischen Großbank HSBC hervorgeht. Er war im Juni auf ein Sieben-Monats-Tief von 48,1 Punkten gefallen.

Damit notiert das Barometer bereits seit acht Monaten unter der Schwelle von 50 Punkten, was eine schrumpfende Geschäftstätigkeit signalisiert. Wegen der Schuldenkrise befindet sich in Europa unter anderem Spanien in der Rezession. In der gesamten Euro-Zone setzte sich der Abschwung der Industrie den Einkaufsmanagerindizes des Markit-Instituts zufolge im Juni den fünften Monat in Folge fort.

Zusätzlicher Druck kam von den US-Daten. Der Philly-Fed- Index lag im Juni bei -16,6 Punkten nach -5,8 im Mai. Es war der niedrigste Wert seit Mai. Die Prognose hatte einen Anstieg auf 0 im Konsens erwartet.

Der Goldpreis sank den dritten Tag in Folge und notierte am Kassamarkt bei 1.585,64 Dollar je Unze um 1,4 Prozent leichter. Silber, Platin und Palladium verbilligten sich ebenfalls. Drei- Monats-Kontrakte auf Kupfer an der London Metal Exchange sackten um 2,3 Prozent ab auf 7.361 Dollar je Tonne.

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