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23.04.2013

08:25 Uhr

Brent unter 100 Dollar

Konjunkturdaten schicken Ölpreis in den Keller

Das weltweit energiehungrigste Land China hat enttäuschende Konjunkturzahlen vorgelegt. Der stark beachtete HSBC-Einkaufsmanagerindex ist gefallen. Anleger zweifeln am weltweiten wirtschaftlichen Aufschwung.

Öl- und Gasförderanlage im russischen Nowy Urengoi. Der Ölpreis gerät weiter unter Druck. dpa

Öl- und Gasförderanlage im russischen Nowy Urengoi. Der Ölpreis gerät weiter unter Druck.

SingapurDie Ölpreise haben am Dienstag auf enttäuschende Konjunkturdaten aus China mit Preisabschlägen reagiert. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Juni 99,74 US-Dollar. Das waren 65 Cent weniger als am Montag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) sank um 58 Cent auf 88,61 Dollar.

Neue Konjunkturzahlen aus China deuten auf ein gemäßigtes Industriewachstum hin. Der von der Großbank HSBC ermittelte Einkaufsmanagerindex fiel im April um 1,1 Punkte auf 50,5 Zähler. Der stark beachtete Indikator liegt damit nur noch leicht über der Schwelle von 50 Punkten, von der an Wachstum signalisiert wird.

Konjunkturindikatoren

ifo-Index

Der international beachtete Index basiert auf einer Befragung von etwa 7000 Unternehmen aus Bau, Einzelhandel und Industrie. In einem Fragebogen beurteilen sie ihre gegenwärtige Geschäftslage sowie die Erwartungen für die Zukunft. Beide werden im Geschäftsklima zusammengefasst. Der Index ergibt sich aus dem Saldo der Antworten gut und schlecht.

ZEW-Konjunkturerwartungen

Der vom Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) herausgegebene Index beruht auf der Befragung von 350 Analysten und Finanzmarktexperten. Sie geben dabei ihre Einschätzung über die künftige Wirtschaftsentwicklung ab. Der Index zur mittelfristigen Konjunkturentwicklung ergibt sich aus der Differenz der positiven und negativen Erwartungen über die künftige Wirtschaftsentwicklung. Er wird zur Monatsmitte erhoben.

Einkaufsmanagerindex

Wird von der britischen Forschergruppe Markit erhoben. Er beruht für Deutschland auf Umfragen unter Einkaufsmanagern von 500 repräsentativ ausgewählten deutschen Industrieunternehmen. Bestandteile des Index sind Auftragseingänge, Preise und Beschäftigung. Der Index hat einen relativ kurzen Vorlauf gegenüber der Produktion.

Baltic Dry Index (BDI)

Der BDI ist ein Preisindex für die Verschiffungskosten wichtiger Rohstoffe wie Stahl, Eisenerz, Kohle und Getreide auf Standardrouten. Er wird durch das Angebot an frei stehendem Schiffsladeraum und die Hafenkapazitäten beeinflusst. Da Rohstoffe als Vorprodukte am Anfang der Wertschöpfungskette stehen, ist der BDI ein guter Frühindikator für die Weltkonjunktur.

GfK-Konsumklima

Der GfK-Konsumklimaindex soll die Konsumneigung der Privathaushalte abbilden. Hierfür befragt das Institut monatlich 2000 repräsentativ ausgewählte Personen über ihr Anschaffungs- und Sparneigung auf Sicht von 12 Monaten sowie über ihre Erwartungen zur Gesamtwirtschaftlichen Situation.

Geldmenge M1

Das Geldmengenaggregat M1 umfasst den Bargeldumlauf und Sichteinlagen (jederzeit verfügbare Einlagen, zum Beispiel auf Girokonten). Sie ist ein Indikator für die Transaktionshäufigkeit in einer Volkswirtschaft. Steigt die Geldmenge M1, so wird in der Regel auch mehr gekauft.

Kupfer notierte 1,5 Prozent tiefer bei 6830,00 Dollar je Tonne. Die chinesischen Konjunkturdaten seien schlechter ausgefallen als erwartet, sagte Analystin Natalie Rampolo von der ANZ Bank. "Sie deuten auf ein langsameres Wachstum im zweiten Quartal hin." Rohstoff-Experte Tetsu Emori von Astmax Investments warnte jedoch davor, den Rückgang des Einkaufsmanagerindex überzubewerten. Schließlich liege er immer noch über der Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Er rate dazu, Kurs-Rücksetzer zum Einstieg in die Rohstoffmärkte zu nutzen.

China hat zusammen mit den USA den weltweit größten Energiehunger. Deswegen spielen chinesische Fundamentaldaten am Rohstoffmarkt eine wichtige Rolle.

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