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19.01.2015

12:43 Uhr

Bundesbank

120 Tonnen Gold zurück in heimischen Tresoren

Die Bundesbank holt verstärkt ihr Gold zurück. 120 Tonnen wurden im vergangenen Jahr aus New York und Paris nach Frankfurt überführt. Angesichts der aktuellen Bedrohungslage sollen Polizisten das Gold sichern.

Nummerierte Goldbarren in einem Tresorraum der Bundesbank: Alle Goldbestände sollen bald wieder in in Frankfurt lagern. dpa

Nummerierte Goldbarren in einem Tresorraum der Bundesbank: Alle Goldbestände sollen bald wieder in in Frankfurt lagern.

FrankfurtDie Deutsche Bundesbank hat im vergangenen Jahr weitere 120 Tonnen Gold von ausländischen Lagerstellen nach Frankfurt gebracht. Davon stammten 35 Tonnen aus ihren Beständen in Paris und 85 Tonnen aus New York, wie die Notenbank am Montag in Frankfurt mitteilte. Die Umsetzung ihres Anfang 2013 vorgestellten Gold-Lagerstellenkonzeptes verlaufe reibungslos und sei 2014 intensiviert worden, sagte Bundesbank-Vorstand Carl-Ludwig Thiele: „Wir liegen sehr gut im Zeitplan.“

Der Großteil der deutschen Goldreserven lagert aus historischen Gründen im Ausland, vor allem in den Tresoren der US-Notenbank Fed in den USA. Die Bundesbank will bis 2020 mehr als die Hälfte ihrer aktuell 3384 Tonnen in heimischen Tresoren lagern. Dafür sollen schrittweise 300 Tonnen des Edelmetalls aus New York und die gesamten 374 Tonnen aus Paris nach Frankfurt überführt werden.

Mehr als 1200 Tonnen sollen nach 2020 in New York bleiben, 445 Tonnen in London. Thiele hatte dies kürzlich so begründet: „Gold kann im Krisenfall beliehen oder in eine andere Währung getauscht werden.“

Beinahe ein Viertel der Barren (23 Prozent), die verlagert werden sollen, befindet sich bereits in den Tresoren in Frankfurt, betonte die Bundesbank. Seit 2013 seien 67 Tonnen aus Paris und 90 Tonnen aus New York in die Zentrale der Notenbank überführt worden.

Die globalen staatlichen Goldreserven

Hintergrund

Die Daten des Internationalen Währungsfonds zeigen die Goldreserven ausgewählter Staaten (in Tonnen) zum Jahresende 2016. Die Statistik legt außerdem offen, wie groß der Anteil des Goldes an den gesamten staatlichen Währungsreserven ist. Viele Länder bunkern neben Gold große Devisenbestände, etwa in US-Dollar oder in Euro.

USA

Bestand: 8133,5 Tonnen

Gold-Anteil an staatlichen Reserven: 73,8 Prozent

Quelle: World Gold Council

Deutschland

Bestand: 3779,9 Tonnen

Gold-Anteil an staatlichen Reserven: 67,6 Prozent

Frankreich

Bestand: 2435,8 Tonnen

Gold-Anteil an staatlichen Reserven: 61,5 Prozent

China

Bestand: 1842,6 Tonnen

Gold-Anteil an staatlichen Reserven: 2,2 Prozent

Schweiz

Bestand: 1040,0 Tonnen

Gold-Anteil an staatlichen Reserven: 5,6 Prozent

Russland

Bestand: 1615,2 Tonnen

Gold-Anteil an staatlichen Reserven: 15,2 Prozent

Indien

Bestand: 557,8 Tonnen

Gold-Anteil an staatlichen Reserven: 5,7 Prozent

Großbritannien

Bestand: 310,3 Tonnen

Gold-Anteil an staatlichen Reserven: 8,5 Prozent

Die Deutsche Polizeigewerkschaft kritisierte, dass angesichts der derzeitigen Bedrohungslage in Deutschland Polizeikräfte zum Schutz des Bundesbankgoldes abgestellt werden sollen. Jeder Abzug von Kräften zur Wahrnehmung neuer Aufgaben müsse auf seine Notwendigkeit überprüft werden, sagte Verbandschef Rainer Wendt dem Handelsblatt (Online-Ausgabe). „Wenn jetzt zur Jahresmitte über 200 Bundespolizisten abgezogen werden, um die Goldbarren der Bundesbank zu bewachen, ist dies genau das falsche Signal.“ Das hätten bislang private Unternehmen gemacht, das könnten diese auch in Zukunft tun.

Kommentare (28)

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Herr Pom Muc

19.01.2015, 11:16 Uhr

Leider sagt die Bundesbank nicht woher die 120 Tonnen stammen. Aus den 374 Tonnen die man aus Paris heim holen will oder den 300 Tonnen die aus NY kommen sollen.

Herr Pom Muc

19.01.2015, 11:34 Uhr

Das Spannende ist aber warum die Mainstreammedien die wissen dass schon vor 50 Jahren de Gaulle es schaffte 10 Tonnen pro Woche aus den USA abzuholen die Bundesbank nicht fragen warum man 2013 glaubt für 300 Tonnen ganze 7 Jahre zu benötigen.

Herr Pom Muc

19.01.2015, 11:42 Uhr

@ Handelsblatt-Redaktion

Ich habe mal eure Arbeit erledigt und den heutigen Bericht auf der Bundesbank-Seite gelesen. 85 Tonnen kamen aus den USA und 35 Tonnen aus Frankreich. 50 Tonnen aus den USA mussten vorher eingeschmolzen werden um den heute gültigen Standard zu entsprechen.

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