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19.12.2015

09:36 Uhr

Bundesbank sieht sich „gut im Plan“

Tonnenweise Gold auf Reisen

Still und heimlich bringt die Bundesbank massenhaft Gold über Rhein und Atlantik in ihre Tresore. Noch befindet sich ein Großteil der Reserven im Ausland. Doch bis 2020 sollen 674 Tonnen nach Frankfurt verlagert werden.

Per Ultraschall prüft ein Mitarbeiter der Bundesbank, ob auch der Kern der Barren tatsächlich aus Gold besteht. dpa

Echtheitsprüfung

Per Ultraschall prüft ein Mitarbeiter der Bundesbank, ob auch der Kern der Barren tatsächlich aus Gold besteht.

FrankfurtDer Goldschatz der Bundesbank ist legendär: Mit mehr als 270.000 Barren ist er der zweitgrößte der Welt. Doch der Großteil der 3384 Tonnen Edelmetall lagert aus historischen Gründen im Ausland – noch. Denn seit 2013 bringt die Notenbank schrittweise Gold nach Frankfurt, insgesamt 674 Tonnen sollen bis 2020 aus den Tresoren der US-Notenbank Fed und der Banque de France in heimische Tresore verlagert werden. Auch in diesem Jahr wurde auf streng geheimen Wegen tonnenweise Gold aus dem Ausland nach Frankfurt gebracht – zu den Transportwegen macht die Notenbank aus Sicherheitsgründen keine Angaben.

„Wir sind gut im Plan. Bis 2020 werden wir die Hälfte des deutschen Goldes in Deutschland haben“, verspricht Bundesbank-Vorstand Carl-Ludwig Thiele. Zum Vergleich: Ende 2012 lagen nur 31 Prozent der Goldreserven oder 1036 Tonnen in Frankfurt. Auch das war relativ viel, wie Thiele betont: „Wir holen das Gold nicht zurück, denn es war nie hier. Bis zur deutschen Einheit hatten wir nur 77 Tonnen in Deutschland – aus Sicherheitserwägungen zu Zeiten des Kalten Krieges.“ Das waren seinerzeit nur zwei Prozent des Gesamtbestandes.

Die Goldbarren der Bundesbank – und wo sie liegen

Frankfurt

Lagerort: Deutsche Bundesbank

Anzahl der Barren: 95.364

Gewicht: 1.200 Tonnen

London

Lagerort: Bank of England

Anzahl der Barren: 35.066

Gewicht: 439 Tonnen

New York

Lagerort: Federal Reserve Bank of New York

Anzahl der Barren: 115.431

Gewicht: 1450 Tonnen

Paris

Lagerort: Banque de France

Anzahl der Barren: 24.455

Gewicht: 308 Tonnen

Quelle

Deutsche Bundesbank. Stand: 31.12.2014 (veröffentlicht am 7.10.2015)

Trotzdem dürfte es viele Deutsche beruhigen, dass sich die heimischen Tresore nun nach und nach füllen: Sie wissen den wertvollen Schatz lieber in der Heimat als in der Fremde. Denn die Öffentlichkeit bis hin zum Bundesrechnungshof ist misstrauisch, ob das deutsche Gold nach Jahrzehnten in Tresoren anderer Notenbanken sicher und noch vollständig vorhanden ist – und ob Deutschland im Krisenfall darauf zugreifen könnte. Daher fordert etwa die Initiative „Holt unser Gold heim“ eine vollständige und unabhängige Überprüfung der deutschen Goldbestände an allen Lagerorten – und „die zeitnahe Rückführung des im Ausland gelagerten Goldes nach Deutschland“.

Thiele versichert, Sorgen über das im Ausland lagernde Gold seien unbegründet. Dieses hätten die Eingangskontrollen der angelieferten Barren bestätigt. Zudem bestünden an der Integrität der Partnernotenbanken nicht die geringsten Zweifel.

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