Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

03.05.2016

12:32 Uhr

Bundeskriminalamt zieht Bilanz

Mehr als 100.000 falsche Banknoten eingezogen

VonJürgen Röder

Die Zahl der Falschgelddelikte ist im vergangenen Jahr deutlich gestiegen. Nach Angaben des Bundeskriminalamts sind die Vorlieben der Fälscher in Deutschland aber ganz andere als im Rest Europas.

Fühlen, Kippen, Sehen

So erkennen Sie Falschgeld

Fühlen, Kippen, Sehen: So erkennen Sie Falschgeld

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

Wiesbaden Um 42 Prozent ist die Zahl der Falschgelddelikte gestiegen. Wurden 2014 noch 60.800 derartiger Fälle registriert, ist diese Zahl im Jahr 2015 auf 86.500 angestiegen. Das meldet das Bundeskriminalamt (BKA). In rund 84.800 dieser Fälle fälschten und verbreiteten die Täter Euro-Noten.

Damit hat sich die Zahl seit 2011 mehr als verdoppelt, so die Bilanz des Bundeslagebilds Falschgeldkriminalität. Insgesamt sind in Deutschland fast 112.000 Euro-Falschnoten mit einem Nennwert von 5,5 Millionen Euro eingezogen worden. Zum Vergleich: 2014 waren es rund 75.600 Noten im Nennwert von rund 5,3 Millionen Euro. „Trotz der erneut gestiegenen Fallzahlen ist das Falschgeldaufkommen im Vergleich zum Umfang der in Deutschland umlaufenden Banknoten weiterhin als gering zu bezeichnen“, heißt es in den dem BKA-Bericht.

Geldfälscher zu „Morgen hör ich auf“: „Was da gezeigt wird, ist aus mancher Sicht Quatsch“

Geldfälscher zu „Morgen hör ich auf“

„Was da gezeigt wird, ist aus mancher Sicht Quatsch“

Hans-Jürgen Kuhl gilt als einer der bekanntesten Geldfälscher der Welt. Für das Handelsblatt hat er sich die neue ZDF-Geldfälscher-Serie „Morgen hör ich auf“ mit Bastian Pastewka angeschaut. Kuhl ist nicht begeistert.

Das sieht die Europäische Zentralbank auch so: „Rein rechnerisch entfielen im vergangenen Jahr in Europa 27 falsche Banknoten auf 10.000 Einwohner, in Deutschland waren es sogar nur zwölf Banknoten je 10.000 Einwohner.“

Der Trend, Falschgeld vermehrt über illegale Handelsplattformen im Internet zu vertreiben, hat nach Angaben der Ermittler auch 2015 angehalten. So wurden beispielsweise die qualitativ hochwertigen, sogenannten „Napoli-Fälschungen“ von Fälschern aus der Region um Neapel, aber auch Herstellungsequipment wie Hologramme und Kopiervorlagen sowie Anleitungen zur Falschgeldherstellung auf anonymen Internet-Plattformen wie dem Darknet angeboten.

Während in der EU die gefälschte 20-Euro-Note am häufigsten registriert wurde (rund 69 Prozent), ist in Deutschland die 50-Euro-Banknote die bevorzugte Fälschung geblieben. Bei rund der Hälfte aller eingezogenen Falschnoten handelte es sich um einen 50-Euro-Schein. Dahinter folgt die 20-Euro-Note mit einem Anteil von knapp 37 Prozent.

Den Großteil der Scheine haben Banken, Werttransportunternehmen, Handel und Gewerbe sowie die Deutsche Bundesbank und deren Filialen als falsch erkannt. „Das lässt darauf schließen, dass die Mehrzahl der Fälschungen von Privatpersonen nicht erkannt wird, da oftmals im täglichen Zahlungsverkehr keine genauere Prüfung des Bargeldes erfolgt“, heißt es in dem BKA-Bericht.

Trotz immer besserer Qualität sei bei aufmerksamer Prüfung die Mehrzahl der Banknotenfälschungen jedoch weiterhin ohne technische Hilfsmittel erkennbar. Noch im März 2016 hatte das bayerische Landeskriminalamt Geldfälscher festgenommen, die „Blüten“ in schlechter Qualität mit einem Tintenstrahldrucker hergestellt hatten.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×