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07.01.2011

10:04 Uhr

Carry-Trades

Zinswetten gehen immer häufiger nicht auf

VonBloomberg

Viele Investoren liegen mit ihren Zinsgeschäften immer häufiger daneben. Wer sich 2010 Dollar geliehen hat, um in den Euro zu investieren, hat Geld verloren. Auch viele andere Zinswetten bergen hohes Risiko.

Risikoreich: Zinswetten. Quelle: dpa

Risikoreich: Zinswetten.

Devisenhändler, die auf Spekulationen mit Niedrigzinswährungen setzen, haben im vergangenen Jahr so viel Geld verloren wie seit mehr als einem Jahrzehnt nicht mehr. Bei diesen sogenannten Carry-Trades nehmen Investoren Kredite in einer Niedrigzinswährung auf und investieren das Geld in Ländern mit höheren Renditen.

Diese Strategie bescherte ihnen 2010 einen Verlust von 2,5 Prozent, nachdem der Dollar - die favorisierte Währung für Carry-Trades wegen der niedrigen US-Zinsen - zugelegt hatte. Das geht aus einem Index hervor, der von der Schweizer Bank UBS, dem weltweit zweitgrößten Devisenhändler, zusammengestellt wurde. Bereits 2008 hatten diese Zinsspekulationen den Händlern einen Jahresverlust von 0,98 Prozent beschert, nachdem die US-Bank Lehman Brothers zusammengebrochen war. Dieser Verlust war bis zum vergangenen Jahr der höchste seit der Aufnahme der Beobachtung der Daten. Diese werden seit 1999 von der UBS zusammengestellt.

Mehr Anleger kaufen US-Dollar

Der Dollar-Index von Intercontinental Exchange hat seit seinem Jahrestief am 4. November 4,5 Prozent zugelegt. Der Index bildet die Entwicklung des Dollars gegenüber Euro, Yen, Franken, kanadischem Dollar, britischem Pfund und schwedischer Krone ab. Auftrieb erhält der Greenback dadurch, dass die Nachfrage nach Carry-Trades sinkt. Gute Konjunkturzahlen aus dem verarbeitenden Gewerbe und dem Einzelhandel haben dazu geführt, dass immer mehr Investoren US-Dollar kaufen, statt sie zu verkaufen, um andere Investments zu finanzieren. "Die US-Wirtschaft wird im Vergleich zu anderen deutlich besser aussehen", sagt Mitul Kotecha, Leiter der weltweiten Devisenstrategie bei Credit Agricole in Hongkong. "Die Bond-Renditen werden anziehen, und das wird die Attraktivität des Dollars als Finanzierungswährung sicherlich deutlich reduzieren."

Im vergangen Quartal gab es deutlich weniger Spekulationen von Terminmarkt-Händlern auf einen fallenden Dollar als zuvor. Das geht aus Zahlen der Commodity Futures Trading Commission aus Washington hervor. Demnach wurden im Vergleich zum dritten Quartal 2010 ein Drittel weniger Wetten gegenüber dem Dollar abgeschlossen. Im vierten Quartal 2009 hatte der Rückgang sogar 49 Prozent betragen - in der Folge setzte eine Dollar-Rallye ein, die den Kurs um mehr als zehn Prozent steigen ließ.

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