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06.05.2011

15:05 Uhr

Chaos am Rohstoffmarkt

„Eine der schärfsten Korrekturen seit Jahren“

Die Finanzmärkte sind in Aufruhr: Nach dem Absturz der Rohstoffpreise beruhigt sich die Lage nur langsam. Die Anleger bleiben nervös. Experten fürchten, dass sich der Markt von diesem Schock nicht so schnell erholt.

Händler an der Rohstoffbörse CME. Die Nervosität ist immens. Quelle: Reuters

Händler an der Rohstoffbörse CME. Die Nervosität ist immens.

DüsseldorfNach den Panikverkäufen des Vortages spielten die Ölpreise am Freitag erneut verrückt. Zunächst gab die Notierung für ein Fass amerikanisches WTI-Öl auf 96,80 Dollar nach und kostete damit drei Dollar weniger als im späten Vortagesgeschäft. Der Vortagesverlust lag bei zehn Dollar. Erst am Nachmittag erholte sich der Ölpreis etwas, nachdem US-Arbeitsmarktdaten besser als erwartet ausgefallen waren.

Auch bei anderen Rohstoffen hat sich das Geschehen vorübergehend beruhigt. Die Nervosität am Markt ist aber weiter hoch, weitere Kursverluste scheinen jederzeit möglich. "Dies könnte eine der schärfsten Korrekturen werden, die wir in den vergangenen Jahren gesehen haben", sagte Sean Corrigan, Chefanlagestratege bei Diapason Commodities Management, der Nachrichtenagentur Bloomberg. "Wenn es ganz schlimm kommt, könnten wir die Hälfte der Gewinne der letzten sechs bis neun Monate wieder abgeben."

Am Donnerstag waren die Rohstoffpreise so stark gefallen wie seit Januar 2009 nicht mehr. Die Talfahrt erfasste alle Bereiche von den Energie- über die Agrarrohstoffe bis hin zu Industrie- und Edelmetallen. Der breite Index GSCI, der die Entwicklung von 24 verschiedenen Rohstoffen misst, verlor 6,5 Prozent.

Noch stärker fiel die Investorenflucht am Donnerstag bei Silber aus. Das Edelmetall, dessen Preis seit Wochenbeginn auf Talfahrt ist, verlor zwölf Prozent an Wert und kostete weniger als 35 Dollar. Am Freitag stabilisierte sich der Preis. Am Nachmittag kostete die Feinunze nur noch 34,70 Dollar.

Als Gründe wurden am Markt schwache US-Konjunkturdaten sowie die Sorge vor steigenden Zinsen, vor allem aber der starke Dollar genannt. Die US-Währung legte gestern gegenüber allen anderen wichtigen Währungen deutlich zu. Der Dollar-Index stieg um 1,4 Prozent. Der Wechselkurs des Euros zum Dollar fiel binnen eines Tages gar um mehr als drei Cent auf 1,4540 Dollar. Ein starker Dollar führt in der Regel zu Verlusten bei den in der US-Währung notierten Rohstoffen, da diese für Investoren teurer werden.

Kommentare (18)

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Account gelöscht!

06.05.2011, 08:40 Uhr

Innerhalb der nächsten 5 Jahre wird es einen Dollar-Crash und EU-Staatspleiten geben. In Deutschland ist sogar die Gefahr einer Währungsreform virulent. Neben Griechenland, Irland und Portugal werden sich weitere Südstaaten-Pleitegeier unter den Rettungschirm flüchten. Der nächste Kandidat ist Spanien. Der ganze EU-Wirtschaftsraum ist wg. mangelnder Wettbewerbsfähigkeit auf den Weltmärkten ein Auslaufmodell. Bei nachlassenden Edelmetall-Notierungen sollte man jetzt physisches Gold und Silber kaufen. Nicht im Bankschließfach lagern (Zugang wird bei Run auf die letzten Bargeldbestände verwehrt) sondern eingraben. Jeder sollte lang haltbare Lebensmittel in größeren Mengen einkaufen. Auch Schnaps. Denn wer Sorgen hat, braucht auch Likör. Alle Lebensmittel incl.Brandy werden viel teurer. Also machen Sie ein Warentermingeschäft. Da wir in einer strukturellen Deflation leben, machen Sie keine Schulden!
Das nächste Auto, das Sie kaufen sollte so groß sein, daß Sie darin wohnen können. US-Squatter-Lebensart!

Manipulationen

06.05.2011, 08:42 Uhr

Lügen,lügen,lügen.....
Der Silberpreis brach ein durch aussergewöhnliche, manipulative Marginerhöhungen.
Gold wurde gedrückt mit Hilfe von Portugals Golbeständen.
Es fließen aber auch noch andere Manipulationsmöglichkeiten ein.....
Die Edelmetalle dürfen wohl nicht den weltweiten Crash auslösen.
Ein "Terrorakt" oder ein großes Beben in den USA ??

Anonymer

06.05.2011, 08:54 Uhr

Eine virulente Währungsreform - was es nicht alles gibt ...

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