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14.01.2011

16:05 Uhr

China-Sorgen

Gewinnmitnahmen werfen Rohstoffpreise zurück

Wenn an den Rohstoffmärkten über China gesprochen wird, dann in der Regel im Zusammenhang mit steigenden Kursen. Die hohe Nachfrage der boomenden Volkswirtschaft treibt regelmäßig die Kurse. Doch jetzt drückt China auf die Bremse und kämpft mit höheren Zinsen gegen die Inflation. Bei Rohstoff-Anlegern sorgt das für Unsicherheit.

HB LONDON. Chinas Schritte zur Bekämpfung der Inflation haben am Freitag die Preise am Rohstoffmarkt gedrückt. Der Goldpreis gab um 0,6 Prozent auf 1364,39 Dollar je Feinunze nach. Rohöl der US-Sorte WTI verbilligte sich um ein Prozent auf 90,51 Dollar. Auch Kupfer wurde an der London Metal Exchange (LME) zunächst mit einem leichten Abschlag gehandelt, stabilisierte sich dann aber bei 9610 Dollar je Tonne auf Vortagesniveau.

Die Anhebung der Mindestreserve-Anforderung für Banken in China sei eigentlich nicht überraschend gekommen, sagte Rohstoff-Analyst Eugen Weinberg von der Commerzbank. Dennoch könnte der Schritt in den kommenden Tagen zu einem Stimmungsumschwung am Markt sowie Gewinnmitnahmen führen.

Chinas Zentralbank hob die Mindestreserve-Anforderungen um 50 Basispunkte auf den Rekordwert von 19,5 Prozent an. Die Notenbank zwingt mit diesem Schritt die Banken dazu, mehr Geld zu hinterlegen. Auf diese Weise hofft sie, überschüssiges Geld abzuziehen und die steigenden Preise in den Griff zu bekommen.

Gold wird häufig als Absicherung gegen eine hohe Inflation genutzt und profitiert zudem von einem niedrigen Zinsumfeld. "Die Entscheidung Chinas hat natürlich Konsequenzen für den Goldmarkt", sagte Peter Fertig, Berater bei Quantitative Commodity Research. Das sei aber nicht alles, was den Preis belaste, fügte Fertig hinzu: Auch die problemlos verlaufenen Anleihen-Auktionen von finanziell angeschlagenen Ländern der Euro-Zone in dieser Woche hätten die Kurse beim als sicherer Anlagehafen geltenden Gold gedrückt.

"Zudem gibt es am Markt Befürchtungen, dass die EZB nach ihren Aussagen vom Donnerstag die Zinsen schneller anhebt als gedacht", sagte Fertig. Die Anleger verkauften deshalb Gold und investierten in riskantere Anlageklassen.

Analysten zufolge dürfte die hohe Nachfrage in Asien den Goldpreis aber stabilisieren. Vor allem chinesische Käufer strömten vor dem Neujahrsfest im Februar in den Markt.

Im Gegensatz zum WTI-Ölpreis verteuerte sich das Fass der Nordsee-Sorte Brent weiter um 0,4 Prozent auf 98,43 Dollar. Der aktuelle Terminkontrakt läuft allerdings am Freitag aus. Händler rechnen damit, dass der neue Kontrakt zunächst zu niedrigen Kursen gehandelt wird. Brent wird seit August 2010 zu höheren Preisen gehandelt als WTI. Händler begründeten den Anstieg unter anderem mit sich verringernden Öl-Beständen in der Nordsee.

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breaking news

16.01.2011, 21:47 Uhr

Ein Jahr nach der Einführung freut sich die industrial and Commercial bank of China über mehr als eine Millionen Kunden, die über Onlinekonten Gold kaufen.
Mit einem Goldspar-Konto können Kunden Gold ab 5 Gramm online kaufen. Die bestände werden dem Konto gutgeschrieben. Monatlich fallen Lagergebühren an.
innerhalb dieses Zeitraums konnte die chinesische bank mehr als eine Million Kunden für das Angebot gewinnen. Das erstaunt auch Jeff Toshima, der Geschäftsführer des World Gold Council in Japan.
“Hier in Japan hat es über 10 Jahre gedauert, bevor die gesamte Goldsparbranche 700.000 Konten erreicht hat. Es ist beeindruckend, dass eine einzige chinesische bank dieses Niveau so einfach innerhalb eines Jahres ohne PR oder aktives Marketing übertrifft”, so Toshima gegenüber dem Nachrichtendienst Nikkei Money.

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