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20.01.2010

15:08 Uhr

China-Sorgen

Rohstoffpreise purzeln auf breiter Front

Eine Reihe von Belastungsfaktoren hat die Preise an den Rohstoffmärkten gedrückt. Sorgen vor einem Nachfragerückgang der Chinesen im Zuge staatlicher Bremsaktionen warfen die Notierungen von Öl und Industriemetallen zurück. Der anziehende Dollar lastete auf Edelmetallen.

HB FRANKFURT. Spekulationen auf konjunkturdämpfende Maßnahmen in China haben am Mittwoch die Rohstoffmärkte belastet. Vor allem die Notierungen für Öl und der Basismetalle gerieten unter Druck. Der Rohstoffhunger des wirtschaftlich rasant wachsenden asiatischen Landes treibt die Rohstoffmärkte seit geraumer Zeit an.

Die chinesischen Behörden hätten einige große Banken angewiesen, für den Rest des Monats keine Kredite mehr zu vergeben, hieß es am Mittwoch in Medienberichten und aus Bankenkreisen. Damit solle eine Überhitzung der Konjunktur vermieden werden, nachdem die Banken zu Jahresbeginn immer mehr Kredite vergeben hätten.

Börsianer sahen darin einen weiteren Hinweis für eine Straffung der Geldpolitik. Die für Donnerstag erwarteten chinesischen Konjunkturdaten, unter anderem zum Bruttoinlandsprodukt und zur Industrieproduktion, müssten nun besonders gut sein, um den Markt zu beruhigen, erklärt David Wech von JBC Energy in Wien.

Ein Barrel Öl der Sorte WTI verbilligte sich bis zum Mittag um 1,5 Prozent auf 77,82 Dollar. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent fiel um 1,5 Prozent auf 76,46 Dollar. Auf den Ölpreis drückten Händlern zufolge auch der erwartete Anstieg der US-Öllagerbestände sowie der stärkere Dollar. Am Abend stehen die Zahlen des Interessenverbandes der Öl- und Gasindustrie API an, die Daten des US-Energieministeriums folgen am Donnerstag.

Im Sog der Nachrichten aus China fielen auch die Preise für die Industriemetalle. Der Preis für eine Tonne Kupfer rutschte um 1,7 Prozent auf 7451 Dollar. Die Leute würden nervös, sagte ein Londoner Händler. Ein Großteil der Gewinne des Kupferpreises in den vergangenen Monaten sei der Nachfrage aus China zu verdanken.

Festerer Dollar drückt Gold und Platin

Der Dollar-Anstieg belastete die Notierungen der Edelmetalle. Eine Feinunze Gold verbilligte sich um 0,8 Prozent auf 1128 Dollar. Der Preis für eine Feinunze Platin fiel um 1,1 Prozent auf 1624 Dollar, nachdem er zuvor zeitweise auf den höchsten Stand seit 17 Monaten gestiegen war. Der Dollar kletterte zum Euro auf den höchsten Stand seit fünf Monaten. Ein Euro kostete am frühen Nachmittag 1,4137 Dollar. Den Anstieg des Dollar begründeten Analysten unter anderem mit den Nachrichten aus China und der angespannten Haushaltslage Griechenlands.

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