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15.02.2012

21:27 Uhr

Chinas Währung

Run auf den Renminbi

VonLaura de la Motte

Die Investoren zeigen reges Interesse am neuen „Offshore-Renminbi“. Das Handelsvolumen dürfte nach einer exklusiven HSBC-Analyse in diesem Jahr deutlich zulegen. Auch lateinamerikanische Währungen werden beliebter.

Ein Bank-Mitarbeiter in China zählt Renminbi-Scheine. Reuters, Sascha Rheker

Ein Bank-Mitarbeiter in China zählt Renminbi-Scheine.

FrankfurtDas Interesse am Wachstumswunderland China ist ungebrochen. Das spiegelt sich auch in seiner Währung wider. Seit 18 Monaten können ausländische Investoren den frei handelbaren Renminbi („Offshore-Renminbi“) nutzen. Binnen dieser Zeit ist die Ergänzung zum eigentlichen Renminbi, den China streng kontrolliert, zu einer der liquidesten Währungen der Welt geworden. Das zeigt die neue Auswertung der Düsseldorfer Privatbank HSBC Trinkaus. Auch 2012 dürfte sich dieser Trend fortsetzen.

Zu Beginn jedes Jahres ermittelt Marcel Hartmann, der bei HSBC Unternehmen bei ihrer Devisenabsicherung berät, das Handelsvolumen der Währungen aus den aufstrebenden Nicht-Industrieländern, den sogenannten Emerging Markets. Er greift dabei auf Daten der Konzernmutter HSBC zurück, die weltweit tätig ist. Hartmann leitet daraus seine Schätzung für das laufende Jahr ab unter der Annahme, dass sich die Märkte normal verhalten. Plötzliche politische Umbrüche oder Naturkatastrophen kann er natürlich nicht vorhersagen. Seine Schätzung stellt er dem Handelsblatt exklusiv zur Verfügung.

Fakten zu den Weltwährungen

Noch dominiert der Dollar

Der Dollar hat derzeit noch den größten Anteil an den internationalen Währungsreserven (61,4 Prozent). Darauf folgt der Euro mit 27,0 Prozent Anteilen. Das Pfund besitzt 4,1 Prozent Anteile an den internationalen Währungsreserven, der Yen 3,6 Prozent und 3,9 Prozent teilen sich sonstige Währungen.

Devisentransaktionen

85 Prozent aller Devisentransaktionen entfielen 2010 auf den Dollar. Damit hat die US-Währung an Bedeutung verloren - vor zehn Jahren war der Dollar an 90 Prozent aller Transaktionen beteiligt. Auf den Euro entfielen 2010 39 Prozent aller Transaktionen, der Yen kam auf 19 Prozent, das Britische Pfund auf 13 Prozent.

(Anmerkung.: die Zahlen summieren sich auf 200 Prozent, da bei jeder Transaktion zwei Währungen beteiligt sind, Quelle: Bank für Internationalen Zahlungsausgleich)

Schuldenberge

Die Staatsschulden Chinas betragen seit fünf Jahren kontinuierlich um die 20 Prozent des BIP. Die Schulden Europas und der USA steigen hingegen an. 2010 lagen sie zwischen 80 und 90 Prozent des BIP.

Schuldenabbau durch Inflation

52.000 Milliarden Dollar beträgt die Gesamtverschuldung von Unternehmen, Staat und Bürgern der USA, das entspricht rund 355 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Ökonomen vermuten, Amerika werde die Staatsschulden durch Inflation abschmelzen. Die Folge wäre ein Dollar-Crash.

Hintergrund für die Liquiditätsanalyse ist die Beobachtung, dass eine illiquide Währung häufig ein Warnsignal dafür ist, dass der Aktienmarkt des Landes auch nicht liquide ist. Das bedeutet für Investoren, dass sie im Fall der Fälle eine Investition nur schwer und mit großen Abschlägen verkaufen können. Eine riskante Anlage. Ein liquider Aktienmarkt ist allerdings nicht gleichbedeutend mit einer steigenden Wertentwicklung.

Die größten Zuwächse im Handelsvolumen dürfte 2012 der Offshore-Renminbi verzeichnen. Nach umgerechnet zwei Billionen US-Dollar im vergangenen Jahr werde das Handelsvolumen dieser Währung in diesem Jahr auf 15 Billionen Dollar ansteigen, schätzt Hartmann. Vom Volumen der Großen ist er dennoch weit entfernt. Beim russischen Rubel beispielsweise dürfte 2012 das Volumen bei rund 1875 Billionen Dollar liegen.

Kommentare (1)

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www.steuerembargo.co.de

16.02.2012, 00:21 Uhr

„Viele Investoren erwarten mittlerweile, dass die Katastrophe in Europa ausbleibt, und investieren wieder“

Das sind die ganz Klugen!

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