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28.03.2017

20:05 Uhr

Commodities Summit in Lausanne

Die Gewinner der Ölpreiskrise

VonMatthias Streit

Dank schwankender Ölpreise haben Ölhändler in den vergangenen Jahren Milliardengewinne eingestrichen. Jetzt wird das Geschäft schwieriger. Je geringer die künftig erwarteten Preise sind, desto kleiner werden die Margen.

Mit dem Rohstoff lässt sich, trotz der Preiskrise der vergangenen Jahre, noch immer gutes Geld verdienen. Vor allem Händler nutzten die Preisinstabilität für sich. dpa

Erdöl

Mit dem Rohstoff lässt sich, trotz der Preiskrise der vergangenen Jahre, noch immer gutes Geld verdienen. Vor allem Händler nutzten die Preisinstabilität für sich.

LausanneWährend Ölproduzenten in Zeiten niedriger Preise für den Rohstoff sparen müssen, herrscht bei den Händlern ausgelassene Stimmung. Auf dem Commodities Summit der „Financial Times“ in Lausanne trifft sich derzeit die Elite der Rohstoffszene und allen voran die Rohstoffhändler sind bester Laune. Denn sie haben die schwankenden Ölpreise der vergangenen Jahre genutzt, um ihre Geschäfte kräftig auszubauen. Das zeigt sich am Volumen gehandelten Öls und verarbeiteten Treibstoffen.

Allein Vitol, der Primus der Branche, konnte die gehandelte Menge seit 2014 von fünf auf jetzt sieben Millionen Barrel pro Tag steigern. Laut einer Analyse der „Financial Times“ konnten die fünf größten Händler ihr Volumen seit 2014 um 65 Prozent auf 22 Millionen Barrel pro Tag steigern. Zum Vergleich: Russland, der größte Ölproduzent der Welt, fördert ungefähr die Hälfte dessen.

Doch die zuletzt stabilen Ölpreise drohen die gute Stimmung zu vermiesen. Denn bislang konnten die Händler Öl günstig einkaufen und zu einem Liefertermin in der Zukunft teurer weiter verkaufen. Diese im Fachjargon Contango genannte steigende Preiskurve war für sie die ideale Profit-Formel. Je geringer aber die künftig erwarteten Preise sind, desto kleiner werden die Margen. Das ist nun der Fall. Torbjörn Törnqvist, Chef des Händlers Gunvor, erwartet in den kommenden Jahren einen stabilen Preis um 60 Dollar. Russel Hardy, Leiter des Vitol-Geschäfts in Europa, dem Mittleren Osten und Afrika erklärt: „Wenn der Preis weniger schwankt, fällt es uns schwerer, Profite zu machen.“

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Beim Händler Trafigura lässt sich das schon in der Bilanz ablesen. Der Gewinn des Unternehmens fiel 2016 bei einem Umsatz von 100 Milliarden Dollar von 1,1 Milliarden auf 975 Millionen Dollar. So niedrig fiel der Gewinn seit sechs Jahren nicht aus. Vitol veröffentlicht keine Gewinnzahlen, der Umsatz ist aber um zehn Prozent auf 152 Milliarden Dollar gefallen. Die Zahlen weiterer Händler liegen noch nicht vor. Die Entwicklung dürfte aber ähnlich aussehen.

Dennoch geben sich die Branchenchefs in Lausanne demonstrativ gelassen. Er mache sich weniger Sorgen um die flache Preiskurve, für ihn seien die physischen Handelsströme wesentlich wichtiger, erklärt ein Manager von einem der Marktführer.

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